In der 2. Klasse Nord hat sich SC Zagersdorf in einem wechselhaften Heimspiel von SV Seefestspiele Mörbisch am See mit 3:3 getrennt. Nach frühem Rückstand lief die Mannschaft von Mario Stocker lange hinterher, kam aber immer wieder zurück und rettete den Punkt erst in der 90. Minute. Trotzdem blieb beim Zagersdorfer Trainer wenig Zufriedenheit zurück: "Eine Halbzeit ist viel zu wenig."

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Für Zagersdorf begann die Partie denkbar schlecht. Schon in der 3. Minute brachte Dominik Warscha die Gäste in Führung und genau dieser frühe Rückstand war aus Sicht von Trainer Mario Stocker wieder der Ausgangspunkt für viele Probleme im weiteren Spielverlauf. "Nach drei Minuten 0:1 hinten, das hat die Mannschaft wieder komplett verunsichert", sagte er nach dem Schlusspfiff. Stocker sprach davon, dass seine Elf durch eine unglückliche Situation einen Corner zugelassen habe und den Ball bei der Klärung nicht sauber aus der Gefahrenzone bekam. Danach hatte Zagersdorf zwar viel Ballbesitz, wirklich gefährlich wurde die Mannschaft aber zunächst kaum. Der Trainer fasste das klar zusammen: "Viel Ballbesitz, wenig Chancen herausgespielt." Dass der erste eigene Torschuss laut Stocker überhaupt erst in der 44. Minute kam, passte zu diesem Bild. Zur Pause lag Zagersdorf deshalb mit 0:1 zurück, obwohl Mörbisch nach Einschätzung des Trainers aus dem Spiel heraus nicht viel zuließ.
Was Zagersdorf in der ersten Hälfte vermissen ließ, kam unmittelbar nach Wiederbeginn. Manuel Lux glich in der 47. Minute zum 1:1 aus und sorgte damit sofort für neues Leben im Spiel der Gastgeber. Stocker sprach davon, dass seine Mannschaft nach der Pause "wieder mal Moral bewiesen" habe und plötzlich auch zeigte, "dass sie es anders kann". Lange hielt der neue Gleichstand allerdings nicht. Bereits eine Minute später stellte David Milenkovic auf 2:1 für Mörbisch. Zagersdorf antwortete aber wieder, Joel Schmal traf in der 55. Minute zum 2:2. Für Stocker war dieser Ausgleich verdient, weil seine Mannschaft in dieser Phase mehr vom Spiel hatte. Dennoch blieb sein Grundproblem bestehen: "Die Chancen haben wir in der zweiten Halbzeit viel zu wenig genutzt." Als Milenkovic in der 77. Minute zum 3:2 für die Gäste traf, sprach der Zagersdorfer Trainer erneut von einem Eigenfehler seiner Mannschaft. Dass Tobias Leidl in der 90. Minute noch zum 3:3 ausglich, rettete zumindest den Punkt, änderte aber wenig an Stockers grundsätzlicher Unzufriedenheit.
In der Einordnung des Ergebnisses war Stocker deutlich. "Wir spielen zu Hause, wir haben das Potenzial dazu, können es aber Woche für Woche nicht abrufen oder zumindest nicht über 90 Minuten", sagte der Trainer. Er hielt fest, dass seine Mannschaft aus seiner Sicht die stärkere gewesen sei und auch mehr Chancen herausgespielt habe. Gleichzeitig sprach er Mörbisch den Punkt nicht ab. Die Gäste seien "kompakt", "aggressiv gegen den Ball" und insgesamt "lästig" gewesen, also genau so, wie man sie erwartet habe. Sie hätten versucht zu pressen, solange die Kraft reichte, und immer wieder mit langen Bällen gearbeitet. Aus dem Spiel heraus ließ Zagersdorf nach Stockers Meinung nicht viel zu, doch in den entscheidenden Momenten machte sich die Mannschaft das Leben selbst schwer. "Wir machen uns das Leben selbst schwer durch Eigenfehler", sagte er. Für ihn war das keine einmalige Erscheinung, sondern ein Muster, das seine Mannschaft nun schon seit Wochen begleitet.
Am deutlichsten wurde Stocker bei der Analyse der eigenen Baustellen. "Die größten Schwächen und Probleme haben wir sicher momentan im Kopf selbst", erklärte er und nannte dazu auch das Umschaltspiel und die fehlende Reaktion in manchen Situationen. Gleichzeitig hob er hervor, dass die Mannschaft intakt sei und immer wieder zurückkomme. "Stärken sind auf jeden Fall die Moral, die die Mannschaft Woche für Woche zeigt", sagte er, schränkte aber sofort ein, dass diese Moral derzeit oft nur für eine gute Halbzeit reiche. Auch deshalb konnte er dem Remis nur wenig Positives abgewinnen. Zwar ist Zagersdorf seit drei Runden ungeschlagen, auf dem Punktekonto bleibt das für den Trainer aber zu wenig. "Wir belohnen uns nicht für die Investition, die wir jede Woche treiben", sagte Stocker. Zusätzlich sprach er von mehreren diskussionswürdigen Szenen und zeigte sich auch mit der Leistung des Schiedsrichters klar unzufrieden. Im Vordergrund stand für ihn aber die Selbstkritik. Nächste Woche wartet mit SC Eisenstadt 1907 ein Gegner, bei dem Zagersdorf nach eigener Einschätzung als klarer Außenseiter antritt. Vielleicht, so Stockers Hoffnung, kommt seiner Mannschaft diese Rolle diesmal sogar eher entgegen.