Erleichterung und Selbstkritik bei Gerald Schnait nach dem Auswärtsspiel des SV Lichtenau beim SV Jauerling in der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal: Der Coach sprach von einer starken ersten Hälfte, einer nervösen zweiten und einer sehr robusten Gangart der Gastgeber. Trotz personeller Turbulenzen im Tor und vielen Chancen auf beiden Seiten überwog am Ende die Freude – begleitet von der Einsicht, dass spielerisch noch Luft nach oben bleibt.

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Der Lichtenauer Trainer ordnete den Auftakt klar ein: Seine Mannschaft war in Hälfte eins tonangebend, kam zu mehreren guten Möglichkeiten und „hätte ein, zwei Tore mehr noch machen können“. Früh legte der SVUL den Grundstein: Lukas Höllriegl stellte in Minute 14 auf 1:0, nur vier Minuten später legte Moritz Martin das 2:0 nach (18.). Lichtenau kombinierte zielstrebig, kam über die Flügel immer wieder gefährlich in die Box und wirkte in den Zweikämpfen stabil. Zur Halbzeit stand es 2:0 – mit dem Gefühl, die Partie weitgehend zu kontrollieren, auch wenn einige scharfe Hereingaben ungenutzt blieben.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spielgefühl. „Grundsätzlich glaube ich schon, dass Lichtenau mehr vom Spiel gehabt hat, aber in der zweiten Halbzeit ist Jauerling mit vielen hohen Bällen konsequent in die Tiefe gekommen“, so Schnait. Auf dem kleinen Platz wählten die Hausherren den direkten, körperbetonten Weg – und wurden dafür belohnt: René Lukac verkürzte auf 2:1 (60.). Lichtenau wankte, fand in Umschaltmomenten aber Entlastung und schlug nochmals zu: Erneut Höllriegl blieb eiskalt und stellte in der 82. Minute auf 3:1. Die Partie blieb ruppig, zahlreiche Verwarnungen prägten die zweite Hälfte; eine gelb-rote Karte gab es außerhalb des Spielfelds, als ein bereits ausgetauschter Akteur wegen heftigen Reklamierens ausgeschlossen wurde. In einer wilden Schlussphase traf Lukac nochmals und stellte auf 3:2 (91.). Lichtenau brachte den Sieg mit Wille, kompromissloser Strafraumverteidigung und einzelnen Nadelstichen über die Zeit.
Erschwert wurde der Nachmittag durch die Lage zwischen den Pfosten: Nach mehreren Ausfällen musste bereits der vierte Torhüter in dieser Saison ran – ohne nennenswerte Matchpraxis. Schnaits Urteil fiel positiv aus: Der Ersatzkeeper blieb ruhig, spielte besonnen und rechtfertigte das Vertrauen. Inhaltlich blieb der Coach trotz der drei Punkte kritisch: Ballbesitz und Oberhand aus Halbzeit eins ließen sich nach der Pause nicht konservieren; lange Zuspiele und der physische Zugriff des Gegners brachten sein Team aus dem Rhythmus. Ansatzpunkte für die nächsten Einheiten sieht er beim Verhalten gegen hohe Bälle, beim Sichern der zweiten Bälle und in der Präzision des ersten Aufbaus. Gleichzeitig nahm er die positiven Aspekte mit – vor allem die Widerstandskraft unter Druck. Das Fazit nach einem intensiven Auswärtsspiel: wichtige drei Punkte und der klare Auftrag, „spielerisch wieder zu arbeiten, damit wir zu alter Stärke finden und unser Fußballspiel durchziehen können“.