In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat sich SC Admira Gföhl am Samstag im Heimspiel gegen SV Sparkasse Ziersdorf trotz 2:1-Pausenführung mit einem 2:2 begnügen müssen. Trainer Michael Blabensteiner konnte mit dem Remis wenig anfangen, weil seine Mannschaft nach seiner Einschätzung mehr vom Spiel hatte, sich viele Chancen erarbeitete und sich am Ende vor allem wegen fehlender Konsequenz vor dem Tor um den Lohn brachte.

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Blabensteiner schilderte die Anfangsphase so, dass sich die Partie nach einem kurzen Abtasten zunächst zugunsten der Gastgeber entwickelte. Gföhl sei gut ins Spiel gekommen und habe früh Möglichkeiten vorgefunden, ohne daraus Kapital zu schlagen. „Wir sind nach anfänglichem Abtasten gut ins Spiel gekommen und haben einige Torchancen vorgefunden, konnten diese aber nicht nutzen“, sagte der Trainer. Umso bitterer war aus seiner Sicht das 0:1 in der 26. Minute, als ein abgefälschter Ball über Benedikt Größl im eigenen Tor landete. Blabensteiner sprach dabei ausdrücklich von einem Treffer „gegen den Spielverlauf“. Entscheidend für Gföhl war dann die Reaktion noch vor der Pause. Manuel Steiner drehte die Partie mit einem Doppelschlag in der 38. und 40. Minute auf 2:1, beide Treffer fielen laut Blabensteiner nach Standardsituationen. So ging Gföhl mit einer Führung in die Kabine, obwohl der Ärger über die ausgelassenen Möglichkeiten da schon ein Thema war.
Auch nach dem Seitenwechsel sah der Gföhler Trainer seine Mannschaft zunächst auf dem richtigen Weg. „In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel großteils im Griff gehabt“, sagte Blabensteiner und beschrieb damit eine Phase, in der seine Elf den Vorsprung nicht nur verwalten, sondern hätte ausbauen können. Genau darin lag für ihn aber der Knackpunkt. Weil das 3:1 oder sogar das 4:1 nicht fiel, blieb Ziersdorf im Spiel und nutzte seine Chancen effizienter. Blabensteiner brachte es klar auf den Punkt: „Das Entscheidende war, dass wir nicht das 3:1 beziehungsweise 4:1 gemacht haben.“ Statt der möglichen Vorentscheidung kam es anders. Kleine Fehler wurden aus seiner Sicht sofort bestraft, und in der 89. Minute sorgte Stefan Studnicka noch für das 2:2. Aus einer Partie, die Gföhl über weite Strecken in die gewünschte Richtung gelenkt hatte, wurde so in der Schlussphase doch noch ein bitteres Remis.
Dass Blabensteiner das Unentschieden nicht als gerecht einordnen wollte, hatte vor allem mit der Zahl der vergebenen Möglichkeiten zu tun. Seine Mannschaft habe sich die Chancen sauber herausgespielt, nur der Torerfolg sei ausgeblieben. „Das Unentschieden geht für mich so nicht in Ordnung, wenn man sich die Anzahl der Torchancen ansieht“, sagte der Trainer. Besonders deutlich wurde er bei der Schilderung dessen, was vor dem Ziersdorfer Tor alles liegen blieb: Der gegnerische Tormann habe mehrmals stark gehalten, dazu traf Gföhl laut Blabensteiner zweimal die Latte und dreimal die Stange. Deshalb fiel auch seine Analyse dessen, was funktioniert hat und was nicht, sehr klar aus. „Gut funktioniert hat das Kreieren von Torchancen. Was weniger funktioniert hat, war die Ballzirkulation und natürlich der Torabschluss. Der Torerfolg hat wesentlich gefehlt heute.“ Genau dieser Gegensatz zog sich für ihn durch den ganzen Abend: genug Möglichkeiten, aber zu wenig Treffer.
Den Gästen stellte Blabensteiner trotz aller Enttäuschung ein klares Zeugnis aus. Er habe Ziersdorf „sehr spritzig“ erlebt, als eine Mannschaft, die auf ihre Momente wartete und diese dann auch nutzte. „Der Gegner war heute auf jeden Fall vor dem Tor effizienter, um einiges effizienter als wir“, sagte der Gföhler Trainer. Auch die Schiedsrichterleistung wollte er nicht zum Hauptthema machen, obwohl er nach dem 2:2 eine Szene als mögliche Elfmetersituation ansprach. Seine Bewertung blieb dennoch nüchtern: „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung.“ Vor allem aber legte er Wert darauf, die Ursache für die zwei verlorenen Punkte bei der eigenen Mannschaft zu suchen. „Wir haben nicht wegen Schiedsrichterentscheidungen Unentschieden gespielt, sondern weil wir die Tore nicht gemacht haben.“ Genau das ist die Kernaussage dieses 2:2, mit dem Gföhl in Runde zwölf zwar einen Punkt holte, nach dem Spielverlauf aber klar das Gefühl hatte, deutlich mehr liegen gelassen zu haben.