In der 2. Klasse B hat der SV Obermillstatt am Samstag in Runde 22 ein 0:1 gegen den Rothenthurn 1b in ein 3:1 gedreht. Nach zähem Beginn bei heftigem Wind blieb die Heimelf ruhig, traf nach der Pause dreimal und ließ hinten wenig zu. Trainer Thomas Herndl sprach von 90 Minuten Dominanz, lobte Doppelpacker Florian Müller und betonte: Seine Mannschaft habe den Matchplan durchgezogen – samt vergebener Elferchance in der Schlussminute. Mit nun 32 Punkten festigt Obermillstatt Rang sechs, Rothenthurn hält bei 15 Zählern.

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Die Partie begann bei turbulentem Wind, der geordnete Aktionen auf beiden Seiten von Beginn an erschwerte. „Der Wind war wirklich extrem stark. Vor allem in der ersten Halbzeit war es fast unmöglich, geordnet zu spielen“, schilderte Thomas Herndl. Effizienter präsentierten sich zunächst die Gäste: In Minute 12 stellte Janis Pflügl nach Ballgewinn und sauberer Kombination auf 0:1 – zur Pause lag Obermillstatt zurück. Herndl blieb dennoch gelassen: „Wir waren übers ganze Spiel dominant und hatten viel Ballbesitz.“ Nach dem Seitenwechsel legte die Heimelf zu, spielte flacher und schneller. In der 66. Minute kam der verdiente Ausgleich: Florian Müller nickte zum 1:1 ein. „Der Ausgleich hat uns Rückenwind gegeben“, sagte Herndl. Obermillstatt blieb am Drücker, Florian Müller drehte die Partie in der 74. Minute mit seinem zweiten Treffer. Nur vier Minuten später legte die Heimelf nach: Georg Bliem stellte in der 78. Minute auf 3:1. Eine mögliche Vorentscheidung der Gäste verhinderte zuvor eine starke Laufleistung in der Rückwärtsbewegung: „Einmal läuft Joshua Ogertschnig den allein durchbrechenden Stürmer ab und verhindert das 0:2“, so der Trainer. In der Schlussminute gab es noch einen Elfmeter für die Hausherren, der jedoch vergeben wurde – am Heimsieg änderte das nichts.
Der Obermillstätter Trainer machte den Wendepunkt klar fest: „Der wichtigste Moment war der Ausgleich. Ab da ging es nur noch in eine Richtung.“ Besonders freute ihn, wer das Spiel kippte: „Ich musste Florian Müller in der 30. Minute für den verletzten Matthias Krammer bringen – umso schöner, dass er mit zwei Kopfballtoren das Spiel entschieden hat.“ Herndl hob zudem die Entwicklung im Spiel der Gastgeber hervor: „Wir sind früh in Rückstand geraten und trotzdem nie hektisch geworden. Wir haben am Matchplan festgehalten.“ In Hälfte eins versuchte es Obermillstatt laut Coach zu oft mit langen Bällen, nach der Pause kam der Auftritt, den er sehen wollte: „In der zweiten Halbzeit haben wir fast nur noch flach gespielt, mit Tempo. Damit ist der Gegner oft nicht mitgekommen.“ Beim 2:1 lobte Herndl die Entschlossenheit seines Stürmers: „Florian ist ohne Rücksicht auf sich selbst in den Ball gegangen und hat sich nicht abhalten lassen – große Klasse.“ Dass die Mannschaft auch defensiv wach blieb, passte ins Bild: viel Ballbesitz, geduldiges Spiel und in den entscheidenden Minuten eiskalt.
Trotz des klaren Ergebnisses fand Herndl anerkennende Worte für die Gäste: „Rothenthurn ist eine junge, hungrige Mannschaft, die viel Wert auf schönen Ballbesitzfußball legt. Mit Robert Suprun als Trainer hat die Mannschaft noch mehr Struktur bekommen.“ Der Tabellenstand spiegle das Potenzial nicht wider, meinte er mit Blick auf die 15 Punkte. Auch zum Unparteiischen äußerte er sich fair: „Wenig Auffälligkeiten, grundsätzlich sehr gut und auf der Höhe.“ Einzig der Elfmeter in der Nachspielzeit war für ihn strittig – laut Herndl lag kein Foul vor. Einfluss auf das Ergebnis hatte die Szene aber nicht, weil der Strafstoß vergeben wurde. Unterm Strich überwog die Zufriedenheit: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir die drei Punkte gegen einen starken Gegner geholt haben.“ Zum Schluss setzte Herndl noch ein Statement, das im Unterhaus Gewicht hat: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft – bei uns verdient noch immer kein Spieler auch nur einen Cent. Das unterscheidet uns von vielen.“ Mit dem 3:1 und inzwischen 32 Zählern hat Obermillstatt Rückenwind – und die Gewissheit, dass Geduld und Klarheit im eigenen Spiel auch an windigen Tagen zum Ziel führen.