Spielberichte

"Wir haben Angst vorm Gewinnen": Neumarkt bringt Führung nicht über die Zeit

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SV Neumarkt
ASK Hausmening

In der 1. Klasse West hat sich SV Raika Essmeister Neumarkt am Sonntag mit einem 1:1 gegen ASK SAR Hausmening begnügen müssen. Für Trainer Patrick Gruber fühlte sich der Punkt nach dem Verlauf eher wie zwei verlorene Zähler an. Neumarkt war nach seiner Einschätzung über weite Strecken das aktivere Team, ging durch Marek Netolicky verdient in Führung, ließ danach das mögliche 2:0 aus und kassierte in der 88. Minute noch den Ausgleich.

Fußballspieler legt sich den Ball auf

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Viele Zweikämpfe, dann kommt Neumarkt nach der Pause besser ins Spiel

Gruber erlebte eine Partie, in der von Beginn an wenig Raum und viel Arbeit gegen den Ball gefragt war. „Die erste Halbzeit war sehr umkämpft auf beiden Seiten“, sagte der Neumarkt-Trainer und beschrieb damit genau den Charakter der ersten 45 Minuten. Viele Zweikämpfe und der Kampf um den zweiten Ball bestimmten das Bild, spielerische Leichtigkeit gab es in dieser Phase kaum. Trotzdem war aus Sicht der Gastgeber schon vor der Pause die Chance da, in Führung zu gehen, zur Halbzeit blieb es aber beim 0:0. Nach dem Seitenwechsel sah Gruber seine Mannschaft dann klar zulegen. „Vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft“, sagte er. Dazu passte auch, dass den Gastgebern in dieser Druckphase zunächst noch ein Treffer aberkannt wurde. Dass es in einer intensiven Begegnung auch Diskussionen um einzelne Entscheidungen gab, verhehlte Gruber nicht. Er sprach von harten Zweikämpfen und ein paar Abseitsentscheidungen, die nicht immer leicht nachzuvollziehen gewesen seien, stellte aber ebenso klar, dass die Leistung des Schiedsrichters für ihn „nicht spielentscheidend“ war.

Netolicky trifft, Mikula verpasst die Vorentscheidung knapp

Die Führung für Neumarkt fiel dann in der 55. Minute und entsprach dem Eindruck dieser Phase. Nach einem Freistoß blieb die Heimelf aufmerksam, setzte nach und kam noch einmal zum Abschluss. Marek Netolicky traf schließlich mit einem Schuss aus dem Rückraum zum 1:0. Gruber hob diese Szene ausdrücklich hervor, weil sie für ihn auch zeigte, dass seine Mannschaft vieles von dem auf den Platz brachte, was sie sich vorgenommen hatte. Umso größer war später der Ärger über die verpasste Chance zum zweiten Treffer. Kurz nach dem 1:0 lief Jakub Mikula alleine auf das Tor zu, brachte den Ball aber nicht im Netz unter. Gruber schilderte die Szene sehr plastisch: Der Ball sei „einen Millimeter am Tor vorbeigegangen“. Für den Neumarkt-Coach lag darin der eigentliche Knackpunkt des Nachmittags. „Wir müssen da das Spiel einfach früher eindeutig in unsere Richtung drehen“, sagte er. Genau dieses 2:0 habe gefehlt, „zu einem wichtigen Zeitpunkt“, weil es der eigenen Mannschaft Sicherheit gegeben und dem Gegner noch mehr Druck auferlegt hätte.

Attila Vida trifft spät, Gruber sieht das Problem im Kopf

Bis weit in die Schlussphase hinein hatte Neumarkt das Spiel nach Ansicht seines Trainers dennoch ordentlich unter Kontrolle. „Wir waren sehr aggressiv gegen den Ball. Wir waren super auf den Gegner eingestellt, haben dem Gegner überhaupt keine Räume gelassen“, sagte Gruber. Hausmening habe zwar kämpferisch gut dagegengehalten, offensiv aber lange kaum zur Entfaltung gefunden. Gerade deshalb traf der späte Ausgleich die Gastgeber so hart. In der 88. Minute kam der Ball nach einem hohen Zuspiel in den Strafraum, Neumarkt konnte nicht entscheidend klären, Attila Vida nutzte die Situation zum 1:1. Gruber sprach von einer unglücklichen Entstehung, bei der der Ball genau vor die Füße eines Gegners gefallen sei. Noch wichtiger war ihm aber die grundsätzliche Einordnung. „Die nötige Konsequenz in den letzten Minuten beim Verteidigen“ habe gefehlt, sagte der Trainer, ehe er sehr offen wurde: „Man hat einfach gesehen, dass wir zurzeit Angst vorm Gewinnen haben.“ Seine Mannschaft müsse in knappen Spielständen „im Kopf stärker“ werden und solche Situationen konsequenter zu Ende verteidigen. Trotzdem wollte Gruber die Leistung nicht kleinreden. Er sprach von einer „super Reaktion“ auf die Niederlage in der Vorwoche und betonte, dass im Ballbesitz und gegen den Ball „fast alles“ funktioniert habe. Deshalb blieb nach dem 1:1 neben dem Ärger über den späten Gegentreffer auch die Erkenntnis, dass Neumarkt aus dieser Partie trotz des verpassten Sieges einiges mitnehmen kann.

1. Klasse West: SV Neumarkt : Hausmening - 1:1 (0:0)

  • 88
    Attila Vida 1:1
  • 55
    Marek Netolicky 1:0