Nach dem Duell mit BSV Enzesfeld/H. in der Gebietsliga Süd/Südost ordnete Trainer Kurt Jusits die Lage bei SC Reisenberg offen und ohne Ausreden ein. Seine Analyse drehte sich um den Fehlstart, der die Partie früh in Richtung der Gäste kippen ließ, und um vermeidbare Fehler im Aufbau, die zu zwei Eckbällen und Gegentoren führten. Zur Pause stand es 0:3, am Ende 0:5 – eine Niederlage, die Jusits auf die Effektivität des Gegners und zu einfache Gegentore zurückführte. Zusätzlich belasten vier Verletzungen und eine Rote Karte die kommenden Wochen.

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Jusits sprach von einem unglücklichen Verlauf mit frühem 0:1 und verpassten Ausgleichschancen: „Das Ergebnis, 3:0, hätte gereicht. Der Spielverlauf war sehr unglücklich. Mit der ersten Chance ging Enzesfeld mit 1:0 in Führung, durch Berke Kuvvet. Wir hatten danach die Möglichkeit auszugleichen, haben das nicht geschafft, und nach zwei Standardsituationen – jeweils Eckball – lagen wir zur Pause 3:0 hinten. Das war zu billig, zu einfach, damit war das Spiel entschieden.“ Die Treffer für BSV Enzesfeld/H. erzielten Berke Kuvvet (3., 57.) und Christian Seidl (19., 45.); in der 90. Minute setzte Sergej Knezevic den Schlusspunkt. Zur Halbzeit stand es 0:3, der Endstand lautete 0:5.
Die zentrale Fehlerquelle sah Jusits im Spielaufbau unter Druck: „Wir wollen von hinten rausspielen – zweimal sogar. Der Gegner setzt uns unter Druck. Wir schlagen den Ball nicht weg oder spielen einen langen Ball, gehen ins Dribbling und verlieren beide Male den Ball. Eckball – beide Male Gegentreffer.“ Zwischenzeitlich funktionierte das eigene Pressing, blieb aber nicht konsequent genug: „Teilweise haben wir sehr gut angepresst, den Gegner früh gestört. Nach 15, 20 Minuten waren wir aber nicht mehr konsequent, und somit geht die Niederlage in Ordnung.“ Zudem betonte er den Rückhalt zwischen den Pfosten: „Als wir 4:0 hinten waren, haben wir sehr schlecht verteidigt, und wir können unserem Tormann danken, dass wir nicht noch mehr Tore bekommen haben.“
Personell verschärfte sich die Lage deutlich: In der 56. Minute sah ein Reisenberger Spieler Rot (Tobias Boigner), dazu meldete Jusits vier verletzte Akteure. Seine Bilanz: „Bei diesem Spiel haben sich vier Spieler von uns verletzt und ein Spieler hat Rot bekommen. Schlimmer kann es nicht passieren. 5:0 verloren – und fünf Ausfälle auch für die nächsten Wochen.“ Auf die Frage nach Lösungen zeichnete er einen klaren, aber unbequemen Weg: „Es gibt keinen Nachwuchs bei uns, und jetzt werden eben Spieler gefordert sein, die ein, zwei, drei Jahre keine Spielpraxis mehr haben, aber die Eigenbauregel erfüllen und somit den Verein unterstützen müssen. Sonst können wir gar nicht antreten.“ Auch die Einschätzung zum Gegner blieb eindeutig: „Enzesfeld war die effektivere und bessere Mannschaft. Spielanteile hatten wir auch genug, aber Enzesfeld war sehr effektiv und hat verdient gewonnen. Beeindruckend war, dass sie auch bei 3:0 nicht aufgehört haben – immer weiter nach vorne gespielt, druckvoll, laufintensiv – und so verdient als Sieger vom Platz gegangen sind.“