In der 2. Klasse Nord hat FC Großhöflein gegen SPG Hirm/Zillingtal mit 1:0 gewonnen und damit die passende Antwort auf die schwache Vorstellung der Vorwoche gegeben. Trainer Christian Neckamm sah einen kampfbetonten Abend, an dem sein Team nach schwierigem Beginn immer besser ins Spiel fand. Der Freistoß von Timo Immanuel Hoprich brachte nicht nur den Sieg, sondern laut Neckamm auch den lange ersehnten „Büchsenöffner“.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Christian Neckamm machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft zunächst Arbeit vor sich hatte. „Hirm hat sehr gut begonnen und ist mit breiter Brust gekommen“, sagte der Großhöfleiner Trainer mit Verweis auf den Sieg der Gäste in der Vorwoche. Die Anfangsphase sei deshalb sehr kampfbetont gewesen, und genau so habe sich die Partie dann auch über die gesamten 90 Minuten angefühlt. Großhöflein brauchte nach der Umstellung im System ein paar Minuten, fand laut Neckamm aber ab etwa der zehnten Minute immer besser in die Begegnung. „Wir haben die Zweikämpfe vermehrt gewonnen und die ersten Akzente gesetzt“, sagte er. Vor dem Tor habe zwar noch nicht alles gepasst, weil die Abschlüsse noch Luft nach oben gelassen hätten, doch für den Trainer war früh zu sehen, „dass die Mannschaft dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte“.
Belohnt wurde diese Steigerung in der 25. Minute, als Timo Immanuel Hoprich einen Freistoß zum 1:0 verwandelte. Neckamm schilderte die Szene sehr klar: „Das Foul war auf der halbrechten Seite, etwas höher vom Sechzehner entfernt. Wir haben aus dem Training gewusst, dass Timo einen guten linken Fuß hat.“ Dass Hoprich den Ball dann im langen Winkel unterbrachte, passte aus Sicht des Trainers zu einer Phase, in der Großhöflein das Spiel immer mehr an sich zog. Zur Pause stand es 1:0, und Neckamm sprach davon, dass seine Mannschaft die Partie bis auf die letzten fünf Minuten der ersten Hälfte „dominiert“ habe. Noch wichtiger war für ihn aber die Wirkung des Treffers. „Dass wir endlich einmal in Führung gegangen sind, war absolut entscheidend“, sagte er. In dieser Meisterschaft sei das bisher noch nicht gelungen, und genau deshalb habe man in der Mannschaft gesehen, „dass es einen Ruck gibt“. Wegen einiger Ausfälle sei das auch für die jüngeren Spieler ein wichtiges Signal gewesen: „Sie haben gemerkt, wir können auch ohne und es funktioniert.“
Ein Selbstläufer wurde der Abend für die Gastgeber trotz der Führung nicht. Nach der Pause musste Hirm/Zillingtal ab der 56. Minute nach der Roten Karte gegen Simeon Habeler in Unterzahl weiterspielen, doch Neckamm sagte offen, dass sein Team gerade dadurch nicht automatisch leichteres Spiel hatte. „Sie haben zu zehnt fast besser oder zumindest motivierter gespielt“, erklärte der Trainer. In manchen Phasen habe sich Großhöflein das Leben dadurch selbst schwer gemacht. Im Großen und Ganzen blieb für ihn aber der Eindruck eines verdienten Heimsiegs, weil die Grundtugenden gepasst hätten. „Unsere Stärke war heute die generelle Einstellung, unser Wille zum Sieg, die Zweikampfstärke und die Aggressivität im richtigen Ausmaß“, sagte Neckamm. Ebenso wichtig war ihm, den Gegner nicht kleinzureden. Hirm/Zillingtal sei „bis zum Schluss im Spiel“ gewesen, habe versucht, noch das Unentschieden zu erzwingen, und dabei große Moral gezeigt.
Für Großhöflein war dieser knappe Erfolg deshalb mehr als nur ein 1:0. Nach der enttäuschenden Leistung in Eisenstadt sprach Neckamm von einem „großen Zeichen“, weil sich seine Mannschaft vor eigenem Publikum wieder zurückgemeldet habe. Dass nicht alle Entscheidungen des Schiedsrichters unumstritten waren, wollte er dabei gar nicht groß in den Vordergrund rücken. Es habe zwar auf beiden Seiten zwei oder drei Situationen gegeben, die man anders hätte sehen können, insgesamt habe der Unparteiische die Partie aber „solide runtergepfiffen“. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt Großhöflein ohnehin nicht. Die personellen Ausfälle begleiten das Team weiter, und schon in der nächsten Runde wartet auswärts mit St. Georgen/Eisenstadt der aktuelle Tabellenführer. Neckamm ließ deshalb keinen Zweifel aufkommen, dass der Sieg gegen Hirm/Zillingtal gutgetan hat, die kommenden Aufgaben aber „nicht einfacher werden“.