In der 2. Klasse Triestingtal hat sich SC Günselsdorf am Sonntag nach einer wilden Phase direkt nach der Pause mit 4:2 gegen ASK Blumau durchgesetzt. Die Gastgeber führten zur Pause 1:0, gerieten dann kurz sogar 1:2 in Rückstand und fanden trotzdem noch klar zurück. Trainer Adhurim Sahitaj sprach danach von großer Moral und davon, dass seine Mannschaft trotz zweier aus seiner Sicht krasser Fehlentscheidungen nie aufgehört habe.
Der Grundstein für den Heimsieg wurde aus Sicht von Sahitaj schon in der ersten Halbzeit gelegt. Günselsdorf hatte mehr vom Spiel, trat selbstbewusst auf und ging in der 25. Minute verdient in Führung. Daniel Reiner war beim 1:0 zur Stelle und sorgte damit für jenes Tor, das der Trainer schon länger kommen sah. „Wir waren in der ersten Halbzeit komplett klar überlegen, haben das 1:0 absolut verdient gemacht“, sagte Sahitaj. Noch deutlicher fiel seine Einordnung zur Spielanlage aus: „Es war wirklich nur noch eine Frage der Zeit, wann wir das zweite machen.“ Dass zur Pause dennoch nur dieses eine Tor auf der Anzeigetafel stand, änderte aus seiner Sicht nichts daran, dass seine Mannschaft bis dahin das aktivere und bessere Team gewesen war.
Dann bekam die Partie innerhalb weniger Minuten eine völlig neue Richtung. In der 49. Minute glich Daniel Stanojevic für Blumau zum 1:1 aus, nur drei Minuten später brachte Hüseyin Erdogdu die Gäste sogar mit 2:1 in Führung. Genau diese Phase beschäftigte Sahitaj nach dem Schlusspfiff am meisten. „Ich drehe mich zweimal um, auf einmal steht es 1:1“, sagte der Trainer. Vor allem die Entscheidungen rund um diese beiden Treffer sah er äußerst kritisch. „Der Elfmeter war auf gar keinen Fall einer“, erklärte er zum Ausgleich. Auch beim zweiten Gegentor sprach er aus seiner Sicht von einer klaren Fehlentscheidung. Den Unparteiischen wollte er trotzdem nicht pauschal angreifen. „Er will sicher immer das Beste machen, aber heute hat er absolut einen schwarzen Tag erwischt“, meinte Sahitaj.
Entscheidend war aus Sicht des Heimtrainers, dass seine Mannschaft in dieser heiklen Phase nicht auseinanderfiel. Nur drei Minuten nach dem 1:2 stand es wieder 2:2, weil Daniel Stanojevic den Ball ins eigene Tor lenkte und Günselsdorf damit sofort zurück im Spiel war. Danach blieben die Gastgeber am Drücker und holten sich die Partie wieder auf ihre Seite. Robert Schindler traf in der 61. Minute zum 3:2, Marko Filkovic legte in der 75. Minute das 4:2 nach. „Der wichtigste Moment war, dass wir trotzdem nicht aufgehört haben“, sagte Sahitaj. „Wir haben auf ganz, ganz schlechtem Boden weitergemacht, an uns geglaubt und trotzdem gespielt.“ Selbst die Rote Karte gegen Arda Yuvarlak in der 80. Minute brachte den Heimsieg danach nicht mehr ernsthaft ins Wanken.
Entsprechend zufrieden war Sahitaj mit dem Gesamtauftritt seiner Mannschaft, auch wenn ihn die strittigen Szenen weiter ärgerten. Für ihn lag der Schlüssel ganz klar in der Haltung seiner Elf. „Was richtig gut funktioniert hat, war die Moral“, sagte der Günselsdorfer Trainer. Ebenso gefiel ihm, wie seine Mannschaft das Spiel annahm und „mit breiter Brust“ auftrat. Den Gästen stellte er trotz der Niederlage ein ordentliches Zeugnis aus. Blumau sei „sehr kampfstark“ und habe „einen super Trainer“, sagte Sahitaj, fügte aber ebenso klar hinzu: „Heute waren sie chancenlos.“ Zum Abschluss wurde der Trainer noch persönlich und wünschte Daniel Reiner alles Gute. „Von der ganzen Mannschaft und vom ganzen Verein alles Gute und schnelle Genesung“, sagte er nach dem 4:2-Heimsieg.