In der 2. Landesliga Ost hat SC Ökoenergie Wolkersdorf am Freitag gegen SV Stockerau mit 0:2 verloren. Patrick Jenisch ordnete den Auswärtssieg der Gäste danach ungewöhnlich offen ein: Stockerau habe zwar seine Tore gemacht, über weite Strecken aber den Faden verloren und in der Schlussphase auch das nötige Glück gehabt. Genau dieses Glück gab am Ende den Ausschlag.

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Aus Sicht der Gäste begann der Abend zunächst nach Plan. „Wir haben gut begonnen, aber mit Fortdauer des Spiels immer mehr den Faden verloren“, sagte der sportliche Leiter Patrick Jenisch nach dem Spiel. Trotzdem legte Stockerau in der 32. Minute vor. Ein Ball in die Spitze wurde von Niklas Radwanovsky klug in die Gasse abgelegt, Florian Frithum lief durch und überhob den gegnerischen Tormann zur Führung. Es war, wie Jenisch betonte, „eine sehr schöne Aktion“ und genau jene saubere Szene, die dem Spiel der Gäste an diesem Abend sonst oft fehlte. Mit dem 1:0 im Rücken blieb es für Stockerau aber keineswegs ein ruhiger Abend. Jenisch hob hervor, dass Wolkersdorf „gut im Spiel“ gewesen sei, „eine schnelle, bissige Mannschaft, die uns das Leben absolut schwer gemacht hat“. Zwar hätte Stockerau vor der Pause noch Chancen auf das 2:0 gehabt, zur Halbzeit blieb es aber beim knappen Vorsprung.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild laut Jenisch deutlich. „Nach der Pause war unser Spiel komplett weg“, sagte er ohne große Umschweife. Wolkersdorf wurde immer aktiver, hatte mehr vom Spiel und kam nach seiner Einschätzung zu „zwei bis drei sehr guten Torchancen“, die das Tor nur knapp verfehlten. Von Stockerau sei im zweiten Durchgang „bis auf eine Torchance fast nichts zu sehen“ gewesen. In der Schlussphase bekam Wolkersdorf dann die große Möglichkeit auf den aus Sicht der Gastgeber verdienten Ausgleich. Nach einem Elfmeter landete der Abpraller zwar im Netz, doch der Schütze hatte nach dem Stangentreffer selbst nachgesetzt, weshalb der Treffer nicht zählte. „Das war unser Glück“, meinte Jenisch dazu. Fast unmittelbar danach nutzte Stockerau eine Unachtsamkeit eiskalt aus. Florian Frithum führte einen Freistoß schnell aus, Hannes Küng brachte den Ball mit einem Stanglpass zur Mitte und dort verwertete Niklas Radwanovsky in der 82. Minute zum 2:0.
Bemerkenswert offen fiel danach das Urteil des Stockerauer Funktionärs aus. „Wolkersdorf hätte sich auf jeden Fall einen Punkt verdient“, sagte Jenisch, der den Auftritt seiner Mannschaft keineswegs schönreden wollte. „Wir sind als glücklicher Gewinner, aber nicht verdienter Gewinner vom Platz gegangen.“ Gleichzeitig verwies er darauf, dass genau solche Abende in einer langen Saison ebenfalls wichtig seien. „Auch solche Spiele muss man gewinnen“, sagte er und erinnerte daran, dass Stockerau in der vergangenen Saison oft auf der anderen Seite gestanden sei und mit dem Abstieg viel Pech gehabt habe. Diesmal sei das Glück eben bei seinem Team gewesen. Entsprechend groß war die Freude nach dem Schlusspfiff, zumal Stockerau nach der Derby-Niederlage gegen Sierndorf mit den Siegen gegen Klosterneuburg und nun Wolkersdorf wieder in die Spur gefunden hat. Mit 13 Punkten aus sieben Spielen liegt der SV auf Rang vier. Jenisch bremste dennoch: „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht dort, wo wir hinwollen.“ Nächste Woche wartet mit 1. SV Wr. Neudorf schon der nächste Gradmesser.