Spielberichte

„Wir dürfen nach 25, 30 Minuten nicht aufhören“ – Rabensburg nimmt trotz Rot das 2:1 mit

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SG Ulrichskirchen
ESV Rabensburg

In der 2. Klasse Weinviertel hat sich der ESV Rabensburg bei der SG Ulrichskirchen mit 2:1 durchgesetzt und dabei einen Auswärtssieg geholt, der aus Sicht von Trainer Daniel Gehart zwei Seiten hatte. Weil seine Mannschaft stark begann, früh in Führung ging und auch die Unterzahl nach der Pause überstand, reichte es zu drei Punkten. Ganz zufrieden war Gehart trotzdem nicht, weil sein Team das eigene Spiel nach gutem Start zu früh aus der Hand gab.

Spieler in grünem Trikot führt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühe Führung und starke erste zwanzig Minuten

Rabensburg war von Beginn an sofort im Spiel und setzte genau das um, was sich der Trainer vorgestellt hatte. Schon in der 5. Minute brachte Radek Vodicka die Gäste mit 1:0 in Führung, und Gehart sah darin den ersten wichtigen Schritt zum späteren Auswärtssieg. „Wir haben sehr stark begonnen und uns früh belohnt“, sagte der Trainer nach der Partie. Gerade die Anfangsphase gefiel ihm, weil seine Mannschaft nicht nur vorne den Treffer machte, sondern laut seiner Einschätzung auch das Spiel klar kontrollierte. „Wir waren die ersten zwanzig Minuten klar spielbestimmend. Der Gegner hatte kein Mittel gegen uns“, so Gehart. Zur Pause blieb es beim 0:1, doch der Rabensburg-Coach verschwieg nicht, dass seine Mannschaft danach nachließ. „Nach zwanzig, fünfundzwanzig Minuten haben wir unser Spiel nicht mehr auf den Platz gebracht“, erklärte er und beschrieb damit genau die Phase, in der Ulrichskirchen allmählich besser in die Partie kam.

Rote Karte nach der Pause, dann schlägt Vodicka noch einmal zu

Die heikelste Phase aus Rabensburger Sicht begann direkt nach dem Seitenwechsel. In der 47. Minute sah Peter Kmecik die Rote Karte, und damit mussten die Gäste fast die gesamte zweite Hälfte in Unterzahl bestreiten. Gehart machte keinen Hehl daraus, dass ihm dieser Moment nicht gefallen hat. „Da hatte ich kurz Bauchweh“, sagte er offen. Umso wichtiger war aus seiner Sicht die Reaktion seiner Mannschaft in den Minuten danach. Nur sechs Minuten nach dem Platzverweis stellte erneut Radek Vodicka auf 2:0 und gab Rabensburg damit wieder Luft. Genau dieser Treffer half den Gästen, die Partie trotz Unterzahl in eine Richtung zu lenken, mit der sie leben konnten. Ulrichskirchen kam erst spät noch einmal näher heran, als James Miller in der 88. Minute auf 1:2 verkürzte. Gehart ordnete auch diese Schlussphase nüchtern ein: Hätte der Anschluss früher eingeschlagen, „hätten wir sicher mehr Probleme bekommen“.

Geschlossenheit als größte Stärke

Dass Rabensburg den Vorsprung am Ende über die Zeit brachte, führte Gehart vor allem auf das Verhalten seiner Mannschaft nach der Roten Karte zurück. „Unsere größte Stärke war heute sicher unsere Geschlossenheit, dass wir selbst nach der Roten Karte als Mannschaft weiterhin sehr positiv aufgetreten sind“, sagte er. Diese Aussage erklärt auch, warum der Trainer trotz der schwierigen zweiten Halbzeit nicht nur kritisch auf das Spiel blickte. Für ihn war entscheidend, dass seine Mannschaft in einer heiklen Phase nicht auseinanderfiel. Auch den Gegner schätzte er differenziert ein. Zu Beginn sei Ulrichskirchen „klar unterlegen“ gewesen, weil Rabensburg im Spielaufbau und in der Defensive alles im Griff gehabt habe. Erst als die Gäste nachließen, kam der Tabellenletzte besser hinein. Erwähnung fand bei Gehart auch die Spielleitung. Der Schiedsrichter habe „eine sehr klare Linie und eine ruhige Hand“ gezeigt, sagte der Rabensburg-Coach, der die Rote Karte zudem ausdrücklich als richtige Entscheidung einordnete.

Drei Punkte ja, aber Gehart will mehr Konstanz

So stand am Ende ein 2:1-Auswärtssieg, doch Gehart wollte nach dem Abpfiff nicht einfach nur das Ergebnis mitnehmen und zur Tagesordnung übergehen. Seine Kritik setzte genau dort an, wo er schon in der ersten Halbzeit einen Bruch gesehen hatte. „Wir müssen versuchen, endlich unser Spiel über die volle Distanz rüberzubringen und nicht nach fünfundzwanzig, dreißig Minuten das Spiel einzustellen“, forderte er. Diese Aussage passt zu einem Auftritt, der Rabensburg zunächst klar in die Spur brachte, dann aber unnötig komplizierter wurde. Das frühe 1:0 und das 2:0 nach der Pause waren genug für den Sieg, doch aus Trainersicht steckt in diesem Spiel auch die Mahnung, dass man sich solche Phasen des Nachlassens nicht immer leisten kann. Die drei Punkte nahm Rabensburg dennoch mit, weil die Mannschaft gerade in Unterzahl zusammenblieb und den Vorsprung am Ende ins Ziel brachte.

2. Klasse Weinviertel: Ulrichskirchen : Rabensburg - 1:2 (0:1)

  • 88
    James Miller 1:2
  • 53
    Radek Vodicka 0:2
  • 5
    Radek Vodicka 0:1