Nach einem späten Nackenschlag im Duell des SV GG Haringsee mit SK Spannberg in der 1. Klasse Nord ordnet Co-Trainer Patrick Jelemensky die Lage ein. Die 95 umkämpften Minuten endeten für Haringsee mit Frust über einen späten Gegentreffer und Ärger über zwei strittige Szenen. Zwischen den Zeilen schwingt viel Anerkennung für den eigenen Auftritt mit klaren Feldvorteilen mit – sowie der Hinweis auf schmerzhafte Ausfälle in der Offensive. Der Tenor: engagiert, aber enttäuscht nach einem Spiel, das aus Haringseer Sicht anders hätte ausgehen können.

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Die entscheidende Szene fiel in der 89. Minute, als Daniel Starnberger für Spannberg zum 0:1 traf. Kurz darauf sah der Spannberger Nicolas Pulz Gelb-Rot – die Partie lief inklusive fünf Minuten Nachspielzeit bis zur 95. Minute aus. Jelemensky brachte die Haringseer Gefühlslage knapp auf den Punkt: "Gerecht war das Ergebnis nicht. Wir waren grundsätzlich die bessere Mannschaft und haben einige gute Chancen liegen lassen. Und dass man dann eine Minute vor Schluss das 0:1 bekommt, ist natürlich bitter." Aus seiner Sicht stand Haringsee über weite Strecken stabil, kontrollierte den Ball und trug das Spiel nach vorne – nur der eigene Treffer fehlte, ehe die Partie kurz vor Schluss eine bittere Wendung nahm.
Neben der Enttäuschung über das späte Gegentor rückte Jelemensky zwei Entscheidungen in den Fokus: ein aberkanntes Tor und ein ausbleibender Strafstoß. "Spielentscheidend war sicher, dass ein reguläres Tor fälschlicherweise wegen Abseits zurückgenommen wurde und uns ein klarer Elfmeter nicht gegeben wurde." Unabhängig von dieser Debatte blieb der Eindruck einer Mannschaft, die sich Chancen herausspielte, aber an der letzten Konsequenz scheiterte.
Trotz des Ausgangs attestierte Jelemensky seinem Team einen guten Auftritt: "Die Leistung der eigenen Mannschaft war grundsätzlich gut. Das Einzige, wo man kritisch sein muss, ist die Chancenauswertung in der Offensive." Dass es vorne hakte, erklärt er auch mit der Personalsituation: "Gerade in der Offensive sind einige Leistungsträger ausgefallen, und unsere zwei offensiven Mittelfeldspieler sind derzeit beim Bundesheer und fehlen uns leider." In der Spielkontrolle sah er klare Vorteile auf Haringseer Seite: "Das war ganz klar unser Team. Deswegen hätten wir uns zumindest einen Punkt gewünscht – eigentlich hätten wir das Spiel gewinnen können, ja, gewinnen müssen." Einen Spieler des Tages wollte er nicht hervorheben. Zum Gegner merkte Jelemensky an: "Grundsätzlich habe ich die Spannberger spielerisch schon stärker erlebt in den letzten Jahren. Aber einen schlechten Tag hat man immer mal in der Meisterschaft." So bleibt aus Haringseer Sicht das Gefühl, viel richtig gemacht zu haben, ohne sich dafür zu belohnen – und die Gewissheit, dass mit mehr Effizienz und komplettem Personal der Weg rasch wieder zu Punkten führen kann.