Spielberichte

„Mit einem Mann weniger muss man den Punkt mitnehmen“ – Kreuttal antwortet in Großrußbach rasch auf das 1:2

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Großrußbach
SC Kreuttal

In der Gebietsliga Nord/Nordwest haben sich USVG Großrußbach und SC Kreuttal am Samstag 2:2 getrennt. Aus Sicht der Gäste war es ein Remis mit zwei Gesichtern: Kreuttal war zunächst besser, ließ nach der Führung weitere Möglichkeiten liegen, verlor nach dem Ausgleich etwas den Faden und musste am Ende in Unterzahl sogar froh sein, den Punkt mitzunehmen. Genau so ordnete Trainer Mario Dolejschek die Partie ein.

Zwei Spieler in weißen und roten Dressen im Zweikampf um den Ball

Foto von Emma Benedict auf Unsplash

Starker Beginn ohne Kures, aber nur 1:1 zur Pause

Gerade der Auftakt gefiel dem Kreuttaler Trainer, zumal seine Mannschaft auf Kapitän Michael Kures verzichten musste. „Trotz des Ausfalls von Kapitän Kures haben wir das gut kaschiert“, sagte Dolejschek, der vor allem die erste halbe Stunde hervorhob. Seine Elf sei „die aktivere und auch die bessere Mannschaft“ gewesen, habe mehr Spielanteile gehabt und sei deshalb auch verdient in Führung gegangen. Das 0:1 in der 11. Minute fiel nach einem Angriff über rechts, bei dem sich Oliver Butsch durchsetzte, lange verzögerte und den Ball perfekt zur Mitte spielte, wo Berkan Tan nur noch einschieben musste. Damit war Kreuttal drinnen in der Partie, und aus Sicht des Trainers war danach sogar mehr möglich. Dolejschek erinnerte an eine starke Volley-Abnahme von Ali Kaya nach einer Flanke von Alexander Brunnhuber, die noch von einem Verteidiger geblockt wurde, und auch an eine Überzahlsituation, in der Butsch zwischen Querpass und eigenem Abschluss die falsche Entscheidung traf. „Das waren Chancen, um auf 2:0 zu stellen“, sagte der Trainer. Bis dahin habe man Großrußbach kaum etwas zugelassen, abgesehen von zwei Standards. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht das 1:1 in der 27. Minute durch Tobias Flandorfer, das nach einem Fehler in der Kreuttaler Defensive fiel. „Dann ist uns ein bisschen der Faden gerissen“, meinte Dolejschek, und genau das war der Knackpunkt dafür, dass aus einer sehr ordentlichen ersten Hälfte nur ein 1:1 zur Pause wurde.

Großrußbach kommt besser aus der Pause, Kreuttal schlägt sofort zurück

Nach dem Seitenwechsel sah Dolejschek die Partie klar verändert. „In der zweiten Hälfte hat sich das Spiel ein bisschen gedreht. Ich finde, dass Großrußbach mehr vom Spiel hatte“, sagte er. Kreuttal war nicht mehr so sauber in den eigenen Aktionen, tat sich schwerer, das Spiel zu gestalten, und war am Ball phasenweise zu hektisch. Der Gegner blieb zwar laut Dolejschek ebenfalls nicht bei vielen Torchancen, hatte nun aber mehr Zugriff. In dieser Phase fiel in der 71. Minute auch das 2:1 für die Gastgeber durch Maurice Kiss, das der Kreuttaler Trainer als Folge einer Kontersituation schilderte. Dass seine Mannschaft dennoch nicht den Kopf verlor, war aus seiner Sicht ein wichtiger Punkt. Nur zwei Minuten später kam Kreuttal zum 2:2, und auch dieses Tor konnte Dolejschek genau einordnen: Nach einer Standardsituation war der Ball eigentlich schon zu lange unterwegs, Jan Herzig gewann auf der anderen Strafraumseite aber noch ein Eins-gegen-eins, chippte den Ball in Richtung langes Eck, und dort stand Oliver Butsch richtig, um per Kopf zu vollenden. Damit hatte Kreuttal sofort die passende Antwort auf den neuerlichen Rückstand gefunden. Der Coach sprach danach von einem Spiel, das sich mehr und mehr neutralisierte. Viel Risiko wollte in der Schlussphase keiner mehr gehen, auch weil sich die Situation für seine Mannschaft personell noch veränderte.

Unterzahl, gerechtes Remis und ein Punkt, den Kreuttal mitnimmt

In der letzten Viertelstunde musste Kreuttal mit einem Mann weniger auskommen. Für Dolejschek war das ein wesentlicher Grund, warum es am Ende beim Remis blieb. „Vor allem, weil wir die letzten Minuten mit einem weniger waren, hatten wir weniger Offensivakzente“, sagte er. Deshalb fiel seine Gesamtwertung trotz der ausgelassenen Chancen vor der Pause nüchtern aus: „Über die 90 Minuten gesehen muss man sagen, das Unentschieden ist gerecht.“ Ganz zufrieden klang der Trainer dennoch nicht, weil er in der ersten Hälfte mehr Potenzial sah und auch klar ansprach, woran es aus seiner Sicht fehlte. „Wir haben die Gegentore zu leicht bekommen. Da haben wir uns sicher um die drei Punkte gebracht“, meinte er. Positiv war für ihn, dass seine Mannschaft geschlossen aufgetreten sei und aktiv Fußball spielen wollte. Weniger gut gefiel ihm, dass Kreuttal in manchen Situationen zu hektisch war und Angriffe nicht sauber zu Ende spielte, wodurch auch einige Fehlpässe entstanden. Großrußbach erlebte er genau so, wie er es erwartet hatte: „Mannschaftlich geschlossen, schwer zu bespielen, defensiv sehr kompakt, taktisch diszipliniert, schnörkellos und mit vielen hohen Bällen.“ Gerade daraus seien dann auch die beiden Gegentreffer entstanden. Unter dem Strich bleibt für Kreuttal also ein Punkt, den man nach dem Spielverlauf mitnehmen muss, und zugleich die Erkenntnis, dass an diesem Nachmittag bei saubererem Ausspielen der starken Anfangsphase auch mehr möglich gewesen wäre.

Gebietsliga Nord/Nordwest: Großrußbach : Kreuttal - 2:2 (1:1)

  • 73
    Oliver Butsch 2:2
  • 71
    Maurice Kiss 2:1
  • 27
    Tobias Flandorfer 1:1
  • 11
    Berkan Tan 0:1