In der 1. Klasse Nord hat Breitenbrunn gegen UFC Pamhagen nach einem 0:2-Pausenrückstand noch ein 2:2 geholt. Für Trainer Gerhard Karner blieb nach einer Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften ein gemischtes Gefühl zurück: Weil seine Mannschaft vor der Pause zu wenig zeigte, konnte er mit dem Punkt leben. Wegen zweier aberkannter Treffer sprach er aber auch von einem bitteren Beigeschmack.
Aus Sicht der Gastgeber war der Beginn ganz klar das große Problem. Karner redete nach dem Schlusspfiff nicht lange um den heißen Brei herum und sagte offen: „Meine Mannschaft war zu Beginn sehr schlecht.“ Pamhagen sei stark in die Partie gekommen, habe das gut gemacht und sich die Führung verdient. Das spiegelte sich auch auf der Anzeigetafel wider: Rafael Leyrer brachte die Gäste in Minute 29 mit 1:0 in Front, neun Minuten später legte Tamas Pirka zum 2:0 nach. Breitenbrunn lief in dieser Phase hinterher und musste noch dazu in der ersten Hälfte Daniel Gruber verletzungsbedingt vom Feld nehmen. Auch das wog schwer, weil Karner ihn ausdrücklich als wichtigen Spieler bezeichnete. Dazu verwies der Trainer darauf, dass entscheidende Spieler gefehlt hätten und er selbst krankheitsbedingt beeinträchtigt nicht zur Verfügung stand.
Was Breitenbrunn vor der Pause vermissen ließ, war nach dem Seitenwechsel auf einmal da. Karner sprach von einer „sehr, sehr guten“ zweiten Halbzeit und begründete das auch mit der Reaktion in der Kabine. In der Pause wurde noch einmal umgestellt, und dieser Wechsel zahlte sich sofort aus. Nur drei Minuten nach Wiederbeginn verkürzte Adam Lechner auf 1:2 und brachte seine Mannschaft damit schlagartig zurück ins Spiel. Breitenbrunn war nun deutlich aktiver, blieb am Drücker und drängte auf den Ausgleich. Der fiel in der 57. Minute, als ein Eigentor von Tamas Pirka das 2:2 brachte. Von da an war es die Heimelf, die das Spiel in eine andere Richtung zog. Karner hob genau diese Reaktion besonders hervor: „Die Moral der Mannschaft war ein Wahnsinn, der Opferwille war riesig.“ Nach einem Zwei-Tore-Rückstand so zurückzukommen, war für ihn der stärkste Teil des Auftritts.
Ganz zufrieden war man in Breitenbrunn trotz der Aufholjagd dennoch nicht. Der Grund lag für Karner in zwei weiteren Treffern seiner Mannschaft, die in der zweiten Hälfte wegen Abseits aberkannt wurden. Er sprach von „sehr strittigen Abseitstoren“ und machte daraus auch keinen Hehl, wie sich das für seine Seite anfühlte. „Wir fühlen uns wieder ein wenig um den Sieg betrogen“, sagte er nach dem Spiel. Auch bei der Einordnung der Schiedsrichterleistung wurde Karner deutlich: „Einfach zwei Abseitstore, über die man diskutieren muss, und die Schiedsrichterleistung war dann aufgrund dessen nicht gut.“ Diese Sicht schilderte Karner klar aus Perspektive der Gastgeber. Fest steht jedenfalls, dass Breitenbrunn nach dem 2:2 weiter nach vorne spielte und aus seiner Sicht sogar noch genug auf dem Platz hatte, um die Partie komplett zu drehen.
Am Ende blieb deshalb ein Remis, das bei Breitenbrunn in beide Richtungen gelesen werden konnte. Auf der einen Seite stand die schwache erste Halbzeit, wegen der Karner selbst sagte: „Letztendlich, weil die erste Halbzeit schlecht war, kann man mit dem Punkt zufrieden sein.“ Auf der anderen Seite blieb das Gefühl, das nach der starken zweiten Hälfte sogar mehr möglich gewesen wäre. Auch über den Gegner verlor der Trainer kein schlechtes Wort. Pamhagen sei „grundsätzlich ein guter Gegner“ und gehöre aus seiner Sicht nicht dorthin, wo die Mannschaft derzeit stehe. Genau das machte die Partie zusätzlich interessant: Breitenbrunn verschlief den Start, zeigte danach aber eine starke Reaktion. So blieb nach dem 2:2 vor allem die Erkenntnis, dass in dieser Mannschaft Moral steckt, dass sie sich aber einen besseren Ausgang selbst durch den schwachen Beginn verbaut hat.