In der 2. Klasse Nord hat sich FC Großhöflein dem neuen Tabellenführer FC Oslip mit 1:2 geschlagen geben müssen. Die Gäste glichen nach dem Rückstand noch vor der Pause aus und legten nach dem Seitenwechsel den Siegtreffer nach. Trainer Thomas Achs machte danach vor allem den Charakter seiner Mannschaft zum Unterschied: „Der entscheidende Moment war der Wille und dieses Nicht-Aufgeben, heute nicht das Spielerische.“

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Die Partie entwickelte sich genauso, wie Achs sie unmittelbar nach dem Schlusspfiff beschrieben hat. „Zwei Mannschaften mit einer sehr guten Struktur in der Defensive, aber mit technischen Fehlern im Spielaufbau bei diesem schwierigen Geläuf“, sagte der Oslip-Trainer. Vieles lief deshalb nicht über saubere Kombinationen, sondern über Zweikämpfe, zweite Bälle und ruhende Bälle. Großhöflein ging in der 39. Minute durch Lukas Zordo mit 1:0 in Führung, Oslip fand aber noch vor der Halbzeit die passende Antwort und kam in der 44. Minute durch Marcel Lippl zum 1:1. Für Achs war bezeichnend, dass alle Tore aus Standardsituationen entstanden. „Passend zu den Platzverhältnissen waren alle drei Tore Standardtore. Großhöflein hatte einen gerechtfertigten Elfmeter, wir einmal einen Corner und einmal einen Freistoß von der Seite“, erklärte er.
Nach dem Ausgleich nahm Oslip den Schwung mit in die zweite Hälfte und blieb in einer zähen Partie konsequent. Der Lohn folgte in der 63. Minute, als Lukas Lippl das 2:1 für die Gäste erzielte. Für Achs war das kein Sieg, den man mit spielerischer Leichtigkeit erklären muss, sondern einer, den seine Mannschaft über Haltung und Disziplin gezogen hat. „Bei meiner Mannschaft haben der Wille und der Ehrgeiz sehr gut funktioniert. Wir wollten den Sieg haben. Wir haben sehr gut verteidigt“, sagte er. Dass es auf diesem Boden nicht der Tag für das gewohnte Tempospiel war, sprach er offen an. „Unser schnelles Spiel konnten wir nicht aufziehen, aber sonst war es okay.“ Genau darin sah er auch den kleinen, aber entscheidenden Vorsprung. „Heute lag der Unterschied in der Kaltschnäuzigkeit und in der Geilheit aufs Gewinnen.“
Bemerkenswert war nach dem Spiel, dass Achs den Gegner trotz der drei Punkte keineswegs kleinredete. Im Gegenteil: Der Oslip-Trainer hob ausdrücklich hervor, wie unangenehm Großhöflein über weite Strecken zu bespielen war. „Großhöflein hat eine sehr gute Grundordnung gehabt mit Nadelstichen nach vorne. Warum sie da unten stehen, hat man nicht gesehen. Hut ab, wie sie sich heute präsentiert haben“, sagte er. Auch die Leistung des Schiedsrichters ordnete er sachlich positiv ein: „Er war sehr gut. Keine großen Fehler, nur Kleinigkeiten, aber das ist normal im Fußball.“ Für Oslip bringt der Auswärtssieg nicht nur drei Punkte, sondern auch die Herbstmeisterschaft. Achs verband das mit einem klaren Lob an den ganzen Verein. „Wir sind heute Herbstmeister geworden. Das schafft man nur mit einem Verein, der an einem Strang zieht“, sagte er und stellte die Arbeit hinter den Kulissen heraus. Zufrieden zurücklehnen will man sich in Oslip deshalb aber nicht. Die Schlussbotschaft des Trainers fiel deutlich aus: „Wir haben noch lange nicht genug.“