In der 1. Klasse Süd hat SV Weikersdorf beim ASC Leobersdorf einen 5:1-Auswärtssieg geholt, obwohl die Gäste zwischenzeitlich trotz Überzahl in Rückstand geraten waren. Trainer Wolfgang Hatzl sprach dennoch von einer über weite Strecken klaren Überlegenheit seiner Mannschaft und sah vor allem das 2:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte als entscheidenden Schritt zum später deutlichen Erfolg.

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Weikersdorf hatte laut Hatzl von Beginn an mehr vom Spiel, musste sich den Abend aber erst erarbeiten. „Wir waren über die neunzig Minuten die überlegene Mannschaft“, sagte der Trainer, schränkte aber auch ein, dass seine Elf in den ersten zwanzig Minuten aus der Feldüberlegenheit noch zu wenig machte. Es gab zwar erste Möglichkeiten, wirklich zwingend wurde es aber noch nicht. Hatzl nannte einen Kopfball von Manfred Rottensteiner, einen zu schwach geratenen Abschluss von Marco Dominkus und eine gute Gelegenheit für Maximilian Rottensteiner, der mit links am langen Eck verzog. Dann kam in der 25. Minute die Rote Karte gegen Marco Schwarz, die Hatzl klar einordnete: „Die war gerechtfertigt. Das war ein Foul ohne Chance auf den Ball.“ Noch bitterer aus Sicht der Gäste war, dass Weikersdorf trotz Überzahl durch ein Eigentor von Andreas Gruber nach einem Konter fünf Minuten darauf mit 0:1 in Rückstand geriet.
Dass Weikersdorf auf diesen Rückschlag die passende Antwort fand, war für Hatzl ein entscheidender Punkt in dieser Partie. Seine Mannschaft fing sich rasch wieder und kam in der 36. Minute durch Maximilian Rottensteiner zum 1:1. Damit war der unerwartete Rückstand korrigiert, erledigt war die Sache aber noch nicht. Erst das 2:1 durch Michael Kneißl in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, vorbereitet von Mario Cerny, brachte jene Sicherheit, von der der Trainer nach dem Spiel sprach. „Eine Vorentscheidung war das 2:1 unmittelbar vor der Pause. Das hat uns dann die Sicherheit für die zweite Halbzeit gegeben“, sagte Hatzl. Gleichzeitig verschwieg er nicht, was ihm trotz des klaren Endstands weniger gefallen hatte. „Wir haben vor der Pause viele Ballgewinne in guten Positionen gehabt und die Situationen leider nicht gut genug fertigspielen können. Und natürlich ist das 0:1 in Überzahl ärgerlich.“ Genau darin lag aus seiner Sicht der wichtigste Punkt, den seine Mannschaft trotz des Sieges mitnehmen muss.
Nach dem Seitenwechsel legten die Gäste dann noch einmal zu. Hatzl berichtete von einer Systemumstellung, nach der seine Mannschaft das Spiel „noch besser in den Griff bekommen“ habe. Zwar hatte Leobersdorf gleich nach einem Abwehrfehler der Weikersdorfer noch eine Möglichkeit, doch danach spielte fast nur noch der Tabellenzweite. In der 55. Minute traf Christopher Hatzl nach Vorarbeit von Maximilian Rottensteiner zum 3:1, und spätestens da war die Richtung endgültig klar. „Spätestens mit dem 3:1 war klar, dass wir die drei Punkte mitnehmen können“, sagte Wolfgang Hatzl. Maximilian Rottensteiner legte in der 62. Minute nach einer Unachtsamkeit in der Leobersdorfer Defensive das 4:1 nach und machte in der 66. Minute mit seinem dritten Tor des Abends alles endgültig deutlich. Dem 5:1 ging laut Hatzl eine schön gespielte Aktion über Mario Cerny und Max Weiser voraus. Damit war die Partie entschieden, weil Weikersdorf die Überzahl nun auch am Ergebnis klar ablesen ließ.
So deutlich das Resultat am Ende auch war, Hatzl ordnete den Abend nüchtern ein. Leobersdorf sei „bemüht“ gewesen, sagte der Weikersdorfer Trainer, zugleich habe man einer Mannschaft aus dem unteren Tabellenbereich angemerkt, dass in manchen Phasen zu viel misslinge. Für seine eigene Mannschaft überwog freilich der positive Befund: Rückstand weggesteckt, die Partie noch vor der Pause gedreht und nach dem Seitenwechsel konsequent fertiggespielt. Auch rund um die entscheidenden Szenen gab es für ihn wenig Gesprächsbedarf. Zur Roten Karte sagte er klar, dass es „keine Diskussion“ gegeben habe, und die Leistung des Schiedsrichters nannte er „in Ordnung“ und „unauffällig“. Mit dem 5:1 hält Weikersdorf bei 27 Punkten und bleibt damit ganz vorne dabei. Der Auftritt in Leobersdorf zeigte vor allem eines: Wenn die Gäste ihre Überlegenheit auch im Strafraum sauberer ausspielen, können sie Spiele sehr klar auf ihre Seite ziehen.