In der 1. Klasse Nordwest feierte der ATSV Hollabrunn beim UFC Wildendürnbach einen 3:1-Auswärtssieg – getragen von Einsatz, Disziplin und klugen Nadelstichen gegen die langen Ballbesitzphasen des Gastgebers. „Es war 90 Minuten ein Kampf“, sagte Trainer Roland Haider, der seine Elf als geduldiges, konsequent verteidigendes Team sah. Zur Pause stand es 1:1, nach dem Seitenwechsel legte Hollabrunn zu und machte in der Nachspielzeit alles klar. Die Tore der Gäste gingen auf das Konto von Lulzim Fejzulai, Yakubu Shaibu und Ruschan Maksuti.

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Die erste Hälfte folgte genau jenem Bild, das Roland Haider später beschrieb: Der Gegner hatte über weite Strecken mehr vom Ball, Hollabrunn blieb kompakt und wartete auf seine Momente. In Minute 38 nutzte Wildendürnbach diese Überlegenheit und ging durch Manuel Schütz mit 1:0 in Führung. „Das 1:0 war ein Stellungsfehler in der Abwehr“, ordnete Haider die Szene nüchtern ein. Seine Mannschaft ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und arbeitete weiter hart gegen den Ball. Kurz vor dem Pausenpfiff fiel der wichtige Ausgleich: In Minute 45 staubte Lulzim Fejzulai zum 1:1 ab. Haider dazu: „Das 1:1 war gestochert, der Ball ist zum Glück vor die Füße eines unserer Spieler gefallen, und der hat ihn über die Linie gedrückt.“ Mit dem 1:1 zur Halbzeit war für Hollabrunn die Ausgangslage wieder offen.
Mit Beginn der zweiten Hälfte zeigte Hollabrunn genau das, was Haider als Plan skizziert hatte: kompakt stehen, dann eiskalt zuschlagen. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff war es so weit: In der 49. Minute traf Yakubu Shaibu zum 1:2. „Das 2:1 war gut rausgespielt, sauber aufgelegt für Yakubu“, freute sich der Trainer über den gelungenen Angriff. Wildendürnbach drängte in der Folge, doch Hollabrunn hielt dagegen, gewann viele Zweikämpfe und blieb bei Kontern gefährlich. Ganz am Ende machten die Gäste den Deckel drauf: In der 95. Minute stellte Ruschan Maksuti auf 1:3. Haider schilderte die Szene knapp, aber treffend: „Das 3:1 war dann ein Konter am Schluss, der Tormann war weit heraußen – das haben wir super verwertet.“
Worin lag für den Hollabrunn-Trainer der Schlüssel zum Sieg? Haider musste nicht lange überlegen: „Das Zweikampfverhalten – alle, die gespielt haben, haben 110 Prozent gegeben und niemand hat dem Gegner einen Meter Platz gelassen.“ Genau dieses Bild passte zum Auftritt seiner Mannschaft, die sich hinten konsequent reinarbeitete und vorne aus wenigen klaren Momenten das Maximum holte. Spielerisch, sagt Haider, sei noch Luft nach oben: „Da könnten wir ein bisschen besser werden.“ Über den Gegner wollte er sich nicht auslassen: „Über den Gegner äußere ich mich ungern, man kennt die Hintergründe nicht.“ Deutliche Worte fand er hingegen für das Gespann: „Strittige Situationen gab es keine. Der Schiedsrichter hat das sehr gut runtergepfiffen – eine Top-Leistung, die man selten sieht.“
Der 3:1-Auswärtssieg in Wildendürnbach war für Hollabrunn ein gutes Beispiel dafür, wie ein klarer Plan aufgehen kann: hinten dicht, vorne zielstrebig. Gerade die Phasen rund um den Ausgleich vor der Pause und den frühen Treffer nach Wiederbeginn zeigen, dass die Mannschaft Geduld und Timing mitbringt. Haider will das mitnehmen – und zugleich den nächsten Schritt gehen: „Spielerisch müssen wir besser werden.“ Gelingt es, die gewonnene Stabilität mit mehr Ruhe am Ball zu kombinieren, hat Hollabrunn für die kommenden Wochen eine gute Grundlage.