In der 1. Klasse Mitte hat die WSG Wietersdorf gegen den SV Steuerberg ein 2:2 geholt und dabei zweimal einen Rückstand wettgemacht. Trainer Roman Kerschhakl sprach nach dem Schlusspfiff von einem „richtig guten Erste-Klasse-Spiel“ und vor allem von einer Partie, in der seine Mannschaft Moral gezeigt habe. Genau das war an diesem Nachmittag der rote Faden: Wietersdorf kam immer wieder zurück und blieb bis zuletzt am Drücker.

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Der Nachmittag entwickelte sich genau so, wie Kerschhakl ihn schilderte: offen, intensiv und mit ständigen Wechseln. Steuerberg ging in der 25. Minute durch Daniel Wernig mit 1:0 in Führung, Wietersdorf fand aber noch vor der Pause die passende Antwort. Lan Gojak stellte in der 37. Minute auf 1:1, damit war zur Halbzeit wieder alles offen. Nach dem Seitenwechsel legten die Gäste erneut vor, wieder war es Daniel Wernig, der in der 59. Minute zum 1:2 traf. Wietersdorf musste also ein zweites Mal einem Rückstand nachlaufen und kam erst spät zurück. In der 84. Minute erzielte Nejc Koler per Kopf das 2:2, jenes Tor, das Kerschhakl später als „einen richtigen Charaktertreffer“ bezeichnete. Damit gewann die Partie in der Schlussphase noch einmal eine neue Richtung, weil die Gastgeber nach dem Ausgleich wieder das aktivere Team waren und auf den dritten Treffer drängten.
Gerade diese Reaktion gefiel dem Wietersdorfer Trainer am meisten. „Wir haben heute Moral bewiesen“, sagte Kerschhakl, der in beiden Aufholjagden mehr sah als nur die bloßen Tore. Für ihn war klar zu erkennen, „dass wir das Spiel nicht verlieren wollten“. Aus einem 0:1 machte seine Mannschaft ein 1:1, aus einem 1:2 noch ein 2:2, und genau daraus leitete er seine Bewertung der Leistung ab. Der Punkt sei deshalb nicht nur wegen des Spielverlaufs verdient gewesen, sondern auch wegen der Haltung der Mannschaft. „Wir haben Charakter bewiesen, wir haben Moral bewiesen“, sagte Kerschhakl, der seinen Spielern ausdrücklich gratulierte. Dass Wietersdorf nach dem Ausgleich nicht nur verwaltete, sondern weiter nach vorne spielte, passte für ihn ins Bild. „Zum Schluss waren eigentlich wir noch am Drücker“, meinte der Trainer, der sogar das Gefühl hatte, dass seine Mannschaft das 3:2 mehr wollte als der Gegner.
Die Einordnung des Trainers fiel aber nicht nur über die eigene Moral aus, sondern auch über die Qualität des Gegners. Steuerberg sei „eine junge, giftige Mannschaft“ gewesen, immer präsent, zweikampfstark und mit schnellem Umschalten. Gerade das bereitete Wietersdorf Probleme. „Wir haben leichte Ballverluste in der Vorwärtsbewegung gehabt, und die haben das richtig gut ausgenutzt“, erklärte Kerschhakl. Deshalb war seine Zufriedenheit mit dem Punkt am Ende gut nachvollziehbar. „Das war wahrscheinlich die beste Mannschaft, gegen die wir bis jetzt gespielt haben“, sagte er. Gleichzeitig sah er aber auch den Bereich, in dem für seine Mannschaft noch mehr drin gewesen wäre. Aus zentralen Positionen habe es „zwei, drei gute Abschlussmöglichkeiten“ gegeben, in denen Wietersdorf zu kleinlich geblieben sei. Ein Haken zu viel oder noch einmal der Pass nach außen statt des Abschlusses – genau dort fehlte laut Kerschhakl die letzte Konsequenz, um aus dem offenen Spiel vielleicht sogar einen Sieg zu machen.
Diskussionen gab es aus Sicht des Trainers trotzdem noch. Kerschhakl verwies auf einige Entscheidungen des Schiedsrichters, die ihm nicht gefallen hätten. Auffällig war aber, dass er diese Punkte nicht zum Hauptthema machte. „Es war jetzt nichts Spielentscheidendes“, stellte er klar und rückte damit wieder die eigene Leistung in den Vordergrund. Unter dem Strich blieb für Wietersdorf ein 2:2, das Kerschhakl als gerechtes Ergebnis eines „richtig guten Erste-Klasse-Spiels“ wertete. Für seine Mannschaft kann dieser Nachmittag vor allem wegen der gezeigten Bereitschaft etwas wert sein, weil sie gegen einen starken Gegner zweimal zurückkam, sich nicht hängen ließ und sich den Punkt mit viel Einsatz noch sicherte.