In der 2. Klasse Nord verlor der FC Großhöflein gegen den SC Trausdorf mit 0:2. Nach gutem Beginn riss der Faden vor der Pause, zwei einfache Gegentore stellten auf 0:2. Nach Seitenwechsel drückte Großhöflein, vergab aber unter anderem einen Elfmeter. Trainer Christian Neckamm sprach von Lehrgeld, haderte mit Unachtsamkeiten und lobte zugleich die Effizienz von Trausdorfs Angreifer Marcell Deak.

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Großhöflein kam ordentlich ins Spiel, suchte früh den Weg nach vorne und hatte laut Coach sogar „ein, zwei Möglichkeiten“ und einen Stangenschuss. Doch nach rund einer Viertelstunde kippte die Partie in Richtung der Gäste. „Wir haben das Spiel im Mittelfeld aus der Hand gegeben, sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und waren zu weit vom Mann weg“, ärgerte sich Christian Neckamm. Die Quittung folgte prompt: In der 28. Minute traf Marcell Deak zum 0:1, sieben Minuten später erhöhte Tim Daniel Schindler auf 0:2. Besonders der Führungstreffer wurmte den Heimtrainer: „Wir hatten bei 0:0 einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie. Der wurde schnell ausgeführt, obwohl wir Zeit gehabt hätten, die Innenverteidiger waren im Aufrücken. Der Ball ging schief, Trausdorf hat sofort umgeschaltet – und Deak war eiskalt.“ Auch beim zweiten Tor sah Neckamm „einen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, einen weiten Ball und Uneinigkeit in der Innenverteidigung – im Sechzehner war es zu spät“.
Nach dem Seitenwechsel stellte Großhöflein um, schob die Ketten höher und legte sichtbar an Intensität zu. „Wir haben versucht, den Druck zu erhöhen. Phasenweise ist uns das gut gelungen“, sagte Neckamm. Chancen waren da, doch die große Möglichkeit vom Punkt blieb ungenützt. „Darunter war auch ein Elfmeter, aber auch den konnten wir leider nicht nutzen“, so der Trainer, der den gegnerischen Schlussmann hervorhob: „Am Ende hat der Tormann unsere Chancen zunichte gemacht.“ Die Heimelf blieb am Drücker, suchte immer wieder den Abschluss, fand aber keinen Weg am Trausdorfer Torhüter vorbei. Neckamm sah trotz der Nullnummer nach der Pause zumindest einen Ansatz: „Es war das Aufbäumen zu sehen. Wir wollten das Spiel drehen, wenn auch teilweise mit untauglichen Mitteln.“ Den 0:2-Pausenstand brachten die Gäste so über die Zeit, während Großhöflein für den Aufwand nach der Pause ohne Lohn blieb.
In seiner Analyse sparte der Großhöflein-Coach nicht mit Selbstkritik. „Wir sind vor allem im ersten Abschnitt zu wenig in die Zweikämpfe gekommen, waren zu weit vom Mann weg. Die Kompaktheit, die wir in den letzten Wochen gezeigt haben, hat im Mittelfeld gefehlt“, erklärte Neckamm. Auch vorne habe „die nötige Durchschlagskraft“ gefehlt, obwohl Gelegenheiten da waren. Den Gegner würdigte er fair: „Trausdorf ist immer schwer zu bespielen, kommt gut in die Zweikämpfe und hat mit Deak einen sehr guten Stürmer. Sie haben ihre körperlichen Vorteile genutzt – das war wohl spielentscheidend.“ Zur Spielleitung meinte er klar: „Der Schiedsrichter war absolut in Ordnung.“ In der Tabelle liegt Trausdorf nach Runde 24 mit 38 Punkten auf Rang sechs, Großhöflein mit 23 Zählern auf Platz zwölf. Für die nächsten Tage setzt Neckamm Schwerpunkte: „Wir werden das Zweikampf- und Defensivverhalten ansprechen und trotzdem unsere spielerische Linie wieder hervorholen.“ Der Blick geht auf das Duell mit dem unberechenbaren UFC Schützen: „Leider haben wir wieder einige Ausfälle, aber damit müssen wir klarkommen. Schauen wir, was nächste Woche passiert.“