In der 2. Klasse Süd B hat der SV Heiligenbrunn beim SC Schachendorf trotz einer starken Aufholjagd nach 0:2 noch mit 2:3 verloren. Trainer Peter Racz sprach von einem „wahnsinnig unangenehmen“ Platz, sah seine Mannschaft nach dem Ausgleich klar im Spiel und meinte sogar: „Nach dem 2:2 war unser drittes Tor in der Luft.“ Am Ende entschied aber ein Gegentor in der Nachspielzeit.

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Für Peter Racz begann die Einordnung des Nachmittags nicht beim Ergebnis, sondern schon bei den Umständen. „Wir haben auf einem fast unbespielbaren Platz gespielt. Es war ganz trocken und für beide Mannschaften wahnsinnig unangenehm“, sagte der Trainer. Dazu bekam Heiligenbrunn nach seiner Einschätzung einen Gegner, der „gut organisiert und kompakt“ auftrat und im Mittelfeld sehr laufstark war. Bis zur Pause blieb es beim 0:0, wobei Racz offen zugab, dass seine Mannschaft zunächst nicht richtig in die Partie fand. „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel nicht gut angenommen“, so der Coach. Gleichzeitig schilderte er das Spiel als offen: Schachendorf habe laut Racz ebenfalls seine Momente gehabt, unter anderem einen Stangenschuss, einen Lattentreffer und eine von der Linie geklärte Aktion. Ganz einseitig war die erste Hälfte aus seiner Sicht also nicht, aber Heiligenbrunn war noch nicht dort, wo der Trainer seine Mannschaft sehen wollte.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie dann zunächst in Richtung Gastgeber. In der 63. Minute ging Schachendorf durch ein Eigentor von Balint Horvath mit 1:0 in Führung, sechs Minuten später legte Noel Karasz zum 2:0 nach. Racz sagte zwar, dass ihm die zweite Hälfte seiner Mannschaft besser gefallen habe, doch in dieser Phase musste Heiligenbrunn dem Rückstand hinterherlaufen. „Wir mussten uns umstellen und total auf Angriff gehen“, erklärte der Trainer. Genau das brachte seine Elf aber zurück ins Spiel. Peter Saly verkürzte in der 76. Minute auf 2:1, Daniel Laszlo stellte in der 81. Minute auf 2:2. Für Racz war das die stärkste Phase seiner Mannschaft. „Nach dem 0:2 haben wir nicht aufgegeben und Supercharakter gezeigt“, sagte er. Und weiter: „Nach dem 2:2 hat es total gebrannt. Da waren wir voll motiviert, und unser drittes Tor war in der Luft.“ Dass es trotzdem nicht einmal zu einem Punkt reichte, machte das Ende aus Heiligenbrunner Sicht umso bitterer.
Wenn Racz die Niederlage auf einen Punkt herunterbrechen musste, dann kam er immer wieder auf dieselbe Schwachstelle zurück. „Unsere Abwehr war bei hohen Bällen total unsicher“, sagte er deutlich. Vor allem das 1:0 und das späte 3:2 durch Balazs Imre in der 93. Minute führte er auf diese Unkonzentriertheiten zurück. „Da müssen wir viel konzentrierter sein“, forderte der Trainer. Gleichzeitig sprach er auch eine Situation aus der ersten Hälfte an, die ihn sichtbar beschäftigte. Rund um die 35. Minute sei sein Stürmer nach seiner Wahrnehmung als letzter Mann gefoult worden, der Pfiff blieb aber aus. Racz sagte dazu: „Für mich war das eine Rote Karte oder sogar Elfmeter. Ich weiß nicht, ob es drinnen oder draußen war, aber ohne Pfiff weiterlaufen zu lassen, war für mich nicht nachvollziehbar.“ Auch mit der Linie des Unparteiischen war er insgesamt nicht einverstanden. Dass er diese Szene als spielbeeinflussend empfand, machte er klar: Mit einer Führung oder in Überzahl, meinte Racz, hätte sich die Partie für seine Mannschaft anders entwickeln können.
Trotz aller Enttäuschung über das 2:3 in der Nachspielzeit wollte der Heiligenbrunn-Trainer nicht nur Negatives mitnehmen. Gerade die Reaktion nach dem 0:2 hob er mehrmals hervor. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Lob geben“, sagte Racz. „Wir wollten die ganzen 90 Minuten Fußball spielen, und auf diesem Boden haben wir trotzdem schöne Aktionen gehabt.“ Auch deshalb tat ihm das Ende besonders weh, denn für ihn hätte die Partie nach dem Verlauf genauso gut anders ausgehen können. „Das 2:2 wäre laut Spielverlauf gerecht gewesen“, meinte er, stellte aber auch klar, dass Schachendorf seine Chancen genutzt habe. Nach Runde fünf bleibt Heiligenbrunn damit bei sieben Punkten, während Schachendorf auf sechs Zähler kommt. Racz schloss trotz seines Ärgers fair ab: „Manchmal nimmt die glücklichere Mannschaft die drei Punkte. Das war heute Schachendorf. Ich gratuliere ihnen und wünsche alles Gute für die Meisterschaft.“