In der 2. Klasse B hat Seeboden Juniors 1b gegen SV Obermillstatt mit 1:3 verloren. Die Gäste erwischten einen kuriosen Start, mussten den schnellen Ausgleich hinnehmen und bogen die Partie noch vor der Pause wieder auf ihre Seite. Trainer Thomas Herndl sah ein Spiel auf Augenhöhe, in dem am Ende vor allem die Kompaktheit seiner Mannschaft und die bessere Chancenverwertung den Ausschlag gaben.

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Die Partie brauchte kaum Anlaufzeit. Schon in der 2. Minute ging Obermillstatt in Führung, und Herndl sprach später von einem „sehr kuriosen Beginn“. Nach einem Rückpass ließ sich der Seebodner Tormann laut dem Trainer zu viel Zeit, klärte schlecht ins Zentrum und Jonas Oberzaucher setzte den Ball mit einer hohen, fast schon harmlos wirkenden Flugkurve Richtung Tor. „Der Ball fiel dann irgendwie mit dem Tormann gemeinsam hinein“, schilderte Herndl diese frühe Szene. Lange hielt der Vorsprung aber nicht, weil Seeboden in der 10. Minute durch Jan Erik Tscheru zum 1:1 kam, nachdem die Gäste den Ball nicht entscheidend wegbrachten. Danach entwickelte sich laut Herndl ein ausgeglichenes Spiel, in dem Obermillstatt aber die besseren Möglichkeiten hatte. Besonders in Erinnerung blieb dem Trainer ein Stangentreffer per Kopf von Christoph Müller. Kurz vor der Pause belohnten sich die Gäste dann doch noch, als eben dieser Christoph Müller nach einem Eckball das 2:1 erzielte. Herndl fand die Szene durchaus bemerkenswert: Seeboden habe bei dieser Standardsituation viel Aufmerksamkeit auf den Spieler gelegt, „aber er musste nicht einmal springen, um das Tor zu machen“.
Für Herndl lag der Schlüssel nicht in einem einzelnen Moment, auch wenn das 2:1 natürlich Gewicht hatte. „Den einen entscheidenden Moment gab es nicht, weil es sehr lange offen war“, sagte der Obermillstatt-Coach. Viel wichtiger sei gewesen, dass seine Mannschaft den eigenen Plan konsequent durchzog. „Wir wollten das Spiel nicht machen, sondern auf ihre Fehler reagieren und das Zentrum kompakt zustellen“, erklärte er. Gerade nach der Pause habe das gut funktioniert. Herndl sah seine Elf „extrem kompakt“ und sprach davon, dass man Seeboden bis auf zwei Chancen in den letzten Minuten kaum gefährlich vors Tor kommen ließ. Gleichzeitig fand er auch einen Punkt, der ihm noch nicht gefiel. Nach Ballgewinnen sei Obermillstatt im Umschalten oft zu überhastet gewesen und habe Konter nicht sauber ausgespielt. „Da hätten wir die Partie schon früher entscheiden können“, meinte er. Dass es trotzdem beim Auswärtssieg blieb, lag dann auch an der letzten Aktion: Als Seeboden in der Nachspielzeit alles nach vorne warf, machte Matthias Krammer nach einem schnellen, direkten Angriff das 3:1 und damit endgültig den Deckel drauf.
Ein Sonderlob verteilte Herndl an die Flügel. Weil ihm nach eigener Aussage kein einziger nomineller Außenspieler zur Verfügung stand, musste er mit Fabian Esterl und Alexander Hofer improvisieren. „Die haben das wirklich souverän gelöst und extrem stark gemacht“, sagte der Trainer, der in dieser Personalfrage also umdenken musste und genau dort eine sehr ordentliche Antwort bekam. Auch über den Gegner sprach er mit viel Respekt. Er habe Seeboden nach zwei Beobachtungen schwächer erwartet, diesmal aber eine „sehr starke“ Mannschaft gesehen. Vor allem im Zentrum und über den linken Flügel mit Adrian Gütler seien die Gastgeber immer wieder gefährlich geworden. Selbst bei den strittigen Szenen blieb Herndl im Ton sachlich. Aus seiner Sicht wurde Obermillstatt ein klarer Elfmeter verwehrt, auf der anderen Seite sei die Abseitsentscheidung vor dem möglichen 2:2 für Seeboden glücklich gewesen. Unterm Strich überwog für ihn aber etwas anderes: „Hier werden noch viele Mannschaften Punkte liegen lassen.“ Für Obermillstatt zahlt sich dieser Auftritt jedenfalls aus, denn nach Runde sieben hält der SV bei 18 Punkten und bleibt damit in der Spitzengruppe der Liga voll dabei.