In der II. Liga Süd setzte sich SV KB-Performance Rechnitz am Freitagabend mit 4:2 gegen USV Autohaus Fortmüller Neuhaus durch, wirklich zufrieden war Trainer Joachim Parapatits danach aber nicht. Seine Mannschaft hatte die Partie aus seiner Sicht lange im Griff, ließ sie nach dem 3:0 aber noch einmal unnötig offen. Vor allem die Chancenverwertung und die beiden schnellen Gegentreffer nagten am Rechnitzer Coach.

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Aus Sicht von Parapatits begann die Partie genau so, wie er sich das vorgestellt hatte. Rechnitz übernahm von Anfang an das Kommando und kam immer wieder in gute Abschlusspositionen, ohne sich dafür zunächst ausreichend zu belohnen. „Wir haben von Beginn an das Kommando übernommen, aber leider die Chancen wieder einmal nicht genützt“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Dass es zur Pause nur 1:0 stand, passte deshalb auch zu seiner Einordnung des ersten Durchgangs. Den einzigen Treffer vor dem Seitenwechsel erzielte Mathias Preinsperger in der 36. Minute. Für den Heimtrainer war das allerdings zu wenig Ertrag für die Spielanteile seiner Mannschaft. „Somit sind wir nur mit einem knappen 1:0 in die Halbzeit gegangen“, meinte Parapatits, der seiner Elf auf dem schwierigen Platz trotzdem eine gute Leistung in der Chancenerarbeitung attestierte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Rechnitz zunächst auf Kurs. Zwar kam Neuhaus nach Wiederbeginn kurz besser ins Spiel, doch genau diese Phase sprach Parapatits offen an: „Nach der Halbzeit ist der Gegner kurz aufgekommen und da haben wir kurz gewackelt.“ Wirklich gekippt war die Partie da noch nicht, weil Florian Kurtz in der 55. Minute auf 2:0 stellte und Rechnitz damit wieder für etwas mehr Ruhe sorgte. Als Julian Reiter in der 79. Minute auf 3:0 erhöhte, schien alles entschieden. Der Trainer hob diesen Treffer besonders hervor, weil der junge Spieler dabei nicht nur sein erstes Tor erzielte, sondern es laut Parapatits auch „wunderschön“ machte. Umso größer war danach der Ärger, weil Neuhaus durch David Jakab nur eine Minute später und Tobias Weber in der 82. Minute plötzlich wieder auf 3:2 herankam. „Nach dem 2:0 und vor allem nach dem 3:0 sollte die Partie fertig sein. Dann haben wir den Gegner noch einmal stark gemacht. Ein No-Go“, sagte Parapatits, der diese hektischen Minuten klar seiner eigenen Mannschaft anlastete.
Der wichtigste Moment war für den Rechnitzer Trainer deshalb auch nicht eines der ersten drei Tore, sondern der späte vierte Treffer. In der 87. Minute stellte Jan Martin Balogh auf 4:2 und beendete damit das Zittern. Parapatits schilderte die Szene als Konter, bei dem ein schöner Pass in die Tiefe den entscheidenden Angriff einleitete. „Letztendlich war das 4:2 die Entscheidung, weil wir es bis dahin offengehalten haben“, sagte er. Dass der Sieg trotz vier eigener Tore nicht für rundum gute Stimmung sorgte, hatte einen klaren Grund. „Hinten waren wir zu inkonsequent und vorne war die effiziente Chancenauswertung wieder nicht gut, auch wenn wir vier Tore gemacht haben. Da bin ich eindeutig nicht zufrieden.“ Genau dieser Zwiespalt zog sich durch seine gesamte Analyse: viel richtig gemacht, aber trotzdem unnötig Spannung hineingebracht.
Parapatits fand nach dem Spiel aber nicht nur kritische Worte. Vor allem die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft Chancen erspielte, gefiel ihm. „Die Chancenkreierung war auf jeden Fall da. Wir haben uns wieder viele Chancen erarbeitet. Das muss ich der Mannschaft hoch anrechnen“, sagte der Trainer. Gerade auf dem „extrem schwierigen Platz“ sei das keine Selbstverständlichkeit gewesen, auch wenn die Bedingungen natürlich für beide Teams gleich waren. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass Neuhaus offensiv immer wieder Nadelstiche setzte. „Der Gegner war offensiv trotzdem immer wieder gefährlich durch die schnellen Spieler. Vor allem rechts außen über Weber waren sie wirklich immer gefährlich“, erklärte Parapatits. Dass es darüber hinaus keine Nebenschauplätze gab, passte zum Abend in Rechnitz: „Der Schiedsrichter hat souverän gepfiffen.“ Unter dem Strich stehen für Rechnitz nach der vierten Runde fünf Punkte, Neuhaus bleibt bei einem Zähler. Der Sieg war also wichtig, die Worte des Trainers zeigten aber ebenso klar, woran in Rechnitz weiter gearbeitet werden muss: „Das liegt nur an uns, dass wir den Sack früher zumachen.“