Ein zäher Sonntags-Mittag in der 2. Klasse Thayatal, am Ende ein Punkt für beide: Der USV Kühnring und der USV Weitersfeld trennen sich in Runde 23 mit 0:0. Für Kühnring-Coach Robert Wenninger war das Remis unter den Umständen in Ordnung: „Ich kann mit dem 0:0 leben“, sagt er – auch weil er seit Tagen eine Rumpfelf zusammenstellen muss. Trotz Karten-Thema nach der Pause und einiger Halbchancen blieb es beim torlosen Unentschieden, mit dem beide Teams weiter im oberen beziehungsweise gesicherten Mittelfeld mitmarschieren.

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Der Nachmittag begann kontrolliert und endete nüchtern: zur Pause 0:0, ohne entscheidenden Moment auf einer der beiden Seiten. Nach dem Seitenwechsel wurde es hitziger. In Minute 54 gab es Rot gegen Weitersfeld – laut Ticker sah Herbert Kanka die Rote Karte, Wenninger sah darin aber „keinen echten Einfluss aufs Spiel“. Kühnring musste später selbst mit einer Gelb-Roten leben. Trotz hoher Laufarbeit, viel Zweikampf und den berühmten „zwei, drei Szenen“, die man sich wünscht, blieb der letzte Pass zu ungenau. Die Partie verflachte phasenweise, beide Abwehrreihen ließen wenig anbrennen, und so war das 0:0 am Ende folgerichtig.
Wenninger machte keinen Hehl daraus, wie sehr die Ausfälle sein Team beschäftigen. „Es sind mittlerweile acht Stammspieler vom Herbst nicht verfügbar, verletzt oder krank – inklusive unseres Einser-Tormanns seit Donnerstag“, erklärte der Kühnring-Coach. Zusätzlich kam am Spieltag die nächste Hiobsbotschaft: „Heute in der Früh hat mir noch unser Stürmer abgesagt, weil er krank geworden ist.“ Unter diesen Vorzeichen relativiert sich das Ergebnis: „Natürlich will man immer drei Punkte, aber realistisch gesehen ist das 0:0 sehr zufriedenstellend für uns.“ Großes Lob gab es für die Ordnung: „Die taktische Disziplin war durch die Bank sehr gut.“ Was fehlte? „Vorne mehr Bewegung, mehr Läufe in die Tiefe und beim Abschluss mehr Kaltblütigkeit. Die zwei, drei Chancen hätten wir besser ausspielen können.“
Die Karten-Thematik wollte Wenninger nicht überhöhen, ein Detail wurmte ihn aber: „Unsere Gelb-Rote ist bitter. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl passiert da gar nichts.“ Er schilderte die Szene aus seiner Sicht so, dass der Ball ohnehin ins Out gegangen wäre und der Gegner ihn nahm: „Wenn der Gegenspieler wegbleibt, passiert es nicht. Da kann man auch weiterlaufen lassen.“ Generell habe er von Beginn an „viel Unruhe von draußen“ wahrgenommen. „Es wird von der ersten Minute reingeschrien und geschimpft – das zerstört leider ein bisschen den Fair-Play-Gedanken.“ Sportlich blieb es eng, die Null stand auf beiden Seiten – Kühnring hält damit bei 43 Punkten auf Rang sechs, Weitersfeld bei 33 Zählern auf Platz acht.
Der Punkt ist verbucht, der Blick geht nach vorne – und der bleibt vorsichtig. „Die nächsten Wochen werden wieder eine Herausforderung, weil jetzt zwei Spieler gesperrt fehlen“, so Wenninger. Hoffnung macht ihm zumindest der kurzfristig erkrankte Angreifer: „Ich hoffe, dass unser Stürmer nächste Woche wieder fit ist.“ Grundsätzlich bleibt es Stückwerk: „Ich muss Woche für Woche eine Elf zusammenstückeln, die wenig trainiert hat und im Herbst oft nicht erste Wahl war.“ Der Trainer will dennoch nicht jammern: „Wir schauen von Woche zu Woche und machen das Beste aus der restlichen Saison. Im Moment ist es ein bisschen verhext – aber die Jungs haben heute alles gegeben.“