In der 1. Klasse Süd feierte der USVS Hausbauführer Rudersdorf einen ganz späten 3:2-Heimsieg gegen den SC Kemeten. Matchwinner war David Schendl, der in Minute 90+2 zuschlug. Davor hatte Rudersdorf lange mehr vom Spiel, musste aber dennoch zweimal den Ausgleich durch Matej Markanovic hinnehmen. Trainer Harald Bacher sprach nach dem Abpfiff von einem echten Sechs-Punkte-Spiel – und lobte die Geschlossenheit seiner Mannschaft als entscheidenden Faktor in diesem nervenaufreibenden Kellerduell.

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Rudersdorf erwischte den besseren Start und setzte früh die Akzente. Harald Bacher ordnete die erste Halbzeit klar ein: „In der ersten Halbzeit waren wir ganz klar überlegen. Wir hatten viel mehr Spielanteile und gute Möglichkeiten. Leider haben wir erst kurz vor der Pause eine Chance richtig genutzt, Kemeten hat nicht wirklich ins Spiel gefunden.“ Dieses 1:0 fiel in Minute 42 durch David Schendl – laut Bacher nach einem schnellen Umschaltmoment über rechts mit Pass ins Zentrum, den Schendl sicher verwertete. Unmittelbar nach Wiederbeginn kam Kemeten jedoch zurück: Matej Markanovic stellte in der 46. Minute auf 1:1. Rudersdorf antwortete mit Standardschlagkraft: Nach einem Corner traf Kristjan Ceh in der 57. Minute zum 2:1, Bacher nannte die Ausführung „tadellos“. Nach einer Roten Karte für Kemetens Markus Hochwarter (68.) schien vieles für die Hausherren zu sprechen, doch Markanovic glich in Minute 87 erneut aus – 2:2. Die Gastgeber blieben dennoch am Drücker und wurden schließlich belohnt: In der Nachspielzeit (90+2) sorgte erneut David Schendl, nach einer sauber herausgespielten Kombination über die rechte Seite, für das 3:2 und den umjubelten Heimsieg.
Für Harald Bacher war der Schlüssel nicht eine einzelne Szene, sondern die Haltung seiner Spieler. „Im Endeffekt war es die geschlossene Mannschaftsleistung, die den Sieg unbedingt wollte. Es ist um sehr viel gegangen. Es war ganz klar ein Sechs-Punkte-Spiel für uns. Wir wussten, wir müssen gewinnen, sonst wird es ganz schwierig, die Liga zu halten“, erklärte der Rudersdorf-Coach und fügte an: „Die Mannschaft hat das umgesetzt, ich bin sehr glücklich darüber.“ Inhaltlich hob er vor allem Kampfgeist und Zusammenhalt hervor. „Heute war es einfach der Wille. In Phasen, in denen wir körperlich nicht mehr topfit waren, sind wir drübergegangen – jeder hat für jeden gekämpft.“ Zugleich blickte Bacher auf die kommende Saison: „Der Fokus wird definitiv auf der körperlichen Fitness liegen, die wir heuer nicht in dem Ausmaß gehabt haben.“ Den Unterschied an diesem Abend habe aber die Bereitschaft ausgemacht, bis zur letzten Aktion nachzuschieben – sinnbildlich dafür stand der späte Siegtreffer von Schendl.
Trotz der Niederlage fand Bacher faire Worte für den Gegner. „Man muss Kemeten zugutehalten, dass sie sich, obwohl sie Fixabsteiger sind, nicht aufgegeben haben und immer noch gewinnen wollen.“ Gleichzeitig blieb der Trainer bei heiklen Szenen deutlich: „Über die letzte Situation muss man wahrscheinlich diskutieren, es hat für mich nach Abseits ausgeschaut. Davor wurde uns ein Tor zum 2:0 aberkannt, das ganz klar kein Abseits war.“ In seiner Einschätzung differenzierte er: „Die Leistung vom Linienrichter war okay, aber die des Schiedsrichters war heute wirklich nicht gut.“ Unabhängig davon steht für Rudersdorf das Resultat – 3:2 dank eines Doppelpacks von David Schendl und eines Kopfballtreffers nach Corner von Kristjan Ceh – wie ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf. Nach einem Spiel, in dem die Hausherren über weite Strecken mehr vom Ball hatten, in Überzahl aber noch einmal zittern mussten, zählen am Ende die drei Punkte. Der Auftritt sollte Mut für das Saisonfinale geben, denn Bachers Team hat gezeigt, dass es auch in engen Momenten Antworten findet.