Spielberichte

„Uns haben Energie, Leidenschaft und Zweikampfstärke gefehlt“ – Zurndorf verliert verdient

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ASV Zurndorf
UFC Purbach am See

In der 1. Klasse Nord musste sich ASV Raiffeisenbank Zurndorf zuhause UFC RAIBA Purbach am See mit 1:3 geschlagen geben. Trainer Miroslav Milosevic sprach nach dem Schlusspfiff von einer verdienten Niederlage, weil seine Mannschaft über weite Strecken zu wenig in die Zweikämpfe kam, dem Spiel die nötige Energie fehlte und nach vorne vor allem vor der Pause kaum Druck aufbauen konnte.


Zwei Fußballspieler im Zweikampf

Foto von Amr Taha™ auf Unsplash

Früher Rückstand bringt die Gäste auf Kurs

Für Zurndorf begann die Partie alles andere als günstig. Schon in der 10. Minute brachte Florian Pirkl-Weisz die Gäste in Führung, aus Sicht von Miroslav Milosevic war dieses 0:1 gleich ein erster schwerer Schlag. „Entscheidend war das 0:1 gleich am Anfang durch einen berechtigten Elfmeter, wo wir uns nicht gut angestellt haben“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Damit war der Gastgeber früh in Rückstand, ohne selbst gleich eine passende Antwort zu finden. Milosevic sprach offen davon, dass seine Mannschaft über weite Strecken nicht das umgesetzt habe, „was in dem Spiel nötig gewesen wäre“. Gerade in der ersten Halbzeit habe Zurndorf in der Offensive zu wenig investiert, gleichzeitig seien viele Zweikämpfe verloren gegangen. Purbach kam dadurch immer wieder in gute Situationen, ließ den Ball sauber laufen und nahm den Hausherren viel von dem, was sie sich vorgenommen hatten. Kurz vor der Pause erhöhte Gazican Gencer dann noch auf 0:2, womit sich das Bild der ersten 45 Minuten auch am Spielstand deutlich ablesen ließ.

Nach dem Anschluss keimt kurz Hoffnung auf

Nach dem Seitenwechsel wurde Zurndorf zumindest präsenter. Milosevic betonte selbst, dass es in der zweiten Halbzeit besser gewesen sei als davor, auch wenn er den schwachen ersten Durchgang damit nicht wegreden wollte. Seine Mannschaft gab sich beim 0:2 nicht auf und blieb im Spiel, bis in der 75. Minute der Anschlusstreffer fiel. Ausgerechnet Trainer Miroslav Milosevic selbst stellte auf 1:2 und sorgte damit noch einmal für neue Hoffnung. „Wir sind noch einmal auf 1:2 drangekommen und haben geglaubt, wir könnten vielleicht noch die Wende herbeibringen“, sagte er. Diese Phase war der Moment, in dem Zurndorf noch einmal an etwas Zählbares glauben durfte. Lange hielt dieses Gefühl aber nicht an. Schon in der 77. Minute stellte Mate Fekete den alten Abstand wieder her und machte aus Sicht der Heimischen alles sofort wieder zunichte. „Ein paar Minuten später haben wir das 1:3 erhalten und damit war die Partie dann endgültig entschieden“, brachte es Milosevic auf den Punkt.

Trainer spricht Klartext über die Gründe

Nach dem Schlusspfiff suchte der Zurndorf-Coach keine Ausreden, sondern benannte sehr deutlich, woran es aus seiner Sicht gelegen hatte. „Punkt Nummer eins war das Zweikampfverhalten. Das war am heutigen Tag viel zu schwach“, sagte Milosevic. Damit sprach er jenen Bereich an, der sich wie ein roter Faden durch seine Analyse zog. Dazu kam für ihn noch ein zweiter Punkt, der mindestens ebenso wichtig war. „Eine gute Energie beziehungsweise eine Leidenschaft im Spiel hat uns auch gefehlt“, erklärte der Trainer. Gerade in einem Heimspiel gegen einen starken Gegner sei das zu wenig gewesen, wenn man in die Partie kommen wolle. Als dritten Punkt nannte er die fehlende Gefahr nach vorne. „Wir haben den Gegner nur selten in Schwierigkeiten gebracht“, sagte Milosevic. Vor allem die erste Halbzeit sei in dieser Hinsicht „kaum vorhanden“ gewesen. Dass Zurndorf nach der Pause noch einmal herankam, wertete er zwar als kleinen positiven Aspekt, insgesamt aber blieb sein Fazit eindeutig: „Im Großen und Ganzen geht das Ergebnis in Ordnung. Wir haben verdient verloren.“

Purbach nutzt seine Möglichkeiten, Zurndorf bleibt nur die klare Erkenntnis

Bei aller Kritik an der eigenen Leistung verlor Milosevic auch nicht aus dem Blick, dass der Gegner seine Sache gut gemacht hatte. „Sie haben den Ball gut laufen lassen, waren aggressiv in den Zweikämpfen und haben ihre Torchancen beziehungsweise unsere Fehler eiskalt ausgenützt“, sagte der Trainer über die Gäste. Genau darin lag für ihn der Unterschied an diesem Nachmittag. Während Purbach seine Vorteile konsequent auf den Platz brachte, fehlten Zurndorf jene Grundtugenden, die so ein Spiel offen halten können. Auch beim zweiten Gegentor sprach Milosevic davon, dass man „nicht gut verteidigt“ und „nicht gut nachgesetzt“ habe. Diskussionen rund um die Leitung der Partie wollte er keine aufmachen. Den Strafstoß zum frühen Rückstand bezeichnete er als berechtigt, insgesamt habe der Schiedsrichter die Begegnung gut geführt. So blieb unterm Strich eine Niederlage, die für Zurndorf nicht an einer einzelnen Szene hing, sondern an mehreren Dingen, die an diesem Tag nicht zusammenpassten. Die kurze Hoffnung nach dem 1:2 war da, mehr aber eben nicht.

1. Klasse Nord: Zurndorf : Purbach am See - 1:3 (0:2)

  • 77
    Mate Fekete 1:3
  • 75
    Miroslav Milosevic 1:2
  • 44
    Gazican Gencer 0:2
  • 10
    Florian Pirkl-Weisz 0:1