In der 2. Klasse Nord zieht Hans Peter Kusolits, Trainer von UFC Oggau, eine Zwischenbilanz zur laufenden Saison. Nach einem schwierigen Start mit vier Niederlagen und nur einem Sieg hat sich sein Team gefangen und zeigt, dass der eingeschlagene Weg mit vielen jungen Eigenbauspielern Potenzial besitzt. Oggau belegt aktuell Rang neun mit 19 Punkten aus 13 Spielen – ein solides Mittelfeldresultat. Kusolits betont die große personelle Umstellung im Sommer, aber auch den Teamgeist, der trotz aller Herausforderungen spürbar geblieben ist. Die Worte des Trainers zeichnen das Bild einer Mannschaft im Umbruch – mit klarer Richtung und einem erkennbaren Plan.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Kusolits erinnert sich daran, dass der Anfang alles andere als leicht war. Vier Niederlagen in den ersten Partien, dazu eine angespannte Personalsituation mit mehreren Verletzten und urlaubsbedingten Ausfällen – so lautete die Realität zu Saisonbeginn. „Wir haben keinen guten Start gehabt“, sagt er nüchtern. Besonders schmerzlich war der Ausfall eines Leistungsträgers, der sich bereits im zweiten Spiel verletzte und erst gegen Ende der Hinrunde wieder mitwirken konnte. Der Trainer sah darin aber auch die Chance, jüngeren Spielern mehr Einsatzzeit zu geben. Als Reaktion wurde Innenverteidiger Daniel Sakovy hinzugeholt, um die Defensive zu stabilisieren. Diese personelle Anpassung war Teil eines umfassenden Plans, die Struktur des Teams neu zu gestalten und breiter aufzustellen.
Kusolits beschreibt die Neuausrichtung nach dem Sommer als bewussten Schritt: „Wir haben sieben bis acht Stammspieler hergegeben, das ganze Team quasi umgebaut.“ Statt erfahrener Routiniers bilden nun junge, oft selbst ausgebildete Spieler das Gerüst. Auch organisatorisch hat sich im Verein etwas getan. Im Betreuerteam kam es zu einer Änderung – ein Trainer aus dem U23-Bereich wird sich künftig intensiver um die Nachwuchsarbeit kümmern. Damit will Oggau sicherstellen, dass die jungen Spieler individuell gefördert werden und gleichzeitig das Training der Kampfmannschaft von übergroßen Kadern entlastet wird. „Phasenweise hatten wir 25 bis 30 Leute im Training“, berichtet Kusolits augenzwinkernd. Diese Maßnahmen sollen langfristig die Qualität steigern und den Entwicklungspfad klarer gestalten.
Auf individueller Ebene hebt der Trainer niemanden besonders hervor – und genau das ist für ihn ein Kompliment an das gesamte Team. Für Kusolits sind Teamgeist und Respekt die Basis: In Oggau ziehen alle an einem Strang, auf und neben dem Platz. Dieser Zusammenhalt war entscheidend, um den schwierigen Saisonstart zu überwinden und im Laufe der Hinrunde deutlich stabiler zu werden. Auch wenn Platz neun sportlich noch Luft nach oben lässt, ist die Stimmung positiv. Gegner wie St. Georgen/Eisenstadt oder der SV Sigleß hebt er als besonders starke Teams hervor, die durch Tempo und Offensivkraft imponieren. Gegen solche Gegner geriet Oggau früh unter Druck und lag rasch deutlich zurück – ein Gradmesser, der zeigt, wie groß der Unterschied in einzelnen Partien noch sein kann. Doch genau darin sieht er die Motivation für seine Mannschaft, weiter zu wachsen. Mit einem klaren Plan und einem intakten Teamgefüge möchte Oggau den eingeschlagenen Weg fortsetzen – Schritt für Schritt, ohne Hast, aber mit Überzeugung.