In der II. Liga Süd nahmen SV Marsch Neuberg und ASKÖ Oberdorf beim 2:2 am Ende jeweils einen Punkt mit. Aus Sicht von Oberdorf war mehr drinnen, weil die Gäste stark begannen, kurz nach der Pause in Führung gingen und trotz des zwischenzeitlichen 1:2 noch zurückkamen. Trainer Christoph Kuh sprach nach dem Spiel von einer guten ersten Halbzeit, haderte aber mit der Phase nach dem 1:0.

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Christoph Kuh gefiel vor allem, wie seine Mannschaft in die Partie kam. „Wir sind in der ersten Halbzeit sehr gut ins Spiel gestartet, haben diszipliniert verteidigt und hatten sicher auch ein Chancenplus“, sagte der Oberdorfer Trainer. Als Belege nannte er einen Weitschuss von Luka Dragovic und einen Kopfball von David Irmes. Aus seiner Sicht wäre schon vor der Pause eine Führung möglich gewesen. Dass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging, passte daher nur bedingt zum Gefühl der Gäste. Oberdorf war ordentlich in der Ordnung, ließ sich auf den erwarteten Gegner ein und hatte nach Kuhs Einschätzung sogar die besseren Möglichkeiten.
Was Oberdorf im ersten Durchgang noch verpasst hatte, holte die Mannschaft kurz nach dem Seitenwechsel nach. In der 51. Minute brachte Luka Klisanin die Gäste mit 1:0 in Führung. Genau dieser Start in die zweite Hälfte schien das Spiel zunächst in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch Kuh sah danach den Knackpunkt des Abends. „Die Phase nach dem 1:0 hat uns gefehlt. Da haben wir Neuberg vielleicht zu viel vom Spiel überlassen“, sagte er. Neuberg wurde stärker, glich in der 63. Minute durch Florian Steinbauer aus und ging in der 79. Minute durch Rafael Stepinac sogar 2:1 in Führung. Dazwischen blieb bei Oberdorf noch das Gefühl, dass beim Stand von 1:1 auch ein Elfmeter möglich gewesen wäre.
Dass die Gäste nach dem Rückschlag nicht auseinanderfielen, hob ihr Trainer ausdrücklich hervor. „Nach dem 2:1 haben wir Moral gezeigt“, sagte Kuh, und tatsächlich kam Oberdorf rasch zurück. Nur drei Minuten nach dem Neuberger Führungstor stellte David Zsolt Irmes in der 82. Minute auf 2:2. Damit war die Partie wieder offen, und aus Sicht der Gäste blieb sogar noch das Gefühl, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Kuh verwies auf eine Abseitsentscheidung nach dem Ausgleich, die aus seiner Sicht noch einmal eine Wendung hätte bringen können. „Nach dem 2:2 hätten wir noch die Chance auf das 3:2 gehabt, aber da wurde Abseits gepfiffen“, meinte er. Gleichzeitig blieb er in seiner Einordnung sachlich: „Wenn wir vielleicht das 2:0 gemacht hätten, wäre das Momentum zu uns gekippt. Am Ende muss man mit dem Unentschieden aber auch zufrieden sein.“
Abseits der nackten Punkteteilung nahm Kuh aus Neuberg auch Dinge mit, auf die Oberdorf aufbauen will. Der Trainer sprach davon, dass Umstellungen in der Formation geholfen hätten und es dadurch besser funktioniert habe als in den beiden Spielen davor. „Darauf kann man für die nächsten Spiele aufbauen“, sagte er. Den Gastgeber hatte Oberdorf genau so erlebt, wie es erwartet worden war: „Defensiv kompakt und sehr zweikampfstark.“ Auch den Schiedsrichter beurteilte Kuh insgesamt ausgewogen. „Bis auf ein, zwei Aktionen hat er das Spiel sehr gut laufen lassen“, sagte er und nannte die Elfmeter- und die Abseitsentscheidung als strittige Szenen. Unter dem Strich blieb für Oberdorf damit ein Auswärtspunkt, der sich nach dem Verlauf zwischen Ärger über verpasste Möglichkeiten und Anerkennung für die eigene Reaktion einordnen lässt.