In der Gebietsliga Süd/Südost musste sich der ASV Vösendorf am Freitagabend zuhause mit einem 1:1 gegen die SG Weissenbach/Klausen-L./A. begnügen. Nach der frühen Führung reichte es nicht zum Heimsieg, weil die Gastgeber laut sportlichem Leiter Georg Nemetschek in der Offensive zu wenig zusammenbrachten. Sein Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: „Die Konsequenz und der Wille haben gefehlt.“

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Für Vösendorf begann der Abend zunächst nach Wunsch. Ajdin Lubenovic brachte die Hausherren schon in der 8. Minute mit 1:0 in Front, doch der Vorsprung hielt nicht lange. In der 21. Minute glich Marco Milivojevic für die Gäste zum 1:1 aus. Mit diesem Stand ging es auch in die Pause. Viel mehr als diese beiden Treffer blieb aus Sicht von Nemetschek aber nicht hängen. „Das Spiel war auf einem sehr niedrigen Niveau. In den entscheidenden Phasen ist es so dahingeplätschert“, sagte der sportliche Leiter. Gerade deshalb sei für ihn früh klar gewesen, worauf es an diesem Abend hinauslaufen würde: „Wer das zweite Tor schießt, würde die Partie gewinnen.“ Weil genau dieses zweite Tor auf beiden Seiten ausblieb, blieb es bei einem Ergebnis, das über die gesamte Spielzeit nie mehr entscheidend kippte.
Wer dem Sieg letztlich näher war, beantwortete Nemetschek nicht mit einem klaren Vorteil für eine Mannschaft, sondern mit einem Blick auf die verschiedenen Phasen. „Es war keine Mannschaft wirklich näher am Sieg“, sagte er zunächst und machte dann doch Unterschiede fest. Vor allem in der Anfangsphase sah er Vösendorf mit der Chance, die Partie früher auf die eigene Seite zu ziehen. „Zu Beginn hätte Vösendorf das Spiel schon entscheiden können“, meinte er. Dazu kam aus Sicht der Gastgeber noch eine strittige Szene nach einem Eckball in der ersten Halbzeit. „Wir waren der Ansicht, dass der Ball hinter der Linie war, das Tor aber nicht gegeben wurde“, so Nemetschek. Nach der Pause habe sich das Bild jedoch verschoben. „In der Schlussphase war der Gegner dem Sieg näher als wir“, sagte er, ohne das eigene Gesamturteil zu verändern: „Ich bin der Meinung, dass es ein gerechtes Unentschieden ist.“
Dass am Ende nicht mehr als zwei Tore fielen, führte Nemetschek vor allem auf das Gesamtbild der Partie zurück. Für ihn war das ein Spiel, das „klassisch durch Standardsituationen entschieden hätte werden können“. Genau dort ließen aber beide Mannschaften wenig zu. „Da waren beide Mannschaften hinten kompakt genug“, sagte er. Für Vösendorf war diese Stabilität aus seiner Sicht überhaupt der wichtigste Punkt. „Die Defensive war gestern der ausschlaggebende Punkt, warum wir nicht mehr als ein Tor bekommen haben“, erklärte Nemetschek. Nach vorne fiel sein Urteil deutlich kritischer aus. „In der Offensive ist uns gestern wenig bis gar nichts gelungen“, sagte er. Vor allem im Umschalten habe seiner Mannschaft die nötige Klarheit gefehlt. „Wir waren nicht konsequent genug und der entscheidende Pass wurde nicht gespielt“, fasste er den Auftritt im letzten Drittel zusammen. Damit war auch erklärt, warum die frühe Führung nicht zum Heimsieg reichte.
Unterm Strich nimmt Vösendorf zwar einen Zähler mit, wirkliche Zufriedenheit war aus den Aussagen des sportlichen Leiters aber nicht herauszuhören. Dafür war ihm der eigene Auftritt vor allem mit Ball zu wenig. Gleichzeitig ordnete er die Partie auch als Spiegel zweier Mannschaften ein, die noch Luft nach oben haben. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, wobei beide Mannschaften im Laufe der Meisterschaft viel Luft nach oben haben“, sagte Nemetschek. Für die Vösendorfer ändert das 1:1 vorerst nichts daran, dass sie nach elf Runden im Spitzenfeld der Liga bleiben. Der Abend selbst wird aber eher als verpasste Gelegenheit in Erinnerung bleiben, weil nach der frühen Führung mehr möglich schien. Genau deshalb bleibt aus Sicht der Gastgeber vor allem eine klare Erkenntnis stehen: Defensiv war die Basis da, offensiv fehlte an diesem Freitag zu oft die letzte Entschlossenheit.