Im Duell der 1. Klasse Nord zwischen SC mapo Marchegg und SV AUST-BAU Großkrut sah Trainer Horst Winkler ein Spiel mit zwei Gesichtern: vor der Pause fehleranfällig und zäh, danach sichtbar aktiver. In Runde 17 betonte er den Einfluss der Wechsel, sprach von klaren Möglichkeiten und einem insgesamt ausgeglichenen Gesamtbild – mit der nüchternen Einschätzung, dass man das Erreichte annimmt, die angespannte Personaldecke im Blick behält und die positiven Ansätze aus Hälfte zwei mitnimmt.

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„In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften kein gutes Spiel gezeigt. Großkrut ging nach einem Abpraller durch Benjamin Bruckner mit 1:0 in Führung – da haben wir meiner Meinung nach schlecht reagiert“, so Winkler. Seine Diagnose: „Wir waren zu ballanfällig, mit vielen Fehlpässen. Nach der Pause wurden wir durch die Auswechslungen aktiver und auch torgefährlicher. Aus meiner Sicht war die zweite Halbzeit in Ordnung, die erste nicht.“
Großkrut ging in der 45. Minute durch Benjamin Bruckner mit 1:0 in Führung; mit diesem 0:1 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel glich Oliver Slivka in der 62. Minute zum 1:1 aus. Besonders präsent blieben zwei Großchancen für Marchegg: In der 25. Minute vergab Adam Yilmaz nahezu frei vor dem leeren Tor beim Stand von 0:0, und nach dem Seitenwechsel zielte Marcel Jass bei 1:1 nach starker Brustannahme knapp vorbei. Winklers Bilanz: „Wir hatten zwei hundertprozentige und noch einige Halbchancen in Hälfte zwei, bei Großkrut habe ich dagegen keine echte Torchance gesehen.“
Im Gefühl für die Statik des Spiels blieb der Coach klar: „Insgesamt war es ausgeglichen. Wir waren nur aktiver und haben nach vorne mehr Akzente gesetzt, das Ballverhältnis schätze ich bei etwa fünfzig zu fünfzig ein.“ Auch im körperlichen Duell „war überhaupt kein Unterschied zu sehen“. Aus der eigenen Elf hob er die defensive Achse hervor: Innenverteidiger Martin Holzreiter und Andrej Vasko gaben Stabilität, Adam Yilmaz überzeugte rechts hinten. Zum Gegner meinte er: „Großkrut konnte uns heute nicht wirklich fordern.“
Wesentlich für die Einordnung war die personelle Lage. Winkler erklärte: „Uns haben vier Unterschiedsspieler gefehlt: Baris Turan, Dejan Lacarak, Nik Ablinger und Stefan Marinkovic – das ist nicht leicht zu kompensieren. Als Mannschaft haben wir das dennoch gut gemacht, damit kann man zufrieden sein. Jetzt müssen wir schauen, wer nächste Woche wieder retour kommt.“ Der Ausblick macht Hoffnung: „Ablinger kommt sicher retour, Baris ist wieder da. Bei Lacarak müssen wir abwarten, und bei Marinkovic wird es nach seinem Muskelfaserriss noch etwas dauern.“ Ein Extralob verteilte der Trainer an das Schiedsrichterteam: „Die Leistung war top – Gott sei Dank hat man in dieser Klasse einen guten Landesliga-Schiedsrichter. Genau so stellt man sich das vor.“