In der 1. Klasse Nord hat sich ATSV W.E.B Auersthal am Samstag mit 3:1 gegen SV Bad Pirawarth durchgesetzt. Nach einer ausgeglichenen und torlosen ersten Hälfte zog Auersthal nach Seitenwechsel davon und fand laut Co-Trainer Karl Pikal genau dann in die Partie, als es nötig war. "Das 1:0 war ein Befreiungsschlag", sagte er nach dem Schlusspfiff. Damit entschied vor allem die zweite Halbzeit diese Partie.

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Wer nur auf das 3:1 schaut, könnte meinen, dass Auersthal von Beginn an alles im Griff hatte. So schilderte es Pikal aber nicht. Die ersten Minuten seien eher verhalten gewesen, beide Mannschaften hätten sich zunächst abgetastet, und große Möglichkeiten habe es in der ersten Hälfte auf beiden Seiten kaum gegeben. "Die ersten fünfzehn Minuten waren nicht so berauschend. Da waren wir nicht wirklich gut im Spiel", sagte der Co-Trainer. Danach habe sich seine Mannschaft aber besser gefunden. Auch wenn es bis zur Pause beim 0:0 blieb, hatte Pikal das Gefühl, dass Auersthal Schritt für Schritt mehr Kontrolle bekam. "Nach fünfzehn Minuten war es von uns sehr gut, und wir haben das Spiel kontrolliert", erklärte er. Das passt auch zu seinem Eindruck einer ersten Halbzeit, die zwar ausgeglichen war, in der sich seine Elf aber zunehmend stabilisierte.
Richtig sichtbar wurde das gleich nach Wiederbeginn. Josef Fellner brachte Auersthal in der 46. Minute mit 1:0 in Führung, und genau dieses Tor hob Pikal später besonders hervor. "Das 1:0 war ein Befreiungsschlag", sagte er. Der Treffer löste die Gastgeber, und nur sechs Minuten später legte Halil Günay mit dem 2:0 nach. Pikal sprach von einem "super Start" in die zweite Halbzeit und meinte damit genau diese Phase, in der aus einer offenen Partie plötzlich ein Spiel mit klarer Richtung wurde. Bad Pirawarth blieb allerdings dran. Als Manuel Öller in der 64. Minute auf 2:1 verkürzte, wurde es laut Pikal "ein-, zweimal brenzlig". Auersthal ließ sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen. In der 74. Minute stellte Günay mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 3:1, und damit war der alte Abstand wiederhergestellt. "Dann war eigentlich der Sack zu", brachte es Pikal passend auf den Punkt.
Entscheidend war für Pikal nicht nur der Doppelschlag nach der Pause, sondern vor allem die Art, wie seine Mannschaft gearbeitet hat. "Unsere größte Stärke war die Disziplin und das Kämpferische. Das war sehr, sehr gut", sagte er. Gerade weil Bad Pirawarth aus seiner Sicht ein unangenehmer und kompakter Gegner war, misst er dieser Leistung einiges bei. "Man muss Bad Pirawarth wirklich ein Kompliment machen. Die haben auch sehr, sehr gut gespielt und sind eine gute Mannschaft." Umso wichtiger sei gewesen, dass Auersthal nach der Pause hinten wenig zuließ. Abgesehen vom Gegentor nach einem Abwehrfehler habe seine Mannschaft deutlich besser verteidigt und die Partie dann ordentlich über die Bühne gebracht. Auch mit der Spielleitung war Pikal zufrieden. Der Schiedsrichter habe "sehr okay" und ruhig gepfiffen, ohne zusätzliche Hektik in die Begegnung zu bringen.
Ganz ohne Ansatzpunkte für Verbesserungen ging Pikal trotz des Heimsiegs nicht vom Platz. Vor allem im Abschluss sieht er noch Luft nach oben. "Wir haben immer genug Chancen, da müssen wir kaltschnäuziger werden", sagte der Co-Trainer. Gerade weil Auersthal nach seiner Einschätzung über längere Phasen die Kontrolle hatte, wäre aus seiner Sicht also sogar noch mehr möglich gewesen. Am Gesamteindruck änderte das aber nichts. Nach dem 0:0 zur Pause legten die Gastgeber eine starke zweite Halbzeit hin, holten mit dem 3:1 den nächsten Dreier und bleiben in der 1. Klasse Nord mit 28 Punkten an der Spitze. Der Auftritt passte damit genau zu Pikals Bilanz dieses Nachmittags: zuerst Geduld, dann mehr Zugriff und nach dem ersten Treffer der entscheidende Schub zum Sieg.