Im Spitzenspiel der 2. Klasse B hat SV Obermillstatt zuhause gegen FC Rennweg mit 1:0 gewonnen und sich für einen klaren Plan belohnt. Trainer Thomas Herndl ließ tief verteidigen, nahm dem Tabellenführer die Steilpässe und sah seine Elf diesen Auftrag konsequent umsetzen. Das entscheidende Tor erzielte Stefan Huber nach einer kurz abgespielten Ecke mit einem Abschluss, den Herndl selbst als „Traumtor“ bezeichnete.

Foto von Ian Taylor auf Unsplash
Herndl machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass Obermillstatt die Partie ganz bewusst in eine Richtung ziehen wollte, die dem Gegner nicht liegt. „Wir wollten heute kein spektakuläres Spiel. Wir wollten in einem kompakten 5-4-1 tief verteidigen und Rennweg genau diese Steilpässe hinter die letzte Kette nehmen“, sagte der Trainer. Genau so entwickelte sich die Partie dann auch. Rennweg hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, doch aus Sicht des Obermillstätter Trainers sprang daraus kaum echter Ertrag heraus. Zur Pause stand es 0:0, und dieses Ergebnis passte zum Bild auf dem Platz. Die Gastgeber standen tief, verteidigten geschlossen und ließen nur wenig zu. Herndl brachte es nach Schlusspfiff deutlich auf den Punkt: „Rennweg hatte eigentlich keine einzige Chance aus dem Spiel heraus.“
Lange Zeit sprach tatsächlich vieles für eine jener Partien, in denen ein einziges Detail den Ausschlag gibt. „Es hat sehr lang nach einem 0:0 ausgeschaut“, sagte Herndl, der zwischenzeitlich selbst damit rechnete, dass es beim Remis bleiben könnte. Der Knackpunkt kam dann in der 62. Minute, als Stefan Huber das 1:0 erzielte. Besonders war nicht nur der Treffer selbst, sondern auch seine Entstehung. Obermillstatt spielte einen Eckball kurz ab, obwohl Herndl, wie er offen zugab, „eigentlich kein Fan von kurz abgespielten Eckbällen“ ist. Umso höher fiel sein Lob für den Abschluss aus. Huber traf laut seinem Trainer „aus fast unmöglichem Winkel mit einem Traumtor ins lange Kreuzeck“. Nach diesem Treffer war das Vertrauen beim Obermillstätter Coach da, dass seine Mannschaft das Spiel auch wirklich über die Linie bringen würde.
Dass es am Ende beim knappen 1:0 blieb, passte für Herndl dennoch nicht in jedem Punkt perfekt zum Spiel. Den größten Anteil am Sieg schrieb er klar seinem Defensivverbund zu. „Wir haben neunzig Minuten verteidigt. Wir haben in einem kompakten, tiefen Block gemeinsam kommuniziert, gemeinsam herausgeschoben und gemeinsam verteidigt“, sagte der Trainer. Wenn ein Spieler herausrücken musste, sei dahinter sofort abgesichert worden. Genau darin sah er den Schlüssel zum Erfolg. Ganz zufrieden war er trotzdem nicht, weil seine Mannschaft vor allem zu Beginn noch nervös am Ball gewesen sei und ihre Konter später nicht sauber zu Ende gespielt habe. „Wir hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen“, meinte Herndl und verwies auf zwei bis drei hochkarätige Möglichkeiten, die ungenutzt blieben. Ein Sonderlob gab es für Torschütze Stefan Huber, der erst am Freitag wieder grünes Licht bekommen hatte. „Er hat nicht nur ein Traumtor geschossen, sondern auch gekämpft, gerackert und aggressiv die Zweikämpfe geführt. Für mich war er der Man of the Match“, sagte der Obermillstatt-Trainer.
Herndl ordnete den Erfolg nach dem Spiel nüchtern, aber sehr überzeugt ein. „Ballbesitz gewinnt keine Spiele“, sagte er zu einer Partie, in der Rennweg viel am Ball war, gegen den tiefen Block der Gastgeber aber laut seiner Einschätzung zu einfallslos blieb. Auch den Auftritt des Unparteiischen bewertete der Trainer positiv und sprach von einer „super Leistung“, weil das Spiel mit Ruhe und Souveränität geführt worden sei. Für Obermillstatt ist dieser Heimsieg jedenfalls mehr als nur ein knappes 1:0. Nach acht Runden hält der SV nun ebenso bei 21 Punkten wie Rennweg und hat gezeigt, dass man auch mit einer klar defensiven Ausrichtung ganz große Wirkung erzielen kann. Wenn die Mannschaft den starken Zusammenhalt in der Defensive konserviert und im Umschalten sauberer wird, dürfte dieser Nachmittag für die kommenden Wochen noch einiges an Bedeutung bekommen.