Runde 23 in der 2. Klasse C brachte für das Liebenfels - Future Team gegen den HSV ein deutliches 5:1. Dabei starteten die Gäste mit einem Blitztor, ehe die Hausherren das Spiel noch vor der Pause drehten und nach Seitenwechsel davonzogen. HSV-Trainer Christian Anton Fellner sprach von einem Nachmittag zum rasch Vergessen: "Es gibt Spiele in einer Saison, die man am besten schnell abhakt und aus dem Kopf bringt." Seine Mannschaft habe nach starkem Beginn den Faden verloren – und Liebenfels nutzte die eigenen Momente eiskalt.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, da stellte Stefan Trinker auf 0:1 und der HSV hatte die Partie auswärts in der Hand. "Wir sind gut gestartet, druckvoll, haben nach zwei Minuten 1:0 geführt und in den ersten zehn Minuten noch zwei, drei große Chancen gehabt, die wir nicht genutzt haben", blickte Fellner zurück. Der Knackpunkt aus seiner Sicht folgte kurz darauf: In Minute 13 glich Vasile-Calin Patrascan aus – laut Fellner "nach einem Konter über die rechte Seite und einem herrlichen Weitschuss ins linke Kreuzeck". Von da an kippte die Partie. Alexander Herzog drehte sie mit dem 2:1 in der 30. Minute endgültig, zur Pause lag Liebenfels 2:1 voran. Nach dem Seitenwechsel blieb der Gastgeber am Drücker: Wieder Herzog erhöhte in Minute 53 auf 3:1, Patrascan legte in der 75. das 4:1 nach, und Kilian Köfler setzte mit dem 5:1 in der 85. Minute den Schlusspunkt.
Der HSV-Coach suchte die Gründe nicht lange. "Nach dem 1:1 ist bei uns der Faden gerissen. Wir waren nicht mehr präsent am Platz. Die Abstimmung zwischen den Reihen hat nicht gepasst, wir waren immer einen Schritt zu kurz." Seine Mannschaft habe das eigene, gewohnte Spiel nicht mehr auf den Platz gebracht, während Liebenfels zunehmend Sicherheit gewann. "Sie wollten den Sieg mehr", sagte Fellner ohne Umschweife. Taktisch sah er große Lücken: "Die ganze Raumaufteilung und die Präsenz am Platz waren einfach nicht da." Diskussionsstoff abseits des Sportlichen gab es keinen: "Die Schiedsrichterleistung war absolut in Ordnung." So blieb als nüchterne Erkenntnis, dass die liegen gelassenen Möglichkeiten vom Start weg und der Bruch nach dem Ausgleich die Weichen stellten.
Mit dem klaren 5:1 schob sich Liebenfels in der laufenden Runde weiter in ein gefestigtes Mittelfeld und steht laut Tabelle bei 33 Punkten, während der HSV auf Rang fünf bei 39 Zählern hält. Für Fellner ist es dennoch kein Grund, alles infrage zu stellen, vielmehr ein Auftrag zur Reaktion. "Der Unterschied lag darin, dass wir unser gewohntes Spiel nicht auf den Platz gebracht haben. Aber solche Spiele gibt es immer wieder, und wir müssen schauen, dass wir nächste Woche wieder ein anderes Gesicht zeigen." Der Start zeigte, was möglich wäre – doch nach dem Ausgleich hatten die Gastgeber mehr vom Spiel, kontrollierten weite Strecken und nutzten ihre Chancen konsequent. Für den HSV gilt: Die frühen Misserfolge vor dem Tor abhaken, die Ordnung zwischen den Reihen schärfen und wieder zu jenem aktiven Auftritt finden, der zuletzt 39 Punkte gebracht hat.