In der 1. Klasse Süd hat USVS Hausbauführer Rudersdorf am Samstag ein verrücktes Heimspiel gegen die SPG Loipersdorf-Kitzladen/Buchschachen noch mit 6:3 gewonnen. Zur Pause lagen die Gäste trotz klarer Vorteile noch 3:1 voran, nach dem Seitenwechsel drehte Rudersdorf die Partie aber komplett. Für Sektionsleiter Roland Szander stand danach vor allem eines fest: „Es waren zwei unterschiedliche Halbzeiten.“

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Zunächst sah lange alles nach einem Auswärtssieg der Gäste aus. Loipersdorf erwischte den klar besseren Start und ging schon in der 5. Minute durch Zan Poglajen mit 1:0 in Führung. Nach 26 Minuten erhöhte Nejc Levec auf 2:0, in der 33. Minute stellte Daniel Peter Hornung sogar auf 3:0. Szander sprach von einer starken Anfangsphase seiner Mannschaft und formulierte das sehr deutlich: „Loipersdorf war in der ersten Halbzeit spielbestimmend und ist verdient 3:0 in Führung gegangen.“ Besonders die ersten 30 Minuten gefielen ihm. „Wir haben Chancen kreiert und unsere Chancen auch verwertet“, sagte er. Umso mehr ärgerte ihn, dass seine Elf in dieser Phase nicht noch entschlossener nachlegte. „Wir haben es leider verabsäumt, das Ergebnis klarer zu gestalten“, meinte Szander. Dass Kristjan Ceh in der 35. Minute noch vor der Pause auf 1:3 verkürzte, gab Rudersdorf dann aber wieder ein Stück Hoffnung zurück.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild allerdings komplett. Rudersdorf kam laut Szander „wie ausgewechselt“ aus der Kabine und hatte nun immer mehr vom Spiel. Zunächst traf Ibrahim Sahin in der 54. Minute zum 2:3, zehn Minuten später gelang ihm auch der Ausgleich zum 3:3. Genau dieser erste Treffer nach der Pause war für Szander der Moment, in dem das Spiel zu kippen begann. „Mit dem 2:3 hat Rudersdorf gemerkt, dass mehr zu holen ist“, erklärte er. „Da haben sie gesehen, dass sie die Chance auf den Ausgleich und auch auf die Führung haben.“ Loipersdorf brachte die Partie danach nicht mehr in den Griff. In der 72. Minute drehte Nikola Mutak das Spiel mit dem 4:3 endgültig, in der 76. Minute legte er das 5:3 nach und in der 83. Minute machte er mit seinem dritten Treffer auch den 6:3-Endstand fix. Aus einem klaren Vorsprung war innerhalb einer Halbzeit eine deutliche Niederlage geworden.
Für Szander lag der Grund für diesen Einbruch vor allem in der zweiten Halbzeit. Er machte das nicht an einzelnen Szenen fest, sondern am gesamten Auftreten seiner Mannschaft nach dem Wechsel. „Wir sind viel zu wenig in die Zweikämpfe gekommen, haben Gegenangriffe nicht unterbunden und auch defensiv war das zu wenig“, sagte der Sektionsleiter. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Loipersdorf nach dem 3:0 nicht entschlossen genug auf das vierte Tor ging. Gerade das störte ihn im Rückblick besonders, weil die Partie aus seiner Sicht in der ersten halben Stunde eigentlich klar in die richtige Richtung gelaufen war. Während die Gäste den Zugriff verloren, wurde Rudersdorf stärker und zielstrebiger. „Rudersdorf war dann im Umschaltspiel sehr gut und auch sehr effektiv“, so Szander. Diese Mischung aus fehlender Aggressivität, zu wenig Präsenz in den Duellen und einem Gegner, der seine Chancen nach der Pause konsequent nutzte, erklärte für ihn den völligen Stimmungswechsel in diesem Spiel.
Trotz des bitteren Verlaufs nahm Szander aus der Partie nicht nur Negatives mit. Die erste halbe Stunde bewertete er ausdrücklich als gelungen und sah darin auch den Teil des Spiels, an dem sich seine Mannschaft orientieren kann. „Die ersten 30 Minuten waren sehr gut“, sagte er. Gerade deshalb fiel sein Gesamtfazit so klar aus, denn nach dieser starken Anfangsphase riss im Spiel der Gäste der Faden völlig ab. „Irgendwie ist im Laufe des Spiels der Faden komplett gerissen“, fasste er den Bruch zwischen den beiden Halbzeiten zusammen. Diskussionen um die Spielleitung gab es für ihn nicht. „Die Schiedsrichterleistung war mehr als in Ordnung. Es gab kaum strittige Situationen“, sagte Szander. In der Tabelle bleibt Loipersdorf nach zwölf Runden mit 29 Punkten zwar an der Spitze, doch Heiligenkreuz liegt mit 28 Zählern direkt dahinter. Rudersdorf machte mit diesem 6:3-Heimsieg ebenfalls Boden gut und hält nun bei 26 Punkten.