Spielberichte

„Wir haben uns angepasst“: Poysdorf findet in Großrußbach keine spielerische Lösung

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Großrußbach
SC Poysdorf

In der Gebietsliga Nord/Nordwest musste sich der SC Sparkasse Poysdorf beim USVG Großrußbach mit 1:2 geschlagen geben. Aus Sicht von Trainer Bernd Zinser war es ein zerfahrenes Spiel, in dem seine Mannschaft nie zu den gewohnten spielerischen Lösungen fand. Zwei Gegentore vor der Pause wogen schwer, der Anschluss kurz vor dem Seitenwechsel brachte die Gäste zwar zurück, aber nicht mehr zum Punkt.

Linienrichter an der Eckfahne mit Blick Richtung Spielfeld

Image by Stadien_NRW from Pixabay

Ein Spiel, das Poysdorf nie richtig in den Griff bekam

Schon in seiner ersten Einordnung machte Zinser klar, warum ihm diese Partie überhaupt nicht gelegen ist. „Es war ein sehr zerfahrenes Match“, sagte der Poysdorf-Trainer und verwies sofort auf den schwierigen Untergrund. Für ihn war das ein Spiel, in dem kaum ein richtiger Rhythmus entstehen konnte und in dem sich seine Mannschaft zu stark auf die Art des Gegners eingelassen habe. Großrußbach habe viel mit langen Bällen gearbeitet, Poysdorf habe sich davon mitziehen lassen. Genau das störte Zinser besonders, weil seine Elf dadurch von ihrem eigentlichen Weg abgekommen sei. „Wir haben uns einfach an das Spiel des Gegners angepasst und mit langen Bällen gearbeitet, was eigentlich nicht unser Ziel ist“, sagte er. Für den Coach war das ein zentraler Punkt, weil er seine Mannschaft gerade in solchen Spielen spielerisch stärker sehen will.

Vor der Pause fielen die entscheidenden Tore

Die Partie wurde damit vor allem in der ersten Halbzeit entschieden. In der 21. Minute brachte Christian Kletzer die Gastgeber in Führung, wobei sich Zinser vor allem über die Entstehung ärgerte. „Der Freistoß zum 1:0 war für mich kein Foul“, meinte er und schilderte eine Szene, in der aus seiner Sicht viel Betrieb vor dem Tor war und der Ball nach einem Abpraller im Netz landete. Nur sechs Minuten später legte Großrußbach nach, der zweite Treffer wurde offiziell Marcel Sieber zugeschrieben. Aus Sicht des Poysdorf-Coachs ging dem Tor ein Fehler im Aufbau voraus. Seine Mannschaft habe im Zentrum nicht sauber genug agiert und damit genau jene Einladung gegeben, auf die der Gegner gewartet habe. Immerhin fand Poysdorf vor der Pause noch eine Antwort: Michael Wimmer verkürzte in der 41. Minute auf 1:2 und hielt seine Mannschaft damit zur Halbzeit im Spiel.

„Einstellung und Aggressivität haben gepasst“

Nach dem Seitenwechsel blieb es zwar beim knappen Rückstand, doch Zinser sah keine Begegnung, in der eine Mannschaft den Gegner fußballerisch klar dominiert hätte. Für ihn war es vielmehr ein Spiel der zweiten Bälle, der langen Zuspiele und der wenigen klaren Möglichkeiten. „Einstellung und Aggressivität haben gepasst, aber wir haben keine spielerischen Lösungen gefunden“, fasste er die Leistung seiner Elf zusammen. Dazu kam aus seiner Sicht, dass sich seine Mannschaft zu stark mit dem Gegner beschäftigt habe. „Wir haben uns mehr auf den Gegner konzentriert als auf uns selbst“, sagte Zinser. Großrußbach bescheinigte er dagegen, genau das durchgezogen zu haben, was diese Mannschaft ausmacht. „Sie waren cleverer. Viele lange Bälle, zweite Bälle, Umschaltspiel – sie schauen, dass der Gegner nicht ins Spiel kommt.“ Darin lag für ihn letztlich der Unterschied zwischen den beiden Teams.

Der Blick geht schon auf die nächsten Wochen

Auch die Leistung des Schiedsrichters sprach der Trainer an, allerdings ausdrücklich nicht nur aus einer einseitigen Sicht. Zinser betonte, dass die Linie „auf beiden Seiten“ nicht gut gewesen sei und das Spiel dadurch unnötig hitzig geworden sei. Im Mittelpunkt seiner Analyse blieb aber die eigene Mannschaft und die Frage, wie sie aus dieser Phase wieder herauskommt. Laut Zinser wartet Poysdorf nun seit sechs Partien auf einen Sieg, entsprechend eng wird die Lage. Die Tabelle, so formulierte er es selbst, „lügt nicht“. Gerade deshalb will er nun keine große Suche nach Ausreden beginnen, sondern zurück zu den einfachen Dingen. „Jetzt müssen wir zu den Grundzügen zurückkehren und einfach schauen, dass wir die Partien gewinnen“, forderte der Trainer nach dem 1:2 in Großrußbach.

Gebietsliga Nord/Nordwest: Großrußbach : SC Poysdorf - 2:1 (2:1)

  • 41
    Michael Wimmer 2:1
  • 27
    Marcel Sieber 2:0
  • 21
    Christian Kletzer 1:0