Der Derby-Nachmittag in der 1. Klasse Süd zwischen SV Heiligenkreuz und Erdbau Berger Deutsch Kaltenbrunn gehörte der Stimme von der Bank: Sascha Stranzl, Trainer von Erdbau Berger Deutsch Kaltenbrunn. Nach dem Sieg zeigte er sich zufrieden, nüchtern und präzise in der Analyse. Der Trainer sprach von einem „gerechten“ Ausgang, lobte die starke erste Halbzeit seiner Mannschaft und betonte, dass sein Team über weite Strecken mehr vom Spiel hatte. Gleichzeitig machte er kein Geheimnis daraus, dass nach der Pause die vorzeitige Entscheidung verpasst wurde – ein Moment, der Heiligenkreuz noch einmal ins Spiel brachte. Zur Schiedsrichterleistung fiel sein Fazit knapp aus, personell meldete er sein Team im Spielverlauf verletzungsfrei, während zwei Akteure im Vorfeld fehlten. Gerade weil es ein Derby war, unterstrich Stranzl die emotionale Bedeutung des Erfolgs.

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Nach einer druckvollen Anfangsphase legte Deutsch Kaltenbrunn die Basis bereits vor der Pause: Nikolaus Pummer traf in der 18. Minute zum 1:0 und legte in der 37. Minute das 2:0 nach. Der Pausenstand lautete 2:0. Stranzl bilanzierte: „Das Ergebnis war gerecht. Die erste Halbzeit war wirklich gut von uns. In der zweiten Halbzeit hätten wir das 3:0 machen müssen; danach ist die Partie etwas gekippt und wir hatten nicht mehr den Zugriff.“ Auf die Frage nach den Spielanteilen antwortete er trocken: „Das war mein Team.“ Einen einzelnen Matchwinner wollte er trotz Pummers Doppelpack nicht herausheben: „Mann des Spiels würde ich keinen bezeichnen. Natürlich hat Nikolaus Pummer zwei Tore geschossen, aber wir waren im Kollektiv ziemlich gut.“
Direkt nach der Pause lag der Deckel greifbar nah, blieb aber offen. Stranzl beschrieb die Schlüsselszene so: „Nach der Pause hätten wir das 3:0 machen müssen. Wir haben die Chance vergeben und dadurch den Gegner gestärkt.“ Heiligenkreuz nutzte den Impuls und kam in der 69. Minute durch Franco Petroczi zum 2:1-Anschlusstreffer. In der Folge prägten Zweikämpfe und Unterbrechungen den Rhythmus. Stranzl dazu: „Eigentlich von Beginn an ist in der ersten Halbzeit alles gut gelaufen. Die taktischen Vorgaben wurden umgesetzt. In der zweiten Halbzeit wurde der Spielfluss jedoch unterbrochen, es gab sehr viele Zweikämpfe.“ Von einer besonderen Überraschung durch den Gegner wollte er nicht sprechen: „Eigentlich nicht.“
Am Unparteiischen ließ Stranzl kein größeres Thema entstehen: „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung.“ Deutlicher fiel seine Bestandsaufnahme zur Personallage aus: „Sorgen machen brauchen wir uns nicht. Wir sind verletzungsfrei durch dieses Spiel gekommen. Im Vorhinein musste Jochen Hafner krankheitsbedingt absagen, und Joachim Fuchs hatte die fünfte gelbe Karte – er war gesperrt.“ Unterm Strich blieb damit aus Sicht des Trainers ein Derby, in dem die starke erste Hälfte, der Doppelpack von Nikolaus Pummer und eine stabile Teamleistung die Richtung vorgaben, während der verpasste Moment zum 3:0 nach der Pause noch einmal Spannung hineinbrachte. Deutsch Kaltenbrunn behauptete die Führung bis zum 2:1-Endstand in Heiligenkreuz.