In der Unterliga West hat sich SV Raika Greifenburg im Derby gegen SV Union Lind mit einem 0:0 begnügen müssen. Viel Tempo und klare Aktionen waren in der zweiten Runde nur phasenweise zu sehen, am Ende blieb vor allem der Eindruck zweier verunsicherter Mannschaften. Trainer Raphael Neuhauser sprach danach von einem „gerechten Unentschieden“ und sah die größten Baustellen in der Vorwärtsbewegung.

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Das Spiel entwickelte sich von Beginn an so, wie Raphael Neuhauser es nach dem Abpfiff beschrieben hat: „Zwei verunsicherte Mannschaften haben gegeneinander gespielt, auf mäßigem Niveau, mit wenig Selbstvertrauen auf beiden Seiten.“ Entsprechend blieb vieles Stückwerk, und auch der Halbzeitstand von 0:0 passte genau zu diesem Bild. Keine der beiden Mannschaften konnte dem Derby früh ihren Stempel aufdrücken oder über längere Phasen Kontrolle übernehmen. Zwar war auf beiden Seiten immer wieder zu sehen, dass ein einzelner gelungener Angriff das Spiel hätte kippen können, doch insgesamt blieb es eine zähe Angelegenheit. Neuhauser sprach deshalb auch ganz bewusst von einem „gerechten Unentschieden“, weil weder SV Raika Greifenburg noch SV Union Lind den entscheidenden Nachweis liefern konnte, an diesem Abend mehr verdient zu haben.
Die besten Möglichkeiten des Spiels waren zugleich jene Momente, in denen die Partie hätte aufbrechen können. Zunächst kam SV Union Lind zu einer Großchance, bei der ein Spieler allein vor dem Tormann auftauchte, den Ball aber nicht im Tor unterbrachte. Auf der anderen Seite bot sich SV Raika Greifenburg nahezu die identische Situation. Nach einem Ball über die Seite und einem Pass in die Mitte war ebenfalls ein Spieler allein vor dem Tormann, doch auch diesmal wurde der Ball verfehlt. Neuhauser schilderte diese beiden Szenen fast spiegelbildlich und machte damit klar, warum es am Ende torlos blieb. „Auf beiden Seiten wurden ein bis zwei Großchancen ausgelassen, und danach plätscherte das Spiel so dahin“, sagte der Trainer. Genau das war der Kern dieses Abends: Die wenigen richtig guten Möglichkeiten waren da, wurden aber nicht genutzt.
Aus Sicht von SV Raika Greifenburg nahm der Trainer trotzdem einen kleinen Fortschritt mit. „Läuferisch waren wir im Gegensatz zum ersten Spiel um einiges besser“, sagte Raphael Neuhauser und hob damit einen Bereich hervor, in dem seine Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht hat. Gleichzeitig fiel seine Analyse klar und ohne Ausflüchte aus. „An der Chancenauswertung und am Passspiel ist noch zu arbeiten“, stellte er fest. Noch deutlicher wurde er bei der Frage, was für einen Sieg gefehlt hat: „Der unbedingte Wille, ein Tor machen zu wollen, beziehungsweise viel besser in der Vorwärtsbewegung. Das müssen wir in den nächsten Spielen besser machen, um drei Zähler mitzunehmen.“ Damit war auch die Linie seiner Bewertung klar. Der Punkt ist kein Ergebnis, das bei SV Raika Greifenburg für große Zufriedenheit sorgt, aber eines, das die Baustellen sehr deutlich offengelegt hat.
Auch für den Gegner fand Neuhauser klare Worte, ohne das torlose Derby künstlich größer zu machen als es war. „SV Union Lind ist wie immer schwer zu bespielen, überhaupt in einem Derby“, sagte der Trainer. Er beschrieb SV Union Lind als kompakte Mannschaft, die tief steht, gut verteidigt und wenig zulässt. Das deckte sich mit dem Verlauf dieser Partie, in der auf beiden Seiten kaum längere Druckphasen entstanden und vieles im Ansatz stecken blieb. Diskussionen über den Unparteiischen gab es laut Neuhauser nicht, „die Schiedsrichterleistung war in Ordnung“. Nach zwei Runden halten damit sowohl SV Raika Greifenburg als auch SV Union Lind bei einem Punkt. Für SV Raika Greifenburg geht es nach diesem 0:0 nun darum, die verbesserte Laufarbeit in den kommenden Spielen mit mehr Klarheit am Ball und mehr Durchschlagskraft nach vorne zu verbinden.