In der 11. Runde der 2. Klasse B hat SV Draschitz dem Spitzenreiter SV Obermillstatt beim 2:2 einen heißen Nachmittag geliefert. Nach dem späten 2:1 in der Nachspielzeit war der Heimsieg schon greifbar, ehe praktisch mit der letzten Aktion noch der Ausgleich fiel. Trainer Ahmet Pekel sprach danach von einem bitteren Punktverlust und meinte: "In der 93. Minute hatten wir drei Punkte, in der 94. haben wir zwei verloren."

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Dass Draschitz dem Tabellenführer so lange Paroli bieten konnte, war für Pekel keine Selbstverständlichkeit. Der Trainer musste nach eigenen Angaben auf vier Stammspieler verzichten und baute deshalb sogar die Viererkette komplett um. Dazu standen vier Spieler unter 18 Jahren in der Startelf. Umso zufriedener war er mit dem Auftreten seiner Mannschaft. "Überlegen war keiner", sagte Pekel über die erste Halbzeit und verwies vor allem auf die Ordnung gegen den Ball. Seine Mannschaft stand aus seiner Sicht gut, hielt die Räume eng und arbeitete defensiv sehr sauber. Gerade gegen einen Gegner, der es oft mit langen Bällen versuchte, war diese Disziplin für den Draschitzer Coach der Schlüssel dazu, dass Obermillstatt nur schwer in einen richtigen Rhythmus kam.
Der Rückstand fiel in der 22. Minute dennoch. Clemens Herndl brachte Obermillstatt nach einer Ecke mit 1:0 in Führung, und Pekel sprach in dieser Szene offen von einem Manndeckungsfehler. Viel mehr wollte er seiner Mannschaft aber nicht ankreiden, weil sie nach diesem Gegentor nicht die Ordnung verlor. Draschitz blieb bei seinem Plan, arbeitete weiter eng am Gegner und kam kurz vor der Pause selbst zurück. In der 43. Minute war es Patrick Nischlwitzer, der ebenfalls nach einem Standard zum 1:1 traf. Pekel nannte diesen Ausgleich "ein wichtiges Tor vor dem Pausenpfiff", weil seine Mannschaft damit nicht nur wieder auf Gleichstand war, sondern auch die Bestätigung bekam, dass der Plan gegen den Favoriten aufgehen konnte. In der Kabine gab der Trainer dann die Linie für die zweite Hälfte klar vor: weiterspielen, die Räume zumachen und die wichtigsten Obermillstätter Akteure noch enger kontrollieren.
Auch nach der Pause sah Pekel vieles, was ihm gefiel. Er sprach davon, dass sich der Gegner weiter schwertat, weil Draschitz kompakt blieb und mit Viererkette sowie den beiden Sechsern viel wegräumte. Nur im Umschaltspiel sah er Luft nach oben. "Da haben wir heute ein bisschen Probleme gehabt", sagte er, und genau dort verortete er auch die Möglichkeit, früher Tore nachzulegen. Dazu kam für ihn noch eine strittige Szene in Halbzeit zwei, als eine Abseitsentscheidung gegen seine Mannschaft fiel. Pekel war überzeugt, dass es kein Abseits gewesen sei, schob aber gleich nach: "Kann passieren." Die ganz große Dramatik kam dann in der Nachspielzeit. In der 93. Minute traf der 17-jährige Maximilian Proprenter nach einem Pass in die Tiefe zum 2:1, und plötzlich lag der Heimsieg vor Draschitz. Doch die Freude hielt kaum an. Nur eine Minute später glich Matthias Krammer zum 2:2 aus. Pekel beschrieb die Entstehung so, dass seine Mannschaft nach der Führung nicht mehr konsequent genug nachschob, Obermillstatt den langen Ball spielen konnte und dann ein Stellungsfehler folgte.
Trotz des späten Ausgleichs überwog bei Pekel neben dem Ärger auch der Stolz auf seine Mannschaft. Gerade unter den personellen Umständen wollte er den Auftritt ausdrücklich herausstreichen. "Die Jungs haben viel gelaufen, die taktische Disziplin war super heute", sagte der Draschitz-Trainer und lobte besonders, wie geschlossen seine Mannschaft gegen den Ball gearbeitet habe. Er sprach sogar davon, dass seine Defensive über weite Strecken nahezu fehlerfrei gewesen sei, mit Ausnahme der Szene vor dem 0:1. Dass am Ende trotzdem nur ein Punkt blieb, schmerzte ihn sichtbar, weil der Tabellenführer tatsächlich am Rande seiner zweiten Saisonniederlage stand. Pekel nahm aus dem Spiel aber auch Zuversicht mit. "Ich bin stolz auf ihre Leistung", sagte er über seine Mannschaft und gab zugleich die Richtung für die nächsten Wochen vor: Draschitz wolle weiterarbeiten und die letzten drei Partien vor dem Herbst positiv abschließen.