Der 1. Klasse Mitte-Schlager zwischen SV Wernberg und SV Steuerberg hielt, was das Tabellenbild versprach. Der Zweite setzte sich am Samstag mit 2:0 durch, brauchte dafür aber viel Geduld und laut Trainer Michael Lattacher starke Nerven. Vor allem vor der Pause erspielte sich Wernberg die besseren Chancen, nach dem Seitenwechsel musste der Gastgeber lange warten, ehe Philipp Ronacher in Minute 89 alles klarmachte.

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Dass diese Partie kein Selbstläufer werden würde, bekam Wernberg laut seinem Trainer praktisch mit dem Anpfiff gezeigt. „In der ersten Minute hatten wir gleich einen Weckruf“, sagte Michael Lattacher und meinte damit eine Großchance der Gäste, die Torhüter Alexander Moser gekonnt entschärfte. Auch danach kam Steuerberg gut in die Begegnung. „Die ersten 15 Minuten gehörten Steuerberg“, hielt der Wernberg-Coach fest. Erst danach kippte das Geschehen Schritt für Schritt mehr in Richtung der Hausherren. Lattacher sprach von einer eigenen Druckphase, in der Philipp Ronacher und Co. gleich drei Großchancen vorfand und Wernberg zudem noch einen Lattenschuss verzeichnete. Die Gastgeber waren damit im ersten Durchgang die Mannschaft, die sich die klareren Möglichkeiten erarbeitete und immer wieder am Führungstor anklopfte.
Die Belohnung für diese stärkere Phase kam dann unmittelbar vor dem Seitenwechsel. In Minute 44 traf Tim Notersberg sehenswert zum 1:0 und gab dem Spiel damit genau jenen Verlauf, den sich Wernberg nach der schwierigen Anfangsphase erarbeitet hatte. Lattacher fand dafür eine klare Erklärung: „Die Energieleistung von Tim Notersberg hat uns auf die Siegerstraße geführt.“ Für den Trainer war dieses Tor keine zufällige Einzelaktion, sondern die Folge eines insgesamt konzentrierten Auftritts. „Wir waren von Anfang an fokussiert, haben über die Stärken von Steuerberg Bescheid gewusst und dagegengehalten“, sagte er. Einen einzelnen Moment, in dem das Spiel plötzlich kippte, wollte er deshalb gar nicht groß herausheben. Vielmehr sah er seine Mannschaft über weite Strecken gut vorbereitet und in den entscheidenden Situationen einen Tick gefährlicher. „Wir haben verdient gewonnen, weil wir die klareren und besseren Torchancen hatten“, so Lattacher.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann wieder etwas. Steuerberg machte Druck und zwang die Heimischen dazu, wachsam zu bleiben. Wernberg blieb aber keineswegs nur hinten drin, sondern setzte immer wieder Nadelstiche. „Wir sind durch Konter immer wieder brandgefährlich geworden“, sagte Lattacher, der gleichzeitig den großen Schönheitsfehler seines Teams offen ansprach. „Wir haben etwas zu lange gebraucht, um das 2:0, vielleicht sogar das 3:0 zu machen, und mussten bis zur 89. Minute leiden und zittern.“ Genau diese fehlende Konsequenz in der Chancenauswertung nannte er auch als klarstes Verbesserungspotenzial. Dass es bis kurz vor Schluss eng blieb, lag für ihn aber auch an einem guten Gegner. „Wolfgang Pitschko hat seine Mannschaft sehr gut eingestellt“, sagte der Wernberg-Trainer. Besonders Daniel Wernig und Manuel Egger hob er heraus. Wernig habe „wieder gezeigt, welch guter Fußballer er ist“, Egger sei „ständig ein Gefahrenherd“ gewesen. Erst als Philipp Ronacher in Minute 89 das 2:0 nachlegte, war die Partie entschieden.
Entsprechend zufrieden fiel die Bilanz in Wernberg aus, auch weil der Erfolg über das einzelne Spiel hinaus Bedeutung hat. „Die mannschaftliche Geschlossenheit“ sei die größte Stärke seiner Elf, betonte Lattacher. Dass seine Mannschaft nun seit 14 Spielen ungeschlagen ist und damit den gesamten Herbst ohne Niederlage beendet, sei für ihn kein Zufall. „Es sind Freunde am Werk. Jeder kämpft für jeden“, sagte der Trainer. Er stellte den Sieg und die Serie auch in einen größeren Zusammenhang und verwies auf die Entwicklung des gesamten Vereins mit seinen 18 Nachwuchsmannschaften. „Ein großer Dank gilt unserem Obmann Manuel Blüm und seinem gesamten Vorstandsteam“, sagte Lattacher, der die Arbeit im Hintergrund ausdrücklich hervorhob. Wernberg geht damit als Tabellenzweiter und mit viel Selbstvertrauen in die Winterpause. Der Plan für die nächsten Wochen ist laut Trainer klar: durchschnaufen, gezielt vorbereiten und „im Frühjahr weiterhin angreifen“, um die starke Herbstrunde zu bestätigen.