In der 2. Klasse Mostviertel hat SV CEMIX Pöchlarn-Golling gegen USV Viehdorf mit 4:0 gewonnen und damit den fünften Sieg in Folge eingefahren. Trainer Wolfgang Reissner sprach nach dem dritten Heimsieg in Serie von einem erwartbar schweren Nachmittag gegen einen unangenehmen Gegner, sah nach einer durchwachsenen ersten Hälfte aber einen verdienten Erfolg, weil seine Mannschaft nach der Pause "unsere wahre Stärke gezeigt" und die Chancen besser genutzt habe.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Reissner hatte schon in der Anfangsphase gesehen, warum er von einem schweren Spiel gesprochen hatte. Pöchlarn kam zwar früh zu seiner ersten guten Möglichkeit, als eine Ecke von Richard Frank auf Andre Zauchinger kam, der Tormann aber abwehrte. Auf der anderen Seite musste auch der Schlussmann der Gastgeber einmal eingreifen, zudem kamen die Gäste nach wenigen Minuten gefährlich in Tornähe. Die Führung fiel dann in der 18. Minute: Eine Flanke von Niklas Fuchs segelte in den Strafraum, Benjamin Schlöglhofer nahm den Ball stark mit, drehte sich und traf zum 1:0 ins kurze Eck. "Das war für uns wichtig", sagte Reissner später über diesen Treffer. Beruhigt war die Partie damit aber noch nicht. Schlöglhofer kam in der 25. und 26. Minute noch zweimal zu Abschlüssen, einmal war der Tormann zur Stelle, einmal wurde geblockt. Kurz vor der Pause hatte er erneut eine Chance, wieder war ein Bein dazwischen. Weil auch Andre Zauchinger in der Nachspielzeit der ersten Hälfte am Tormann scheiterte, ging es mit einem knappen 1:0 in die Kabinen.
Gerade deshalb maß Reissner dem zweiten Treffer so große Bedeutung bei. Nach dem Seitenwechsel hatte Viehdorf noch einmal eine Möglichkeit nach einer Distanzflanke, doch dann legten die Gastgeber nach. In der 56. Minute brachte Andre Zauchinger den Ball von rechts in die Mitte, Richard Frank köpfte zum 2:0 ein. Für den Trainer war das der Moment, in dem die Partie endgültig kippte. "Mit 2:0 war klar, dass wir dieses Spiel gewinnen werden", sagte Reissner, auch wenn er einräumte, dass noch "der eine oder andere Nadelstich" der Gäste kam. Dass seine Mannschaft hinten dennoch gut stand und die Situationen klären konnte, gefiel ihm. Wenig später lief Ali Mohammad auf der Seite durch und spielte einen scharfen Ball in die Mitte, zunächst ohne Abnehmer. In der 62. Minute machte er es dann besser und schob nach einem Stanglpass von links zum 3:0 ein. Spätestens damit war die Vorentscheidung gefallen. Eine weitere große Möglichkeit ließ Andre Zauchinger in der 65. Minute noch liegen, ehe er in der 90. Minute nach einem an Mahmut Harmanci verursachten Elfmeter im Nachschuss doch noch zum 4:0 traf.
Dass das Ergebnis am Ende so deutlich ausfiel, führte Reissner vor allem auf die zweite Hälfte zurück. "Wir haben im zweiten Spielabschnitt unsere wahre Stärke gezeigt", sagte der Trainer, der den Auftritt vor der Pause deutlich nüchterner bewertete: "Die erste Halbzeit war vielleicht nicht so berauschend." Genau diese Einordnung passte zum Bild eines Spiels, in dem Viehdorf unangenehm blieb und Pöchlarn viel Arbeit abverlangte. Reissner beschrieb den Gegner als "laufstark" und "körperbetont" und erklärte auch, warum das seiner Mannschaft nicht immer entgegenkommt. "Wir wollen lieber Fußball spielen, kombinieren", sagte er, und genau deshalb sei es schwierig geworden, sobald Viehdorf eng dran war und das Kurzpassspiel störte. Trotzdem sprach der Trainer von einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg, weil seine Mannschaft nach dem Wechsel aktiver wurde, am Drücker blieb und ihre Möglichkeiten konsequenter nutzte.
Trotz des klaren Erfolgs wollte Reissner nicht so tun, als wäre schon alles perfekt. Verbesserungspotenzial gebe es "immer wieder", sagte er, und nannte vor allem jene Situationen, in denen seine Mannschaft zu offensiv gewesen sei und damit Konter zugelassen habe. Insgesamt überwog aber natürlich das Positive. Pöchlarn holte den fünften Sieg in Folge, feierte den dritten Heimsieg hintereinander und steht damit zumindest vorläufig ganz vorne. "Das ist eine schöne Momentaufnahme für die Spieler, die sich das hart erarbeitet haben", meinte Reissner. Viel Zeit zum Zurücklehnen gibt es allerdings nicht, denn schon kommende Woche wartet für die Pöchlarner das Auswärtsspiel in Yspertal unter Flutlicht. Auch dort wolle man, so der Trainer, "auf alle Fälle schauen, dass wir ein positives Resultat mitnehmen" und die starke Serie weiter verlängern.