In der 1. Klasse Süd trennten sich Riedlingsdorf und ASK Jabing torlos 0:0. Für Trainer Semir Huremovic fühlte sich der Punkt dennoch nicht ganz wie ein gewöhnliches Remis an, weil seine Mannschaft vor der Pause die klareren Möglichkeiten hatte. „Wenn wir dort das 1:0 machen, dann wird es für Jabing schwer“, sagte er nach einer Partie, in der seine Elf hinten sehr stabil stand, sich vorne aber nicht belohnte.

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Die Partie begann laut Huremovic mit einer guten Phase auf beiden Seiten, doch je länger der erste Durchgang dauerte, desto deutlicher sah er das Chancenplus bei seiner Mannschaft. „Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit waren entscheidend“, sagte der Riedlingsdorf-Trainer und meinte damit genau jene Phase, in der das 1:0 mehrmals möglich gewesen wäre. Zunächst zwang ein Freistoß von Urban Zibert den Gäste-Tormann zu einer starken Parade, als er den Ball noch aus dem Kreuzeck holte. Danach folgten gleich mehrere große Möglichkeiten, die das Spiel aus Sicht der Gastgeber hätten auf ihre Seite ziehen können. Zweimal kam Fabian Kottuscheck über die rechte beziehungsweise halbrechte Seite gefährlich vor das Tor, zweimal standen Mitspieler in der Mitte frei, doch der Abschluss wurde jeweils selbst gesucht. Dazu kam noch eine weitere Topchance, als Kottuscheck am Elfmeterpunkt frei zum Ball kam, diesen aber über das Tor setzte. Zur Pause blieb es deshalb beim 0:0.
Dass Riedlingsdorf am Ende trotzdem nicht leer ausging, hatte für Huremovic vor allem mit der Arbeit gegen den Ball zu tun. Der Trainer sprach dem Gegner viel Qualität zu und ordnete Jabing sehr hoch ein: „Sie sind für mich sicher eine Top-drei-Mannschaft in dieser Liga und haben sechs gute Legionäre in ihren Reihen.“ Umso mehr gefiel ihm, wie diszipliniert seine Mannschaft verteidigte. „Wir haben absolut nichts zugelassen“, sagte Huremovic, auch wenn er einräumte, dass Jabing im gesamten Spiel natürlich ebenfalls zu einzelnen Möglichkeiten kam. Besonders zufrieden war er mit dem Verhalten bei Standards, weil man sich genau darauf eingestellt hatte. Gerade bei Ecken und weiten Einwürfen sah der Trainer eine klare Stärke der Gäste, doch genau diese Situationen verteidigte Riedlingsdorf aus seiner Sicht „super“. Deshalb sprach er in diesem Bereich sogar von einer „Meisterleistung“ seiner Mannschaft.
So klar Huremovic sein Team insgesamt näher am Sieg sah, so deutlich beschrieb er auch, warum die zweite Halbzeit nicht mehr ganz an das Niveau der ersten anschloss. „Keiner von beiden wollte das Spiel verlieren“, sagte er, und genau das habe man nach dem Seitenwechsel gespürt. Beide Mannschaften gingen weniger Risiko, die Partie wurde vorsichtiger und das torlose Remis damit von Minute zu Minute wahrscheinlicher. Aus Riedlingsdorfer Sicht blieb der Ärger trotzdem spürbar, weil die besseren Möglichkeiten schon davor da gewesen waren. „Gefehlt hat natürlich das Tor“, brachte es der Trainer schlicht auf den Punkt. Für ihn lag der Unterschied nicht in fehlender Einsatzbereitschaft, sondern in der letzten Aktion. „Wir hätten die Chancen ruhiger zu Ende spielen müssen, der letzte Pass hat gefehlt“, sagte Huremovic. So blieb am Ende ein Spiel, in dem sein Team viel richtig machte, sich für den Aufwand im letzten Drittel aber nicht belohnte.
Neben der Leistung seiner Mannschaft sprach Huremovic auch die Spielleitung an und unterschied dabei klar. „Der Schiedsrichter hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte er über den Unparteiischen und lobte dessen Linie in einer intensiven Partie mit vielen Zweikämpfen. Deutlich kritischer sah er dagegen den Assistenten an der Linie. Vor allem eine Szene in der zweiten Halbzeit blieb ihm hängen, als ein Treffer von Marijan Markovic wegen Abseits aberkannt wurde. Aus Sicht des Riedlingsdorf-Trainers war diese Entscheidung falsch. Unabhängig davon bleibt für die Gastgeber nach dem 0:0 ein zwiespältiger Nachmittag: Der Punkt gegen einen von Huremovic hoch eingeschätzten Gegner ist ordentlich, in der Tabelle bleibt Riedlingsdorf mit 23 Zählern auf Rang vier. Gleichzeitig war da aber auch klar das Gefühl, dass dieses Spiel mit etwas mehr Ruhe und Präzision vor dem Tor ebenso gut als Heimsieg hätte enden können.