In der 2. Klasse Ost hat der SC Rohrau/Gerhaus gegen den FK Hainburg lange an der Überraschung geschnuppert, am Ende aber noch 1:3 verloren. Trainer Stefan Owesny sah seine Mannschaft über weite Strecken als das bessere Team, haderte aber einmal mehr mit der Chancenverwertung. Erst in der Schlussphase belohnte sich Hainburg, drehte den Rückstand und ging doch noch mit einem positiven Gefühl in die Winterpause.

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Aus Hainburger Sicht begann die Partie genau so, wie man es sich auswärts wünscht. Stefan Owesny sprach von einem richtig guten Start und machte deutlich, dass seine Mannschaft sofort das aktivere Team war. "Wir sind richtig gut in diese Partie reingestartet und haben in der Anfangsphase mehrere hochkarätige Torchancen gehabt", sagte der Trainer. Noch deutlicher wurde er beim Blick auf die ersten zwanzig Minuten: "Allein da waren es mindestens vier Topchancen auf die Führung. Das ist uns jetzt schon öfters passiert, dass wir aus einer guten Anfangsphase keinen Ertrag rausgeholt haben." Genau das war für ihn aber auch das Hauptthema des Nachmittags. Weil diese Möglichkeiten ungenutzt blieben, bekam das Spiel eine Richtung, die aus Hainburger Sicht eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Statt einer möglichen Führung stand nach 28 Minuten das 1:0 für Rohrau/G. durch Philipp Steiner, und mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Pause.
Owesny beschrieb den Gegentreffer als einen Moment, der das Spiel plötzlich kompliziert machte. "Dann gerätst du praktisch aus dem Nichts 0:1 in Rückstand. Rohrau war eigentlich bis zum Tor nicht in unserer Hälfte. Dann wird es in so einem Spiel immer schwierig", sagte er. Genau darin lag für ihn der Knackpunkt der ersten Stunde. Hainburg hatte zwar mehr vom Spiel, musste nun aber gegen einen Gegner anlaufen, der durch die Führung natürlich im Spiel blieb. Der Trainer sprach von einem Geduldsspiel, wenn nach so einem Rückstand nicht rasch der Ausgleich fällt. Rohrau überstand aus seiner Sicht die starke Anfangsphase der Gäste, hielt die Partie offen und bekam dadurch die Chance, etwas mitzunehmen. Owesny formulierte es so: Je länger solche Spiele offen bleiben, desto größer wird für einen Außenseiter die Möglichkeit, zu punkten. Wir müssen uns einfach ankreiden, dass wir zu viele Chancen brauchen.
Entscheidend war für den Hainburger Trainer, dass der Ausgleich nicht zu spät fiel. "Wichtig war, dass uns der Ausgleich noch rechtzeitig gelungen ist und wir in der Schlussphase noch genügend Zeit hatten, das Spiel zu drehen", sagte Owesny. In der 75. Minute machte Philip Satzl das 1:1. Nur eine Minute später war die Partie komplett gedreht: Martin Janecek traf zum 1:2. Damit war das Spiel, das Hainburg laut Owesny lange kontrolliert hatte, endlich auch am Ergebnisblatt in die richtige Richtung gekippt. In der Nachspielzeit sorgte Dominik Zelipsky mit dem 1:3 für die Entscheidung. Für ihn war klar: "Alles andere als ein Sieg für uns wäre heute extrem bitter gewesen, weil wir über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft waren. Auch Punktetechnisch war es wichtig an der Spitzengruppe dran zu bleiben."
Dass Hainburg den späten Sieg trotzdem noch hart erarbeiten musste, erklärte Owesny vor allem mit der mangelnden Konsequenz vor dem Tor. "Wir brauchen einfach viel zu viele Torchancen, um zu einem Torerfolg zu kommen, am herausspielen der Chancen liegt es nicht", sagte der Trainer und verwies darauf, dass dieses Thema seine Mannschaft schon den ganzen Herbst begleitet. Die Gäste machten sich das Leben damit selbst schwer, obwohl sie spielerisch vor allem in den ersten knapp 30 Minuten vieles gut lösten. Rohrau blieb dadurch im Spiel und kam laut Owesny auch noch zu ein, zwei Möglichkeiten, "die man eigentlich immer bekommt". Umso wichtiger war für den Trainer das Ergebnis zum Abschluss des Jahres. "Für uns war es enorm wichtig, dass wir das Spiel drehen konnten und mit einem positiven Ergebnis in die Winterpause gehen können", sagte er. Gerade für die junge Mannschaft sei dieses gute Gefühl wertvoll. Nun will Hainburg noch etwas weitertrainieren, eine gute Vorbereitung hinlegen und dann "mit voller Energie" ins Frühjahr starten.