In der 1. Klasse West-Mitte traf der SV Karlstetten/Neidling im Derby auf TSU Förthof Hafnerbach. Nach einem intensiven, körperbetonten Duell sprach Trainer Marcel Zuser von einem gerechten 2:2 und hob die Bedeutung der Standards sowie die Reaktion seiner Mannschaft hervor. Prägend war die Steigerung nach der Pause – auch begünstigt durch die Überzahl nach einer Roten Karte gegen Hafnerbach. Vor vollen Rängen und auf Rasen im Topzustand entwickelte sich ein leidenschaftlicher Nachmittag, getragen von Mentalität und Derby-Emotionalität.

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Die Partie war von Beginn an zweikampfintensiv und chancenarm. „Standards waren in diesem Spiel sehr wichtig; das war uns von Anfang an klar“, betonte Zuser. Passend dazu fiel der erste Treffer nach einem ruhenden Ball: In der 23. Minute stellte Johannes Pusker für die Gäste auf 0:1 – ein Moment, der Karlstetten ärgerte. „Diesen ersten Standard haben wir nicht gut verteidigt. Daraus müssen wir Rückschlüsse ziehen, um das künftig besser zu machen.“ Kurz vor der Pause nutzte Hafnerbach die nächste Gelegenheit eiskalt: Matus Jorik vollendete in der 45. Minute einen schnellen Konter zum 0:2. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabinen – ein Resultat, das vor allem die Effizienz der Gäste widerspiegelte.
Nach dem Seitenwechsel drehte Karlstetten an mehreren Stellschrauben – und profitierte von der Überzahl nach der Roten Karte gegen TSU Förthof Hafnerbach. Mit mehr Ballbesitz und Druck auf die letzte Linie kamen die Hausherren zurück ins Spiel, erneut über eine Standardsituation: In der 60. Minute verkürzte Marcel Zuser höchstpersönlich auf 1:2. Der SVK blieb geduldig, suchte konsequent Tiefe und Präsenz im Strafraum – und wurde in der Schlussphase belohnt. In der 90. Minute egalisierte Rufi Jusufi zum 2:2 und krönte damit die beherzte Aufholjagd. „In Überzahl haben wir Überhand bekommen, Chance um Chance herausgespielt und uns das 2:2 verdient“, fasste Zuser zusammen.
Zum Derby gehörten nicht nur Tore, sondern auch Emotionen. „Es hat am Anfang gleich eine kleine Rudelbildung gegeben – das ist im Derby nicht unüblich. Wichtig ist, dass man sich danach wieder versteht am Platz“, so Zuser. Trotz aller Intensität blieb es aus seiner Sicht ein faires Spiel. Auch das Umfeld passte: Der Rasen war im Topzustand, die Kulisse stark, die Stimmung „richtig cool“. Einen einzelnen Matchwinner wollte der Trainer nicht ausrufen: „Eine Person herauszuheben, wäre nicht fair. Die Mannschaft hat als Ganzes überzeugt.“
Inhaltlich blickt er nach vorne: Die Szenen werden per Video aufgearbeitet und ins Training überführt, um die nächsten Schritte zu setzen. Nachwuchskräfte rücken nach – zuletzt auch Jonathan Samesch, der zur Pause kam und 45 Minuten absolvierte. Ein Derby mit Kanten, starken Reaktionen und einem Ergebnis, das zum Spielbild passte.