In der Unterliga West hat Sportverein FC Dölsach gegen Rapid Lienz mit 7:2 gewonnen. Dabei lagen die Gäste nach frühem Rückstand noch mit 2:1 vorne, ehe ihnen die Partie rund um die Pause entglitt. Trainer Georg Peter Rohracher machte nach dem Schlusspfiff genau diese Phase als Knackpunkt aus: „Wir haben zwanzig Minuten verschlafen. Und das geht sich nicht aus.“

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Aus Sicht von Rapid begann die Begegnung zunächst so, wie es der Spielstand schon früh zeigte: Dölsach erwischte den besseren Start und ging in der 9. Minute durch Pascal Obergantschnig mit 1:0 in Führung. Rohracher sah danach aber eine klare Reaktion seiner Mannschaft. Martin Herbert Neunhäuserer glich in der 16. Minute zum 1:1 aus, Daniel Gomig brachte die Gäste in der 34. Minute sogar mit 2:1 nach vorne. Der Rapid-Trainer hatte genau in dieser Phase das Gefühl, dass seine Mannschaft das Spiel im Griff hatte. „Danach fanden wir besser ins Spiel, haben das Spiel gedreht und hatten Chancen zum 3:1“, sagte Rohracher. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht, dass Philipp Hochegger in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch das 2:2 erzielte und damit die gute Ausgangslage der Lienzer wieder zunichtemachte.
Dass Rapid nach einer ordentlichen ersten Hälfte am Ende mit fünf Toren Unterschied verlor, erklärte Rohracher vor allem mit der Phase direkt vor und nach dem Seitenwechsel. Das 2:2 durch Philipp Hochegger in Minute 45+2 und das schnelle 3:2 kurz nach Wiederbeginn waren für ihn die entscheidenden Momente. „Die Spielentscheidung waren die Treffer kurz vor der Pause und kurz nach der Pause“, sagte der Trainer und ergänzte, dass dem Treffer unmittelbar nach dem Wechsel aus seiner Sicht ein Elfmeter vorausgegangen sei. Danach lief die Partie den Gästen komplett davon. Obergantschnig stellte in der 47. Minute auf 3:2, Hochegger erhöhte in der 51. Minute auf 4:2, Raphael Wibmer traf in der 56. Minute zum 5:2. Als Hochegger in der 66. Minute noch einmal nachlegte und Thomas Zraunig nur eine Minute später das 7:2 folgen ließ, war aus einem offenen Spiel längst eine klare Angelegenheit geworden. Rohracher formulierte es deutlich: „Danach waren wir dreißig Minuten nicht vorhanden und kassierten vier oder fünf Tore in Folge.“
In der Analyse wollte der Rapid-Coach die klare Niederlage nicht auf Nebenschauplätze schieben. Zwar sprach er von einem Handspiel des gegnerischen Tormanns außerhalb des Strafraums, das aus seiner Sicht „ein bisschen fragwürdig“ gewesen sei, und auch die Rote Karte in der 71. Minute gegen Martin Herbert Neunhäuserer stufte er als nicht zwingend ein. Einen Vorwurf an den Schiedsrichter machte er daraus aber ausdrücklich nicht. „Der Schiri war nicht schuld, dass wir verloren haben“, stellte Rohracher klar. Für ihn lag der Unterschied vielmehr in den einfachen, aber entscheidenden Dingen. „Die Bissigkeit und der Wille zum Sieg“ hätten bei seiner Mannschaft gefehlt, sagte er. Gleichzeitig bescheinigte er Dölsach einen klar besseren Auftritt in den Grundtugenden: „Der Gegner war von der Laufbereitschaft und von der Intensität her um eine Klasse stärker als wir.“ Genau dort setzte auch sein Fazit an. Wer nach einer 2:1-Führung rund um die Pause den Faden verliert und danach über längere Zeit nicht präsent ist, kann in dieser Liga kein Ergebnis mitnehmen. Für Rapid bleibt deshalb weniger der ordentliche Zwischenstand in Erinnerung als vielmehr eine zweite Halbzeit, in der das Spiel komplett aus der Hand glitt.