In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat ESV Keyif Krems am Freitagabend gegen USC Fels mit 2:3 verloren. Für Fels war es ein Sieg, der laut Trainer Marko Micanovic vor allem mit dem Blitzstart zu tun hatte. „Diesmal war es umgekehrt“, sagte er nach der Partie, weil seine Mannschaft nicht einem Rückstand hinterherlaufen musste, sondern selbst früh vorne lag und daraus viel Selbstvertrauen zog.

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Die Gäste hatten genau den Beginn, den man sich als Trainer nur wünschen kann. Patrick Klaffl brachte Fels schon in der 1. Minute mit 1:0 in Führung, nach 16 Minuten legte Harun Catic das 2:0 nach. Micanovic sah darin den ersten großen Schlüssel für den späteren Auswärtssieg. „Wir hatten einen sehr guten Start. Wir sind gleich zu Beginn in Führung gegangen. Das, was uns normalerweise passiert, haben wir diesmal selbst geschafft“, sagte er. Der Trainer hatte früh das Gefühl, dass sich die Partie in die richtige Richtung drehen würde. „Eigentlich gleich zu Beginn. Ich habe die Anspannung und die Willenskraft schon beim Aufwärmen gespürt. Wir wussten, was das Spiel für uns bedeutet.“ Ganz ruhig wurde der Abend für Fels trotzdem nicht, weil Ivan Minev in der 27. Minute für Krems auf 1:2 verkürzte. Noch vor der Pause gelang den Gästen aber die passende Antwort: Patrick Klaffl traf in der 38. Minute zum 3:1, mit diesem Spielstand ging es auch in die Kabinen.
Micanovic machte nach dem Spiel nicht nur die frühen Tore aus, sondern auch die Art, wie seine Mannschaft die Aufgabe angegangen ist. Fels wusste laut dem Trainer, dass auf der anderen Seite viel Qualität im Ballbesitz wartet. „Wir waren sehr kompakt gegen den Ball. Wir wussten, dass der Gegner extrem spielstark ist“, erklärte er. Genau deshalb habe seine Mannschaft versucht, Krems nicht ins Spiel kommen zu lassen und immer wieder hoch zu stören. „Wir haben versucht, uns dagegen zu wehren, sie tief rauszupressen und unsere Stärken auszuspielen, nämlich die Schnelligkeit und den großen Platz“, sagte Micanovic. Aus seiner Sicht ist das über weite Strecken gelungen, vor allem in der ersten Hälfte, als Fels den Matchplan sauber auf den Platz brachte. Dass sich die Partie nach dem frühen 1:0 so entwickelte, habe seiner Mannschaft zusätzlich geholfen. „Wir sind mit Selbstbewusstsein in die Partie gegangen und das hat uns danach einiges erleichtert, weil wir diesmal nicht einem Rückstand hinterherjagen mussten.“
Was in der ersten Halbzeit noch recht klar für Fels lief, wurde nach dem Seitenwechsel zu einem echten Abnützungskampf. Micanovic formulierte es deutlich: „Dann war es in der zweiten Halbzeit tatsächlich ein Kampf.“ Seine Mannschaft brachte nach vorne nicht mehr genug Entlastung zusammen und machte damit den Gegner wieder stark. „Man sollte in der Lage sein, diese Führung zum Schluss wirklich rüberzubringen und nicht so zu zittern, wie wir es in der zweiten Halbzeit gemacht haben“, meinte der Trainer. Spätestens nach der Roten Karte gegen Orhan Beluli in der 84. Minute wurde die Schlussphase noch heikler, ehe Ivan Minev in der 87. Minute für die Gastgeber auf 2:3 stellte. Micanovic sprach nach dem Spiel von dem Platzverweis, der seiner Mannschaft wehgetan habe, hielt die Entscheidung des Unparteiischen aber nicht für den Knackpunkt. „Der Schiedsrichter hat das solide gemacht, die Rote Karte war gerechtfertigt“, sagte er. So musste Fels bis zum Ende zittern, rettete den knappen Vorsprung aber über die Zeit.
Gerade deshalb war die Erleichterung beim Trainer nach dem Schlusspfiff groß. Micanovic hob weniger das Ergebnis an sich hervor als vielmehr die Tatsache, dass sich seine Mannschaft diesmal für ihren Aufwand wirklich belohnt hat. „Ich bin extrem stolz auf meine Mannschaft, dass wir uns endlich das erkämpft haben und uns selbst belohnt haben“, sagte er. In den vergangenen Wochen habe Fels immer wieder Phasen gehabt, in denen der Ertrag trotz Arbeit ausblieb. Dieses Mal war es anders. „In den letzten Partien haben wir immer wieder damit zu kämpfen gehabt und diesmal haben wir uns endlich für unsere harte Arbeit belohnt.“ Genau deshalb dürfte dieser Auswärtssieg in Krems für Fels mehr Wert haben als nur die drei Punkte, auch wenn Micanovic nach dem späten Gegentor klar anmerkte, woran seine Mannschaft noch arbeiten muss: Führungen ruhiger und sauberer zu Ende spielen.