Zwölf Tore, große Moral und ein versöhnlicher Heimabschied: In der Unterliga West trennte sich der SV Seeboden am Millstättersee vom SV Raika Greifenburg mit 6:6. Nach 0:4-Rückstand und sogar 3:6 drehte Seeboden im letzten Heimspiel noch einmal ordentlich auf. Trainer Damir Kukic sprach von einer starken Reaktion seiner jungen Truppe und hob vor allem die zweite Halbzeit hervor. Dreifach-Torschütze Seid Zukic und der späte Ausgleich von Julian Payer setzten den Schlusspunkt unter ein wildes Remis.

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Der Nachmittag begann für Seeboden mit einem Schlag ins Kontor. Greifenburg nutzte seine ersten klaren Möglichkeiten eiskalt: Tobias Boris Mikulan stellte in Minute 16 auf 0:1, Sven Obergantschnig legte in der 23. das 0:2 nach. Als Elias Schmidpeter (30.) und David Thalmann (33.) binnen kurzer Zeit auf 0:4 erhöhten, roch es nach einem gebrauchten Tag für den Tabellenführer. Doch Seeboden fand noch vor der Pause ein wichtiges Lebenszeichen: Seid Zukic traf in der 37. zum 1:4, mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabinen. „Es war unser letztes Heimspiel, wir wollten uns bedanken und man hat gemerkt, dass die Burschen unbedingt wollten“, sagte Damir Kukic. „Aber nach einer langen Saison und mit unserer sehr jungen Mannschaft war anfangs etwas Verkrampfung drinnen.“
Aus der Halbzeit kam Seeboden wie ausgewechselt. Wieder Zukic verkürzte in der 52. Minute auf 2:4, Andreas Allmayer stellte nach einer Stunde (63.) den Anschluss zum 3:4 her. „In der zweiten Halbzeit haben wir den Gegner wirklich dominiert. Wir hätten den Ausgleich früher machen und sogar in Führung gehen können“, betonte Kukic. Doch Greifenburg blieb gefährlich: Miha Cerne konterte zum 3:5 (73.), Mikulan schob kurz darauf zum 3:6 (76.) ein. Seeboden antwortete sofort – Hanno Morgenstern (77.) und der überragende Zukic mit seinem dritten Treffer (81.) machten daraus ein 5:6. In der Schlussphase belohnte sich die Heimelf endgültig für ihr Anrennen: Julian Payer traf in der 88. Minute zum umjubelten 6:6. „Der Offensivdrang, das Herz und der Wille – das zeichnet uns aus. 80 Prozent unserer Mannschaft sind eigene, junge Buben. Die haben heute alles rausgehaut“, sagte der Coach zufrieden.
Der Weg zu diesem Punkt war für Kukic vor allem eines: ein Beweis der Charakterstärke. „Nach 30 Minuten 0:4 hinten – da kommt man normalerweise nicht mehr zurück. Dass wir trotzdem wieder im Spiel waren, macht mich sehr stolz auf die Burschen“, erklärte er. Gleichzeitig verteilte der Seeboden-Trainer Komplimente an die Nachbarn: „Greifenburg ist eine Top-Mannschaft mit einem sehr guten Trainer und starken Leuten vorne wie Mikulan, hinten mit Kvesic bombensicher. Da so zurückzukommen, ist sensationell.“ Auch das Schiedsrichterteam bekam Lob: „Das Trio war heute hervorragend.“ Wer näher am Sieg war? „In der zweiten Hälfte eher wir, aber nach dem Verlauf geht das Remis in Ordnung“, so Kukic. Angesichts des offenen Schlagabtauschs ohne großen Druck – Kukic sprach von einer Partie, in der „für beide fast nichts mehr am Spiel stand“ – fühlte sich das 6:6 am Ende wie ein gerechter Schlussakkord an. Seeboden bleibt damit an der Spitze und verabschiedete sich mit einem turbulenten Heimfinale von den eigenen Fans.