Spielberichte

3:4 nach 3:0-Führung: Podersdorf hadert mit zwei Elfmetern

SC Apetlon
UFC Podersdorf a. S.

In der 1. Klasse Nord erwischte der UFC Podersdorf am See bei der 3:4-Auswärtsniederlage beim SC Apetlon den perfekten Start, führte nach nicht einmal einer halben Stunde 3:0 und schien klar auf Kurs. Doch die Hausherren kamen noch vor der Pause zum 3:3 und drehten die Partie kurz nach Wiederbeginn komplett. Podersdorf-Trainer Franz Ziniel sprach danach von zwei Elfmetern als Knackpunkt und einer Mannschaft, die nach einer dominanten Anfangsphase „komplett den Faden verlor“. Für Apetlon war es ein ganz wichtiger Dreier im Abstiegskampf, für Podersdorf eine richtig bittere Niederlage.


Zwei Spieler und der Schiedsrichter kurz vor dem Anstoß

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Start wie aus einem Guss – Kolarik und Unger stellen schnell auf 0:3

Podersdorf legte los wie die Feuerwehr und hatte über weite Strecken der Anfangsphase mehr vom Spiel. Bereits in der 18. Minute traf Elias Kolarik zum 0:1, drei Minuten später erhöhte Bernhard Unger auf 0:2. Als Kolarik in der 27. Minute mit seinem zweiten Treffer auf 0:3 stellte, sah alles nach einem Auswärts-Dreier aus. Ziniel schilderte den Beginn mit leuchtenden Augen: „Wunderschöner Diagonalpass von Csaba Csizmadia auf Kolarik zum 1:0, dann setzt sich Unger rechts stark durch und macht das 2:0, und Elias legt mit einem satten Schuss das 3:0 nach.“ Der Coach erinnerte zudem an „eine große Chance von Kolarik aufs 4:0“, die ungenutzt blieb. „Bis dahin haben wir ein wunderschönes, packendes Spiel gemacht“, betonte Ziniel. Apetlon fand in dieser Phase kaum Entlastung, Podersdorf kontrollierte Tempo und Räume – bis sich das Spiel plötzlich drehte.

Vom 0:3 zum 3:3 – Apetlon kontert, Ziniel hadert mit zwei Pfiffen

Nur eine Minute nach dem 0:3 meldete sich Apetlon zurück. In der 28. Minute verkürzte Tomas Bagi, in der 32. Minute legte derselbe Spieler nach – nach Angaben von Ziniel jeweils vom Punkt. „Der Unparteiische gab urplötzlich zwei Strafstöße, die mehr als fragwürdig waren“, ärgerte sich der Podersdorfer Trainer. Er beschreibt die Szenen aus seiner Sicht als „einfach erfunden“ und sagte offen: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Spät vor der Pause folgte der nächste Nackenschlag: Adam Semancík traf in der 44. Minute mit einem satten Distanzschuss zum 3:3. In dieser turbulenten Phase fühlte sich Podersdorf nicht gehört. Ziniel berichtete: „Ich habe höflich nachgefragt und Gelb bekommen, später wurde ich wegen Unsportlichkeit ausgeschlossen – meine erste rote Karte in 25 Jahren.“ Er hob zugleich die Qualität des Gegners hervor: „Bagi hat beide Elfer souverän verwandelt, und die zwei Fernschüsse von Semancík waren schön, das muss man anerkennen.“ Dass seine Mannschaft danach „komplett den Faden verlor“, führt Ziniel vor allem auf die strittigen Pfiffe zurück: „Wir waren mental geknickt.“

Entscheidung nach der Pause – Semancík schnürt den Doppelpack, Podersdorf findet keine Antwort

Nach dem Seitenwechsel blieb Apetlon griffig und drehte die Partie endgültig: In der 57. Minute markierte Adam Semancík mit seinem zweiten Treffer das 4:3. Podersdorf suchte die Antwort, kam laut Ziniel noch zu zwei Distanzschüssen und einer späten Möglichkeit, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. „Wir haben in der Pause kurz überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, weiterzumachen. Wir haben es getan, aber wir hatten mental nichts mehr zuzusetzen“, sagte der Trainer offen. Auch das Zweikampfverhalten litt aus seiner Sicht unter der Verunsicherung: „Du kannst keine Zweikämpfe mehr führen, wenn jede Attacke als Foul gepfiffen wird.“ Aus Podersdorfer Sicht blieb damit ein Abend, der nach einer halben Stunde perfekt aussah und doch ohne Punkte endete. Für Apetlon, das im Tabellenkeller jeden Zähler braucht, war es indes – so Ziniel – „ein immens wichtiger Sieg“. Sein Blick nach vorn fällt dennoch konstruktiv aus: „Wir werden die Ereignisse in der Trainingswoche aufarbeiten und wieder so starten wie beim 3:0.“

1. Klasse Nord: SC Apetlon : Podersdorf - 4:3 (3:3)

  • 57
    Adam Semancík 4:3
  • 44
    Adam Semancík 3:3
  • 32
    Tomas Bagi 2:3
  • 28
    Tomas Bagi 1:3
  • 27
    Elias Kolarik 0:3
  • 21
    Bernhard Unger 0:2
  • 18
    Elias Kolarik 0:1