In der 1. Klasse Mitte musste sich die SPG Nikitsch/ Kr. Minihof am Samstag gegen ASK Stoob mit 0:3 geschlagen geben. Trainer Daniel Pratl sah dabei kein Spiel, in dem seine Mannschaft klar unterlegen war, sondern eines, in dem sie sich mit zwei Fehlern früh selbst ins Hintertreffen brachte. "Wir haben uns mit zwei Geschenken selbst geschlagen", brachte er den Nachmittag auf den Punkt.

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Der Trainer der Gastgeber ging vor allem mit der ersten halben Stunde hart ins Gericht, obwohl der Beginn aus seiner Sicht durchaus gepasst hatte. "Wir haben stark begonnen, haben leider das erste Tor nicht gemacht", sagte Pratl. Genau darin lag für ihn schon die verpasste Chance, dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Statt einer frühen Führung stand nach 19 Minuten das 0:1 durch Mark Boross, und nur fünf Minuten später erhöhte derselbe Stoober auf 0:2. Pratl sprach dabei nicht von zwei Aktionen, die der Gegner groß herausgespielt hätte, sondern von Szenen, die seine Mannschaft selbst einleitete. Beim ersten Treffer seien die eigenen Spieler "gegenseitig zusammengestoßen", wodurch ein Stoober freie Bahn hatte. Beim zweiten Tor sei ein "schwacher Rückpass" die Einladung gewesen, die der Stürmer nur noch annehmen musste. Dass Stoob diese beiden Möglichkeiten sofort nutzte, war für den Nikitscher Trainer der Knackpunkt der Partie.
Mit dem 0:2 war die Partie für Nikitsch aber noch lange nicht erledigt, zumindest nicht nach dem, was auf dem Platz danach zu sehen war. Pratl sagte klar: "Dann haben wir eigentlich auf ein Tor gespielt." Seine Mannschaft blieb also am Drücker, versuchte es weiter nach vorne und kam laut Trainer auch zu den Chancen, die eine Aufholjagd hätten einleiten können. Einmal traf Nikitsch die Latte, einmal die Stange, dazu sprach Pratl von "zwei, drei guten Gelegenheiten". Auch ein Kopfball aus kurzer Distanz fand den Weg nicht ins Tor. Gerade dieser Abschnitt zog sich wie ein roter Faden durch seine Analyse. "Wir haben phasenweise gute Chancen herausgespielt, nur haben wir sie im letzten Moment, im letzten Drittel dann nicht zu Ende gespielt", sagte er. So blieb das Spiel trotz Druck und Möglichkeiten ohne Anschlusstreffer, und je länger es dauerte, desto mehr lief Nikitsch gegen eine Mauer an.
Entscheidend war für Pratl deshalb weniger die reine Anzahl an Offensivaktionen als die fehlende Abstimmung in den entscheidenden Momenten. "Leider war heute die Abstimmung nicht so gut", sagte er und meinte damit sowohl das Defensivverhalten als auch die Absprachen in heiklen Situationen. Für ihn ist die Lehre aus diesem Nachmittag eindeutig: "In dieser Klasse passieren Tore, wenn man Fehler macht, und dann kommt man nicht mehr zurück." Genau das sei seiner Mannschaft passiert. Wenn man nach so einem Rückstand "mit der Brechstange" ein Tor erzwingen wolle, werde es noch schwieriger. Dass Stoob in der Nachspielzeit durch Lukas Kleibensturz noch zum 0:3 kam, machte das Ergebnis am Ende klarer, als es sich zwischenzeitlich anfühlte. Den Gästen wollte Pratl den Auftritt trotzdem nicht kleinreden. Stoob sei "sehr zweikampfstark" und "unangenehm zu spielen" gewesen, dazu habe der Gegner einen Spieler gehabt, "der einen guten Tag hatte und bei dem alles aufgegangen ist". Dass Mark Boross schon vor der Pause beide Tore erzielte, passte genau zu dieser Einschätzung. Für Nikitsch bleibt damit ein Spiel, aus dem der Trainer eine klare Aufgabe mitnimmt: hinten sauberer abstimmen, vorne die Chancen entschlossener nutzen und einen guten Beginn auch auf die Anzeigetafel bringen.