Nach zwei Unentschieden meldete sich der SV Wienerwald beim Auftritt beim SC Himberg mit einem kontrollierten, aber hart erarbeiteten Ausrufezeichen zurück – ein Auftritt in der Gebietsliga Süd/Südost, geprägt von Ruhe, Klarheit und einem späten Schlusspunkt. Trainer Michael Gössinger hob die spielerischen Fortschritte hervor, sprach von einem fairen Duell ohne große Hitzigkeit und betonte, dass seine Elf trotz vergebener Großchancen über weite Strecken die Kontrolle behielt und so nach einem zähen Beginn wieder voll anschreiben konnte.

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Die ersten Minuten gehörten den Gastgebern: Eine als Flanke gedachte Hereingabe klatschte an die Innenstange, kurz darauf entschärfte der Wienerwalder Schlussmann einen gefährlichen Konter. „Wir haben zu Beginn ein bisschen gebraucht und auch Glück gehabt“, ordnete Gössinger den Auftakt ein. Mit zunehmender Spieldauer gewann seine Mannschaft Struktur und fand die nötige Ruhe am Ball. Das zahlte sich aus: In Minute 18 stellte Michael Tromayer nach einem zielstrebigen Angriff auf 1:0, und noch vor der Pause erhöhte Florian Wirth in der 42. Minute auf 2:0. Der Weg dorthin führte über schnelles Umschalten und eine stabile Ballzirkulation, die Himberg nach der Anfangsphase nur selten zuließ, selbst klare Szenen zu erzwingen.
Nach dem Seitenwechsel brauchte Wienerwald erneut zehn bis fünfzehn Minuten, um in den Rhythmus zu finden – diese Phase nutzte Himberg: Lukas Wittner traf in der 51. Minute zum 2:1-Anschluss. Statt die Nerven zu verlieren, suchte Wienerwald die Antwort im Vorwärtsgang. Mehrfach bot sich die große Chance auf das beruhigende 3:1, doch erstklassige Möglichkeiten blieben ungenützt – unter anderem für Peter Ertl, Florian Wirth und Samuel Liptak. Die Partie blieb dadurch offen, bis kurz vor Schluss der Deckel drauf war: David Würfel setzte in der 87. Minute den entscheidenden Treffer zum 3:1. Gössinger blieb in seiner Bilanz deutlich: „Wir hatten das Chancenplus.“ Am Ende wurde die Geduld belohnt.
Wienerwalds Kontrolle zeigte sich nicht nur in den Torchancen, sondern auch in langen Ballbesitzphasen. Aus Trainersicht lag das Verhältnis bei etwa 60:40, in der ersten Halbzeit sogar noch klarer zugunsten der Gäste. Positiv stachen auch die Rahmenbedingungen heraus: „Der Platz war hervorragend zu bespielen. Solche Verhältnisse hat man selten in der Liga – da kann man richtig gut Fußball spielen.“ Die Duelle blieben durchweg fair, lediglich unmittelbar vor dem Abpfiff wurde es kurz hitzig. Individuell hob Gössinger Florian Wirth hervor, der vorne immer wieder für Unruhe sorgte. Trotz des insgesamt reifen Auftritts bleibt Arbeit: „In der Defensive ist noch nicht alles so, wie wir wollen. Wir haben wieder ein Gegentor bekommen – eigentlich wollten wir zu null spielen.“