In der Kärntner Liga hat SV Sportastic Spittal das Derby beim SV Seeboden am Millstättersee mit 5:2 gewonnen und in den entscheidenden Phasen seine Chancen konsequent genutzt. Nach einer 3:0-Pausenführung kamen die Gastgeber zwar noch einmal auf 2:3 heran, doch Spittal antwortete erneut. Sportlicher Leiter Wolfgang Oswald fasste den Unterschied nach dem Schlusspfiff so zusammen: "Wir wollten den Sieg einfach mehr."

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Oswald sprach nach dem Derby von einem offenen Spiel, das lange keineswegs nur in eine Richtung lief. "Die ersten dreißig Minuten waren von beiden Mannschaften mit viel Einsatz und auch mit Top-Chancen auf beiden Seiten geprägt", sagte der sportliche Leiter. Dann aber drehte Spittal genau in jener Phase auf, die am Ende den Grundstein für den Auswärtssieg legte. In der 34. Minute brachte Ziga Anzelj die Gäste mit 1:0 in Führung, nachdem sich Kristijan Jelic über die Seite durchgesetzt hatte. Nur drei Minuten später legte Spittal nach: Pascal Wegscheider kam über rechts durch, Mersad Ramic sprintete auf den ersten Pfosten und verwertete zum 2:0. Damit war Seeboden erstmals richtig unter Druck. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhte erneut Anzelj auf 3:0. Oswald schilderte die Szene so: "Anzelj gewann rund zwanzig Meter vor dem Tor einen Zweikampf, ließ noch mehrere Spieler aussteigen und verwertete eiskalt ins rechte Kreuzeck."
Wer nach dem 0:3 schon an eine frühe Vorentscheidung dachte, wurde nach Wiederbeginn schnell eines Besseren belehrt. Seeboden zeigte, warum die Mannschaft bis zu diesem Spieltag noch ungeschlagen gewesen war, und kam mit viel Druck aus der Kabine. Andreas Allmayer verkürzte in der 52. Minute auf 1:3, nur drei Minuten später stellte Seid Zukic auf 2:3. Das Derby war damit plötzlich wieder völlig offen, und auch Oswald räumte ein, dass seine Mannschaft in dieser Phase Probleme bekam. "Wir sind anfangs in Schwierigkeiten geraten, weil wir zwei schnelle Gegentore erhalten haben", sagte er. Umso wichtiger war aus Sicht der Gäste die Reaktion auf diese heikle Phase. In der 62. Minute fiel das 4:2 durch ein Eigentor von Silvano Winkler, nachdem ein seitlicher Freistoß von Wegscheider scharf in den Strafraum gebracht worden war. Oswald nannte dieses Tor einen Schlüsselmoment: "Der entscheidende Moment war sicher einerseits die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit beziehungsweise das glückliche 4:2 durch ein Eigentor des SV Seeboden." Den Schlusspunkt setzte schließlich Kristijan Jelic mit dem 5:2 in der Nachspielzeit.
Für Oswald lag der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften nicht nur in den Toren, sondern vor allem darin, wie seine Elf auf schwierige Momente reagierte. "Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit war überragend", sagte er, und genau dort sah er einen entscheidenden Vorteil seiner Mannschaft. Noch wichtiger war für ihn aber, dass Spittal nach dem schnellen Doppelschlag der Gastgeber nicht auseinanderfiel. "Wichtig war, dass wir beim 3:2 Ruhe bewahrt und dann noch mit dem vierten und fünften Tor geantwortet haben", erklärte Oswald. Dazu kam aus seiner Sicht die bessere Verwertung der Möglichkeiten. "Heute waren wir die Glücklicheren, weil wir aus unseren Chancen die Tore gemacht haben, Seeboden nicht", meinte der sportliche Leiter. Gleichzeitig fand er auch anerkennende Worte für den Gegner. Seeboden sei "eine sehr starke Mannschaft mit einer sehr, sehr starken Offensive" und habe an diesem Nachmittag gezeigt, warum das Team davor noch ohne Niederlage gewesen war.
Zum Gesamtbild dieses Derbys gehörte für Oswald aber nicht nur der Spielverlauf, sondern auch der Rahmen. "Es war wirklich ein Fußballfest mit 800 Zuschauern", sagte er und verwies damit auf eine Kulisse, die dem Spiel die passende Bühne gab. Auch das Schiedsrichterteam bekam von ihm ein klares Lob. "Sie waren sehr konzentriert und hatten das Spiel trotz der großen Zuschaueranzahl immer im Griff", so Oswald. Ganz ohne Kritik an der eigenen Mannschaft kam seine Bilanz trotzdem nicht aus. "Wir wollten dieses Derby eigentlich zu null spielen, aber das ist uns nicht gelungen", stellte er klar. Gerade darin steckt für Spittal der Punkt, an dem weiterzuarbeiten sein wird. Der Sieg in Seeboden fiel deutlich aus, doch er war nicht das Ergebnis eines durchgehend ruhigen Nachmittags. Er entstand aus einer starken Phase vor der Pause, aus Effizienz vor dem Tor und aus der Fähigkeit, nach dem 3:2 nicht die Nerven zu verlieren.