In der 2. Landesliga West ist die SG Haitzendorf/Grafenwörth am Sonntag gegen den SC Rathauskeller Melk zu einem klaren 6:1-Heimsieg gekommen. Für Melks Sportlichen Leiter Alfred Konrad war es ein "rabenschwarzer Tag", an dem seine Mannschaft defensiv keinen Zugriff fand, nach vorne nur selten gefährlich wurde und schon früh einem klaren Rückstand hinterherlief.

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Viel schlechter hätte die Partie aus Melker Sicht kaum beginnen können. Stefan Nestler brachte die Hausherren bereits in der 1. Minute in Führung, und genau dieser frühe Treffer stand für Konrad auch am Anfang jeder Erklärung. "Das 1:0 war natürlich ein sehr negativer Start", sagte der Sportliche Leiter nach dem Schlusspfiff. Melk musste damit von Beginn an einem Rückstand nachlaufen und fand nie wirklich in die Partie. Als Daniel Boros in der 14. Minute auf 2:0 stellte und Raul Galván noch vor der Pause das 3:0 nachlegte, war der Schaden aus Sicht der Gäste schon groß. Konrad brachte das sehr direkt auf den Punkt: "Spätestens mit dem dritten Gegentor vor der Pause war das Spiel für uns an dem Tag schon entschieden, weil wir wenig bis gar nichts dagegenzusetzen hatten."
Wer aus Melker Sicht auf eine Reaktion nach dem Seitenwechsel gehofft hatte, bekam keine Wende mehr zu sehen. Stattdessen zog Haitzendorf/Grafenwörth weiter davon. Nestler erhöhte in der 53. Minute auf 4:0, Rudolf Pirkner stellte in der 61. Minute auf 5:0, und mit Nestlers drittem Treffer zum 6:0 in der 79. Minute war das halbe Dutzend voll. Konrad sprach danach von einem "kollektiven Versagen" seiner Mannschaft und nannte auch zwei Spieler, die für ihn beim Gegner besonders herausstachen. "Wir haben kein Mittel gefunden, um diese Spieler in den Griff zu bekommen", sagte er über Stefan Nestler und Rudolf Pirkner. Sein Urteil über die Kräfteverhältnisse fiel deshalb klar aus: "Haitzendorf war uns einfach eine Nummer zu groß."
Konrad beließ es in seiner Analyse nicht beim nackten Ergebnis, sondern benannte sehr offen, was seiner Mannschaft an diesem Tag gefehlt hatte. "Bei uns haben Wille und Entschlossenheit gefehlt", sagte er und erklärte auch, dass man gegen einen solchen Gegner deutlich mehr Lauf- und Kampfbereitschaft brauche, um überhaupt bestehen zu können. Aus seiner Sicht ließ Melk insgesamt zu viel zu und machte es den Gastgebern dadurch zu einfach. "So kannst du in Haitzendorf nicht bestehen", meinte er. Entsprechend deutlich fiel auch seine Bewertung der beiden Mannschaftsteile aus: "Die Defensive war stark verbesserungswürdig, und in der Offensive waren wir nur ein Lüftchen." Dass Karim Sallam in der 86. Minute noch auf 6:1 verkürzte, war daher nur noch Ergebniskosmetik. Konrad erwähnte den Treffer trotzdem als einen der wenigen positiven Punkte. Dazu kam für ihn in der zweiten Halbzeit noch eine gute Möglichkeit, während eine weitere Chance ungenutzt blieb.
Bemerkenswert war dabei, dass Konrad nach dem klaren Auswärtsspiel gar nicht erst nach Nebenschauplätzen suchte. Die Verantwortung für das 1:6 sah er vollständig bei seiner Mannschaft. Auch das Gesamtfazit war ohne Ausflüchte formuliert: "Wir haben verdient verloren." Selbst seinen Satz "Lieber einmal 6:1 verlieren als sechsmal 1:0" stellte er eher als letzten Versuch dar, der Niederlage überhaupt irgendetwas Positives abzugewinnen. Wichtiger ist für den Sportlichen Leiter nun ohnehin die Reaktion in der kommenden Woche. Das Spiel soll rasch abgehakt werden, die Mannschaft soll "die Akkus aufladen", und gegen Würmla soll dann mit mehr Entschlossenheit, intensiveren Zweikämpfen, höherer Laufbereitschaft und einer effizienten Offensive ein Heimsieg her.