In der 2. Klasse Nord musste sich SV Seefestspiele Mörbisch am See im Heimspiel gegen SC UNEX Eisenstadt 1907 trotz 1:0-Pausenführung mit einem 1:1 begnügen. Trainer Gerald Kummer sah seine Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte klar im Vorteil, am Ende aber um den vollen Ertrag gebracht. Ausschlaggebend waren für ihn die ausgelassenen Chancen und eine zweite Halbzeit, in der die Gäste immer stärker wurden.

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Aus Sicht von Gerald Kummer begann die Partie so, wie es sich die Gastgeber vorgestellt hatten. Mörbisch hatte nach seinen Worten in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel und kam auch zu den besseren Möglichkeiten. "In der ersten Halbzeit waren wir überlegen, hatten mehr Torchancen, konnten sie aber nicht nutzen", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Genau darin lag für ihn schon früh der entscheidende Punkt dieses Nachmittags. Denn Kummer war überzeugt, dass seine Mannschaft das Spiel vor der Pause bereits in eine deutlich klarere Richtung hätte lenken können. Stattdessen blieb es lange offen, ehe David Milenkovic in der 44. Minute das 1:0 erzielte. Kummer bezeichnete den Treffer als "Slapstick-Tor", wichtiger war für ihn aber, dass Mörbisch seine Vorteile bis dahin nicht besser in Tore ummünzen konnte.
Mit dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie laut Kummer spürbar. Während sein Team bis in die Anfangsphase der zweiten Hälfte noch vieles ordentlich machte, kippte das Spiel danach zunehmend in Richtung der Gäste. "Bis zur 60. Minute haben das Zusammenspiel, das Ballhalten und die Aggressivität funktioniert", erklärte der Mörbisch-Coach. Danach sei seine Mannschaft aber immer mehr aus den Zweikämpfen gekommen und habe das Spiel damit selbst in die Hände von Eisenstadt gelegt. Kummer sah nun deutlich mehr Druck der Gäste und sprach auch davon, dass Eisenstadt in dieser Phase "zwei, drei Hunderter" liegen ließ. Der Ausgleich fiel schließlich in der Nachspielzeit, als David Wagner in Minute 90+1 das 1:1 machte. Für Kummer passte dieser späte Treffer zum Verlauf der zweiten Hälfte, weil Eisenstadt da bereits das Momentum auf seiner Seite hatte.
So groß der Ärger über die verpasste Führung auch war, in der Gesamteinordnung wollte Kummer das Ergebnis nicht völlig auf eine Seite ziehen. "In der ersten Halbzeit hätten wir das Match schon vorzeitig entscheiden können", sagte er, verwies aber gleichzeitig darauf, dass nach der Pause Eisenstadt die besseren Momente hatte. Deshalb fiel sein Urteil unterm Strich nüchtern aus: "Das 1:1 ist meiner Meinung nach auch verdient für beide Mannschaften." Als Hauptgrund dafür nannte er die fehlende Konsequenz im Abschluss. "Die Kaltblütigkeit vor dem Tor hat gefehlt. Zu viele Chancen wurden nicht genutzt." Über den Gegner sprach Kummer respektvoll als "junge, aggressive Mannschaft mit enormer Kraft", die bis zur 90. Minute durchhalte und mit vielen Wechselspielern nachlegen könne. Dass das bei Mörbisch wegen des Verletzungspechs nicht im selben Ausmaß möglich war, ordnete er ebenfalls ein. Lob gab es zudem für den Unparteiischen: "Der Schiedsrichter war top, weil er wenig aufgefallen ist." Für Mörbisch bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass eine starke erste Halbzeit allein nicht reicht, wenn die Belohnung vor dem Tor ausbleibt.